Rentensteigerung durch Einmalzahlung

3. Dezember 2017 Altersrenten Altersvorsorge 17
Ausgleichszahlung für Rentenabschläge

Ausgleich von Rentenabschlägen durch Einmalzahlung

Wenn der Rentenbeginn allmählich näher rückt, realisiert der ein oder andere, dass seine zukünftige Rentenhöhe nicht ganz seinen Vorstellungen entsprechen wird. Dies gilt umso mehr, wenn man sich eigentlich einen Rentenbeginn vor dem 67. Lebensjahr wünscht und mit dem vorgezogenen Rentenbeginn mehr oder weniger hohe Rentenabschläge einhergehen. Es stellt sich dann die Frage, welche Möglichkeiten bestehen, um die Rentenzahlung noch zu erhöhen, obwohl nur noch wenige Jahre bis zum Rentenbeginn bleiben.

Eine Option ist die Ausgleichszahlung für Rentenabschläge nach § 187a SGB VI, die im Weiteren genauer erklärt werden soll.

Allgemeines zur Ausgleichszahlung für Rentenabschläge

Doch worum geht es überhaupt? Wer sich dazu entschließt, die Altersrente für langjährig Versicherte oder die Altersrente für schwerbehinderte Menschen vorzeitig zu beziehen, ist mit der Problematik konfrontiert, dass die Brutto-Rentenhöhe laut Gesetzgeber für jeden Monat der vorzeitigen Inanspruchnahme um 0,3 % reduziert wird.

Beispiel Rentenabschlag

Entschließt sich beispielsweise eine im Jahr 1958 geborene Person dazu, seine Rente nicht mit dem gesetzlich festgelegten abschlagsfreien Rentenalter von 66 Jahren zu beziehen, sondern die Altersrente für langjährig Versicherte bereits mit dem 63. Lebensjahr zu beantragen, werden die bis zum 63. Lebensjahr angesammelten Rentenpunkte um 10,8 % (36 Monate x 0,3 %) reduziert.

Hat die Person bis zum 63. Lebensjahr eigentlich eine Brutto-Rente von 1.500 € erarbeitet, verringert sich dieser Betrag aufgrund des Rentenabschlags um 162 € auf 1.338 €. Die Einbußen sind somit erheblich.

Um ohne den Nachteil der Rentenkürzung früher in Rente gehen zu können, sieht der Gesetzgeber die Möglichkeit vor, dass die Kürzung von 162 € durch eine oder mehrere zusätzliche Einzahlungen vollständig oder zumindest zum Teil ausgeglichen werden kann.

Voraussetzungen

Es stellt sich die Frage, wer eine solche Einzahlung, ab wann leisten kann und welcher Betrag dabei ca. einzuzahlen wäre.

1.Voraussetzung: Zum Einzahlungszeitpunkt muss der Einzahlende zumindest theoretisch noch die 35-jährige Mindestversicherungszeit erfüllen können. Deren Erfüllung ist Voraussetzung zum Erhalt der Altersrente für langjährig Versicherte oder der Altersrente für schwerbehinderte Menschen.

Wer beispielsweise mit 55 Jahren bisher 30 Jahre für seine Wartezeit angesammelt hat, erfüllt problemlos die erste Voraussetzung für die Ausgleichszahlung. Denn theoretisch würde er bereits mit 60 Jahren die 35-jährige Mindestversicherungszeit erfüllen.

2. Voraussetzung: Die Rentenversicherung muss dem Versicherten eine besondere Rentenauskunft erteilt haben, in der der maximale Ausgleichsbetrag berechnet wurde.

Ohne weitere Begründung kann die Erteilung dieser besonderen Rentenauskunft ab dem 50. Lebensjahr beim Rentenversicherungsträger beantragt werden. Sofern ein besonderes Interesse nachgewiesen wird, kann die besondere Rentenauskunft aber auch schon vor dem 50. Lebensjahr beantragt werden. Wie genau die besondere Rentenauskunft beantragt wird, ist ganz am Ende dieses Beitrags beschrieben.

Höhe der maximalen Ausgleichszahlung

Die Höhe des maximalen Einzahlungsbetrags hängt einerseits von der Brutto-Rentenhöhe ab, die man zu seinem gewünschten Rentenbeginn voraussichtlich erarbeitet haben wird, und andererseits vom  Rentenabschlag.

Um die konkrete Ausgleichszahlung zu berechnen, kann folgende Formel herangezogen werden:

Formel zur Berechnung der maximalen Ausgleichszahlung ab 2019

Das Bild zeigt eine Formel, mit der sich ab 2019 die Höhe der maximal möglichen Ausgleichszahlung für Rentenabschläge berechnen lässt.

Formel zur Berechnung der maximalen Ausgleichszahlung bis zum 31. Dezember 2018

Das Bild zeigt eine Formel, mit der sich noch bis Ende 2018 die Höhe der maximal möglichen Ausgleichszahlung für Rentenabschläge berechnen lässt.

Beispiel

Wie im ersten Beispiel liegt die Brutto-Rentenhöhe bei 1.500 €. Die Rentenminderung beträgt in diesem Fall bei einem Rentenabschlag von 10,8 % 162 €. Multipliziert man diese 162 € mit dem Faktor 225,90 € (gültig ab 2019) und dividiert diesen Betrag dann durch 0,892 (1 – 10,8 %), ergibt sich eine maximal mögliche Ausgleichszahlung von 41.026,68 €. Wird dieser Betrag zusätzlich in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt, erhöht sich infolgedessen die mit 63 zu zahlende Brutto-Rente um 162 €.

Bei diesem Betrag handelt es sich um einen Maximalbetrag. Eine Einzahlung über diese Grenze hinaus ist im Rahmen des Ausgleichs von Rentenabschlägen nicht möglich.

Wünscht man weiteres Geld in der gesetzlichen Rentenversicherung unterzubringen, stehen gegebenenfalls weitere Optionen zur Verfügung.

Der Maximalbetrag stellt lediglich eine Obergrenze dar. Es ist möglich, nur einen Teil der Rentenabschläge durch Sonderzahlungen zur Rentenversicherung auszugleichen. Zahl man beispielsweise nur die Hälfte des Betrags ein, steigert man seine Rente auch nur um den halben Minderungsbetrag.

Die nachfolgenden beiden Tabellen zeigen beispielhaft für verschiedene Rentenhöhen und Rentenabschläge, wie hoch der maximale Ausgleichsbetrag jeweils wäre.

Erarbeitete Brutto-Rente vor RentenabschlagRentenabschlag: 3,6 %Rentenabschlag: 7,2 %
Höhe der Minderung durch AbschlagZahlung zum Ausgleich der MinderungHöhe der Minderung durch AbschlagZahlung zum Ausgleich der Minderung
500 €18 €4.175,10 €36 €8.674,14 €
700 €25 €5.845,15 €50 €12.143,79 €
1.000 €36 €8.350,21 €72 €17.348,28 €
1.300 €47 €10.855,27 €94 €22.552,76 €
1.600 €58 €13.360,33 €115 €27.757,24 €
2.000 €72 €16.700,41 €144 €34.696,55 €
Erarbeitete Brutto-Rente vor RentenabschlagRentenabschlag: 10,8 %Rentenabschlag: 14,4 %
Höhe der Minderung durch AbschlagZahlung zum Ausgleich der MinderungHöhe der Minderung durch AbschlagZahlung zum Ausgleich der Minderung
500 €54 €13.536,32 €72 €18.807,48 €
700 €76 €18.950,85 €101 €26.330,47 €
1.000 €108 €27.072,65 €144 €37.614,95 €
1.300 €140 €35.194,44 €187 €48.899,44 €
1.600 €173 €43.316,23 €230 €60.183,93 €
2.000 €216 €54.145,29 €288 €75.229,91 €

Zahlungsmodalitäten

Wie an den obigen Werten ersichtlich wird, sind zum vollen Ausgleich der Rentenabschläge häufig Beträge zu zahlen, die nur die Wenigsten mit einer einzigen Einzahlung leisten können. Diese Problematik hat auch der Gesetzgeber erkannt und daher Teilzahlungen zugelassen.

Ein Versicherter darf, nachdem er die besondere Rentenauskunft erhalten hat, pro Jahr maximal zwei Teilzahlungen leisten. Die Höhe der Teilzahlungen sind gesetzlich nicht vorgeschrieben, sodass sie vom Einzelnen frei festgelegt werden können.

Selbst wenn bereits eine Altersrente mit Abschlägen bezogen wird, können die Abschläge noch ausgeglichen werden, solange ein Versicherter die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht hat. Bei Zahlungen nach Rentenbeginn ist allerdings zu berücksichtigen, dass sich die Rentensteigerung erst im Monat nach der Einzahlung auswirkt.

Wird die besondere Rentenauskunft mit dem 50. Lebensjahr beantragt und plant man, den Rentenabschlag bis zum 63. Lebensjahr vollständig ausgeglichen zu haben, hat man somit in der Regel 14 Jahre lang für die Ausgleichszahlung Zeit. In diesen 14 Jahren können pro Jahr jeweils zwei Zahlungen geleistet werden . Will man, wie im obigen Beispiel, ca. 40.000 € einzahlen, um Rentenabschläge auszugleichen, müsste man jährlich somit ca. 3.000 € einzahlen.

Nicht verheimlichen möchte ich jedoch den Punkt, dass man bei einer Ratenzahlung über einen längeren Zeitraum zumindest absolut gesehen einen höheren Betrag einzahlen muss, um die gleiche Anzahl an zusätzlichen Rentenpunkten zu erhalten. Denn über einen längeren Zeitraum verändern sich die Durchschnittsentgelte, was wiederum bedeutet, dass für den Kauf eines Rentenpunkts ein höherer Betrag zu erbringen ist als in der Vergangenheit.

So steigt 2019 der Berechnungsfaktor (siehe obige Formeln) von 219,93 € auf 225,90 €. Um bei einem Rentenabschlag von 10,8 % einen Betrag von 162 € auszugleichen, sind damit 967,14 € mehr zu entrichten als noch im Jahr 2018.

Hat man 2018 bereits den halbe Rentenabschlag von 162 € durch eine Ausgleichszahlung ausgeglichen, könnte 2019 noch eine verbleibende Rentenminderung von 81 € ausgeglichen werden. Die Berechnung funktioniert auch bei Teilbeträgen genauso wie oben beschrieben: Multipliziert man 81 € mit 225,90 € und dividiert das Ergebnis mit 0,892 erhält man einen noch möglichen Einzahlungsbetrag von 20.513,34 € .

Rentabilität der Ausgleichszahlung

Nachdem geklärt ist, welcher Betrag theoretisch zum Ausgleich des Rentenabschlags eingezahlt werden kann und in welchem Rhythmus dieses möglich ist, stellt sich die Frage:

„Lohnt sich eine solche Einzahlung überhaupt?“

oder genauer…

„Ab wann lohnt sich der Ausgleich der Rentenabschläge?“.

Ganz allgemein muss klar sein, dass eine solche Einzahlung in die gesetzlichen Rentenversicherung genauso wie der Abschluss einer Rentenversicherung bei einem privaten Versicherungsunternehmen immer eine Wette auf ein langes Leben ist. Je länger jemand lebt, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich die Ausgleichszahlung finanziell „auszahlt“. Lässt man zunächst den steuerlichen Aspekt und zukünftige Rentenanpassungen außen vor, kann relativ einfach ermittelt werden, wann die eingezahlten Beiträge zurückgeflossen sind.

Bleiben wir beim obigen Beispiel: Dort wurde mit einer Ausgleichszahlung von 41.026,68 € eine Brutto-Rentensteigerung von 162 € erkauft.

Der Großteil aller Rentner ist pflichtversichert in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Um den Netto-Rentenbetrag zu erhalten, sind somit von den 162 € noch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung abzuziehen. Derzeit liegen diese bei ca. 11 %, sodass sich durch die Einzahlung eine monatlich Netto-Rentensteigerung von ca. 144 € ergibt.

Dividiert man die eingezahlten 41.026,68 € durch die monatliche Netto-Rentensteigerung 144 € erhält man seine Einzahlung wieder „raus“ hat. Das Ergebnis sind ziemlich genau 285 Monaten – also nach 23 3/4 Jahren des Rentenbezugs.

Laut der Generationensterbetafel des statistischen Bundesamtes lebt ein 1960 geborener Mann, der das 63. Lebensjahr erreicht hat, durchschnittlich noch 20 – 22 Jahre. Er bleibt somit knapp unterhalb der 23 3/4 Jahre. Bei einer 1960 geborenen Frau ist hingegen davon auszugehen, dass sie mit 63 Jahren noch durchschnittlich weitere 24 – 25 Jahre leben wird.

Anmerkung: Deutlich früher amortisiert sich die Ausgleichszahlung für Rentner, die privat krankenversichert sind, da zusätzlich zum Brutto-Rentenbetrag von 162 € noch ein von der Rentenversicherung finanzierter Zuschlag zur privaten Krankenversicherung in Höhe von 7,3 % gezahlt wird. Aus der Zahlung von 41.026,68 € resultiert somit eine Rentensteigerung von 173,83 €. Bei dieser Personengruppe amortisiert sich die Einzahlung bereits nach ca. 19,67 Jahren.

Anhand dieser Zahlen lässt sich zunächst feststellen , dass die Ausgleichszahlung von Rentenabschlägen zwar sicher nicht für jeden profitabel ist, sich aber für einige Personen durchaus lohnen kann. Um eine fundierte Entscheidung zu treffen, müssten zudem aber noch die Aspekte „Steuern“, „Rentenanpassungen“ und „Hinterbliebenenabsicherung“ berücksichtigt werden.

1. Steuern

Eine angemessene Berücksichtigung des steuerlichen Faktors bei der Rentabilitätsberechnung ist äußerst komplex. Allgemein gilt es zwei gegensätzliche Punkte zu beachten:

Einerseits können die Einzahlungen zum Ausgleich des Rentenabschlags steuerlich in Form von Altersvorsorgeaufwendungen als Sonderausgaben abgesetzt werden, andererseits sind bei einer höheren Rente im Alter auch höhere Steuern zu zahlen.

Im Jahr 2018 kann ein lediger Arbeitnehmer maximal Altersvorsorgeaufwendungen von 23.712 € geltend machen (2019: 24.305 €). Von diesem Maximalbetrag sind die Beiträge abzuziehen, die der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer bereits an die gesetzliche Rentenversicherung zahlt sowie etwaige Beiträge zu einer Basis- bzw. Rürup-Rente. Bei einem Durchschnittsverdiener im Jahr 2019 (38.901 €) verringert sich der absetzbare Betrag 2019 um bereits gezahlte Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung von 7.235,59 € auf 17.069,41 €. Bei einem Arbeitnehmer, dessen Gehalt mindestens die Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung 2019 von 80.400 € erreicht, werden sogar Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung von 14.954,40 € gezahlt, sodass pro Jahr nur noch 9.350, 60 € zusätzlich als Altersvorsorgeaufwendungen abgesetzt werden können.

Da der maximal steuerlich absetzbare Betrag meist doch nicht ganz so hoch ist, wie anfangs gedacht, können sich Teilzahlungen aus steuerlich Sicht auch für jemanden lohnen, der eigentlich den vollen Ausgleichsbetrag in einer Zahlung in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen könnte.

Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass Altersvorsorgeaufwendungen nicht zu 100 % als Sonderausgaben abgesetzt werden können, sondern in Abhängigkeit vom Jahr der Zahlung nur zu einem verminderten Prozentsatz. 2019 liegt dieser Prozentsatz bei 88 % und erhöht sich bis 2025 sukzessive um 2 % pro Jahr.

Wird im Jahr 2019 eine Ausgleichszahlung von 8.000 € geleistet, mit der der Maximalbetrag für Altersvorsorgeaufwendungen nicht überschritten wird, gelten hiervon jedoch nur 88 %, also 7.040 € als Sonderausgaben und vermindern das zu versteuernde Einkommen. Laut Einkommenssteuerrechner des Bundesministerium der Finanzen liegt die steuerliche Belastung eines Alleinstehenden bei einem zu versteuernden Einkommen von 30.000 € bei ca. 4.000 €. Vermindert sich das zu versteuernde Einkommen um 7.040 € auf 22.960 €, müssen nur noch 2.300 € an Steuern gezahlt werden. Das Finanzamt beteiligt sich in diesem Fall mit ca. 1.700 € bzw. 21 % an der Ausgleichszahlung.

Hier findet ihr weitere Informationen zur steuerlichen Absetzbarkeit der Ausgleichszahlung für Rentenabschläge.

Da auch Rentenzahlungen (zumindest zum Großteil) als zu versteuerndes Einkommen gelten, ist bei der Rentabilitätsberechnung allerdings auch zu beachten, dass neben den Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen von der Rente auch Steuern zu zahlen sind.

Geht man davon aus, dass die Rente erstmalig im Jahr 2020 gezahlt wird und brutto 1.338 € umfasst – sofern keine Ausgleichszahlung geleistet wird -bzw. brutto bei 1.500 € liegt, wenn die Zahlung erfolgt, sind im zweiten Fall monatlich ca. 25 € mehr an Steuern zu zahlen. Die Netto-Rentensteigerung durch die Einzahlung nach Steuern und Beiträgen läge somit bei monatlich ca. 119 €. Angenommen, dass sich das Finanzamt zu einem Fünftel an der Ausgleichszahlung beteiligt hat, amortisieren sich die gezahlten 32.800 € (4/5 von 41.000 €) bei einer monatlich 119 € höheren Rente nach ziemlich genau 23 Jahren.

Anhand der komplexen Berechnung wird bereits ersichtlich, dass pauschale Aussagen zum Steuerspareffekt nicht getroffen werden können. Der persönlichen Amortisationszeitpunkt kann in Abhängigkeit von der steuerlichen Belastung sehr stark variieren.

2. Rentenanpassungen

Bei den bisherigen Überlegungen wurde außen vor gelassen, dass die Rentenzahlungen regelmäßig an die wirtschaftliche Entwicklung angepasst werden. Gesetzlich festgeschrieben ist, dass jährlich zum 01.07. zu überprüfen ist, wie sich die durchschnittlichen Löhne aller Versicherten entwickelt haben und auf dieser Grundlage der Umfang der Rentenanpassung zu bestimmen ist. Die durchschnittliche Rentenanpassung im Zeitraum von 1990 – 2017 lag bei jährlich 1,66 %.

Mehr zur Entwicklung der Rentenanpassung in den vergangenen 10 Jahren.

Die Rentenanpassung in den letzten Jahren (2014: 1,67 %; 2015: 2,1 %; 2016: 4,25 %; 2017: 1,9 %) lagen oberhalb des Durchschnitts und auch die Rentenanpassung 2019 wird mit voraussichtlich ca. 3 % den Durchschnittswert der Vergangenheit übersteigen.

Hätte man im Wege der Ausgleichszahlung für Rentenabschläge im Jahr 2007 einen Betrag von 50.000 € in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt und damit einen Rentenabschlag von 10,8 % ausgeglichen, hat man mit der Einzahlung im Jahr 2007 eine Brutto-Rentensteigerung von 196 € erkauft. Aufgrund der Rentenanpassungen liegt die zusätzliche monatliche Rente, die sich aus der damaligen Einzahlung ergibt, im Jahr 2018 bei brutto ca. 239 €.

Es zeigt sich somit einerseits, dass in der gesetzlichen Rentenversicherung keine Traumrenditen – wie möglicherweise am Aktien- oder Immobilienmarkt – zu erzielen sind. Andererseits darf man jedoch auch keine Äpfel mit Birnen vergleichen! Bei der gesetzlichen Rente handelt es sich um ein sicheres Anlageprodukt, bei dem ein Kapitalverlust quasi ausgeschlossen ist. Betrachtet man – insbesondere beim derzeitigen Zinsniveau – private Anlageprodukte mit einem vergleichbarem Risikoniveau, wirken die genannten Renditen, die sich mit der Ausgleichszahlung erzielen lassen, gar nicht mehr so gering.

Hinsichtlich zukünftiger Rentenanpassungen sind in den Renteninformationen der Deutschen Rentenversicherung immer zwei Werte angegeben: 1 % und 2 %. Diese Prognose erscheint unter Berücksichtigung der historischen Entwicklung und den Berechnungen im Rentenversicherungsbericht des BMAS nicht unrealistisch. Es ist somit davon auszugehen, dass durch Rentenanpassungen in der Zukunft zumindest zukünftige Preissteigerungen weitgehend ausgeglichen werden – und dieses unabhängig davon, wie lange man tatsächlich leben sollte.

Anmerkung: Überdurchschnittlich ertragreich kann eine Ausgleichszahlung für Versicherte sein, die im Gebiet der ehemaligen DDR arbeiten bzw. gearbeitet haben und daher sogenannte Entgeltpunkte Ost erworben haben. Da die Rente, die sich aus Entgeltpunkten Ost berechnet, derzeit ca. 4 % geringer ist, als eine Rente, der die gleiche Anzahl an Entgeltpunkten West zugrunde liegt, muss auch ein geringerer Ausgleichsbetrag gezahlt werden, um die Abschläge auf Ost-Entgeltpunkten auszugleichen. Die Politik hat entschieden, dass Entgeltpunkte Ost ab dem 01.07.2024 genauso hoch bewertet werden sollen wie Entgeltpunkte (West). Daraus folgt: Obwohl jemand mit Ost-Entgeltpunkten eine geringere Ausgleichszahlung geleistet hat, ist die Rentensteigerung daraus ab Juli 2024 genauso hoch wie bei jemandem mit West-Entgeltpunkten.

3. Hinterbliebenenabsicherung

Ein dritter Vorteil zusätzlicher Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung kann sich daraus ergeben, dass von den Rentensteigerungen nicht nur der Rentner selbst profitiert, sondern unter Umständen auch die Witwe oder der Witwer und etwaige Waisen. In Abhängigkeit vom Geburtsjahr und vom Zeitpunkt der Heirat wirkt sich die Ausgleichszahlung zu 60 % bzw. 55 % auf die Witwen- / Witwerrente aus.

Bei einer erkauften Rentensteigerung von 162 € erhöht sich die Hinterbliebenenrente somit brutto um ca. 90 €. Ob dieser Betrag allerdings tatsächlich zur Auszahlung kommt, hängt vom Einkommen der Witwe bzw. des Witwers ab, da bei Hinterbliebenenrenten die Regelungen zur Anrechnung von Einkommen zu beachten sind. Eine pauschale Aussage ist daher auch in diesem Fall nicht möglich.

Anmerkung: Bezieht man selbst bereits eine Hinterbliebenenrente und plant, seine eigene Rente durch eine Ausgleichszahlung zu steigern, muss dieses aufgrund einer möglichen Einkommensanrechnung gut durchdacht werden. Übersteigt nämlich die eigene Netto-Rente den Anrechnungsfreibetrag, der bis zum 30. Juni 2019 bei 845,59 € liegt, wird die erkaufte Rentensteigerung zu 40 % von der Hinterbliebenenrente abgezogen, sodass im Regelfall von einer Ausgleichszahlung abzuraten ist.

Fazit

Die Ausgleichszahlung für Rentenabschläge ist sicher kein Geheimtipp, mit der sich in Zeiten der Nullzins-Politik Traumrenditen erzielen lassen. Vielmehr handelt es sich hierbei um eine solide Möglichkeit der Geldanlage ohne großes Verlustrisiko, mit der das Langlebigkeitsrisiko abgesichert wird. Aufgrund der Rentenanpassungen ist die aus der Ausgleichszahlung resultierende Rentenzahlung sogar vergleichsweise inflationssicher.

Ist man auf der Suche nach einem sicheren Produkt mit lebenslanger Zahlung, sollte man beim Vergleich der Angebote privater Versicherungen die gesetzliche Renten auf jeden Fall nicht völlig außer Acht lassen. Denn das „Produkt“ Ausgleichszahlung kann sich durchaus mit den Produkten privater Unternehmen messen.

Wann sich die Einzahlung exakt amortisiert,  ist stark von der individuellen Lebens- und Steuersituation abhängig. Eine Beratung kann diesbezüglich durchaus sinnvoll sein. Als Faustformel kann unterstellt werden, dass sich die Einzahlung nach knapp über 20 Jahren des Rentenbezugs amortisiert hat.

Verfahren der Antragsstellung

Erscheint die Ausgleichszahlung von Rentenabschlägen in eurer derzeitigen Lebenssituation sinnvoll oder wollt ihr euch zumindest einmal ausrechnen lassen, wie hoch der maximale Ausgleichsbetrag wäre, ist die Ausrechnung formell bei eurem zuständigen Rentenversicherungsträger zu beantragen. Hierzu nutzt ihr den Vordruck V0210. Im Vordruck befindet sich ein Hinweis auf eine Arbeitgeberbescheinigung (V0211). Die Angaben eures Arbeitgebers werden erbeten, damit euer aktuelles Einkommen bis zum Rentenbeginn fortgeschrieben wird. Wünscht ihr, dass euer Arbeitgeber nicht beteiligt wird, könnt ihr auf das Einreichen des Vordrucks V0211 verzichten. Ihr solltet einfach handschriftlich auf dem Vordruck vermerken, dass ihr keine Beteiligung des Arbeitgebers wünscht.In diesem Fall wird nicht euer aktuelles Einkommen bis zum Rentenbeginn prognostiziert, sondern das im Vorjahr der Antragsstellung bezogene Einkommen. 

Zusätzlich zum Vordruck V0210 müsst ihr entweder den Vordruck V0100 oder V0300 ausfüllen. Den V0100 nutzt ihr, wenn ihr bisher noch keine Kontenklärung habt durchführen lassen – also z. B. Zeiten der Schul- und Berufsausbildung, des Auslandaufenthalts oder der Kindererziehung noch nicht anerkannt wurden. Habt ihr dieses bereits einmal erledigt, genügt das Ausfüllen des deutlich kürzeren V0300.


Gibt es weitere Fragen oder Anmerkungen zur Ausgleichszahlung für Rentenabschläge? Dann schreibt diese doch gerne in den Kommentarbereich.

 

17 Antworten

  1. Bernd U. sagt:

    Ein Hallo an den Rentenfuchs,

    das ist der bisher beste Artikel zu diesem Thema !

    Ein paar Informationen zu der Höhe der Abschlagszahlung kann man sich ( auf Seite 35, ZuT Ausgabe 1.7-31.12.2018) aus folgender Publikation holen.
    https://www.deutsche-rentenversicherung.de/BayernSued/de/Inhalt/Allgemeines/Pool_BY/Zahlen_und_Tabellen/ZuT_2018_7.html

    Weiterhin muss man die Höhe der aktuellen Rentenbeiträge beachten, für 2018 bis 2022 (?) soll der bei 18,6% verbleiben, danach steigt er bis 20 % und eventuell auch höher an. Man kauft also zur Zeit „günstig“ Punkte, spätere Zahlungen senken den Ertrag an Rentenpunkten ein wenig.

    Das Rentenniveau soll bis 2025 bei 48% verbleiben, danach fällt es vermutlich bis 2031 auf 43% ab. Ein früherer Rentenbezug sichert auch ein etwas höheres Rentennivea ab.

    Da ich die „Gnade der späten Geburt“ (1964) habe, muss ich bis 2031 auf die reguläre Altersrente warten. Ich kann vermutlich auch schon mit zwei Jahre früher die volle Altersrente beziehen. Das Rentenniveau fällt von 2029 bis 2031 so stark ab, das ich fast die gleiche Bruttorente bekommen würde. Nach Steuern wird es sogar weniger, da der Steuersatz steigt.

    Wenn der Rentenfuchs das bitte nachrechnen könnte.

    • Rentenfuchs sagt:

      „Ein früherer Rentenbezug sichert auch ein etwas höheres Rentenniveau ab.“

      Hierbei handelt es sich um einen Irrglauben. Das Rentenniveau beschreibt, die Höhe der Netto-Rente eines Durchschnittsverdieners vor Steuern, der 45 Jahre lang in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, im Vergleich zum Netto-Arbeitsentgelt eines Durchschnittsverdieners vor Steuern. Die Höhe der Rente ist allein davon abhängig, wie viele Rentenpunkte man im Laufe seines Erwerbslebens erworben hat und wie hoch der aktuelle Rentenwert – also der gesetzlich festgelegte Wert für einen Rentenpunkt – ist. Unter Absinken des Rentenniveaus versteht man, dass der aktuelle Rentenwert weniger stark steigt als die Löhne der Arbeitnehmer – wenn die Löhne also beispielsweise um 2 % steigen, der aktuelle Rentenwert hingegen nur um 1 %, dann sinkt vereinfacht gesagt das Rentenniveau. Entscheidend ist, dass der aktuelle Rentenwert für alle Rentner unabhängig vom Rentenbeginn gleich hoch ist. Die Aussage „das[s] ich [aufgrund des Absinkenden Rentenniveaus] fast die gleiche Bruttorente bekommen würde“, unabhängig davon, ob ich 2029 oder 2031 in Rente gehe ist somit nicht richtig. Wer zum Beispiel bis 2031 46 Rentenpunkte gesammelt hat, erhält zwingend mehr Rente als derjenige, der 2029 in Rente geht und nur 45 Rentenpunkte angesammelt hat.

  2. Ralf sagt:

    Hallo Rentenfuchs,

    vielen Dank für diesen sehr guten Artikel – einer der besten im Netz!

    Ich möchte für die privat Krankenversicherten folgenden Aspekt einbringen:

    Mit Rentenbeginn entfällt der Anteil zur Krankenversicherung, den bisher der Arbeitgeber gezahlt hat. Dafür erhält man auf Antrag einen Zuschuss des Rentenversicherungsträgers, wenn man eine gesetzliche Rente bezieht. Dieser Zuschuss beträgt derzeit 7,3 Prozent der gesetzlichen Rente, höchstens aber die Hälfte des Beitrags zur Krankenversicherung. Damit wirkt der Zuzahlungsbeitrag auch auf diesen Zuschuss.

    Ich persönlich beschäftige mich derzeit intensiv mit dieser Option. Meine Pros sind:
    – ich brauche eine hohe lebenslange Rente, da ich lebenslange Verbindlichkeiten wie z.B. die private Krankenversicherung habe
    – Sicherheit – ich halte die gesetzliche Rente für sicher (ein Standpunkt über den man Stunden diskutieren kann)
    – Es passt zu meiner Vermögensstruktur – letztlich sind Renten Staatspapiere – und sind eine sehr solide Anlageklasse.
    – die positive steuerliche Wirkung, die ich bereits mit meinem Steuerberater abgeklärt habe
    – Bequemlichkeit – anders als Immobilien oder Aktien muss ich bei Renten nichts tun

    Ob ich allerdings dann tatsächlich mit 63 in Rente gehe, ist offen ..

    Beste Grüße
    Ralf

    • Rentenfuchs sagt:

      Vielen Dank für das große Lob!

      Aufgrund des Zuschusses zur privaten Krankenversicherung ist die Ausgleichszahlung natürlich besonders attraktiv für Personen, die privat krankenversichert sind. Die von Ihnen genannten Vorteile der Ausgleichszahlung gelten aber genauso für gesetzlich Krankenversicherte.

      Ob die Ausgleichszahlung das richtige „Anlageprodukt“ ist, ist letztlich eine sehr persönliche Entscheidung. Es gibt sicher rentablere Geldanlagen, die jedoch keine regelmäßigen Zahlungen garantieren und mit höheren Risiken einhergehen. Auch der notwendige Zeitaufwand ist bei Immobilieninvestments und Aktien sicher deutlich höher. Letztlich halte ich es für wichtig, dass man eine bewusste Entscheidung trifft und dann auf „Was-wäre-wenn-Gedankenspiele“ verzichtet. Die Freude am Ruhestand wird hierdurch sicher positiv beeinflusst.

  3. Christine sagt:

    Hallo Rentenfuchs,

    finde Ihre Seite sehr informativ und ich fühle mich umfassend informiert. Sie haben mir sehr weitergeholfen.

    Vielen Dank für Ihren Einsatz in dieser doch komplexen Materie.

  4. Thomas Höfling sagt:

    Noch eine Anmerkung:
    Bei all den Kommentaren (auch zu anderen zu diesem Thema veröffentlichten Beiträgen) habe ich zum Punkt Rentabilitätsrechnung seltsamerweise nie das, wie ich finde, außerordentlich bedeutsame, wenn auch nicht wirtschaftlich relevante Argument der Steigerung der Lebensqualität gelesen.

    Wenn ich ohne Abschlag 3 1/2 Jahre früher in Rente gehen kann, habe ich in einer Lebensphase, die ja noch sehr aktiv gestaltbar sein kann, 3 1/2 Jahre mehr Zeit dazu, all die interessanten Tätigkeiten anzugehen, für die ich bei einem full-time-job niemals zeit haben würde.

    Das finde ich viel bedeutungsvoller als die Überlegung, ob sich die Zahlung nach 18 oder 21 Jahren amortisiert haben wird.

    • Rentenfuchs sagt:

      Ich persönlich finde es schwierig, im Rahmen der Ausgleichszahlung für Rentenabschläge mit einer Steigerung der Lebensqualität zu argumentieren. Denn auch wenn man sich gegen die Einzahlung entscheidet, hat man 1. die Möglichkeit seine Altersrente vorzeitig mit 63 Jahren zu beantragen und die Zeit ab dann aktiv zu gestalten. 2. kann derjenige, der nicht zusätzlich einzahlt, sein Geld ja in anderer Form für das Rentenalter zurücklegen. Der einzige Unterschied liegt darin, dass in einem Fall die gesetzliche Rente etwas höher ausfällt und im anderen Fall zwar weniger Rente gezahlt wird, dafür die Rente aber beispielsweise durch Zins- oder Mieteinkünfte aufgestockt wird. Welche Form der „zusätzlichen“ Altersvorsorge für einen persönlich am besten geeignet ist, hängt aus meiner Sicht von einer Vielzahl von Faktoren ab – inbesondere von der individuellen Einstellung. Hier gibt es meist kein richtig oder falsch – man sollte nur die verschiedenen Optionen mit ihren Vor- und Nachteilen kennen und dann entscheiden, was für einen persönlich am sinnvollsten ist.

  5. Thomas Höfling sagt:

    Also, sehr geehrter Herr Bäker,

    Ihr Artikel repräsentiert für mich die Beste und persönlich bisher sicher weitreichendste Internet-Recherche, die ich bisher gelesen habe!

    Hervorragend aufgebaut, deutlich und verständlich beschrieben, exakt die relevanten Fragestellungen allgemein nachvollziehbar beantwortet und das alles noch mit realistischen Beispielrechnungen belegt.

    Großartig!
    Ganz herzlichen Dank für Ihr außerordentliches Engagement auf diesem Gebiet.

    Ich werde Ihre Seite direkt weiter empfehlen!

  6. Konrad Sommer sagt:

    Super hilfreicher Artikel! Tausend Mal besser als jede Seite der Rentenversicherung bzw. von Steuer Seiten oder Finanzinstituten.
    Herzlichen Dank!

  7. Laura sagt:

    Hallo Rentenfuchs,
    tausend Dank! Ich finde das Thema mega interessant. Deine Seite ist für mich allein durch diesen Artikel ein echter Mehrwert (und den muss man mittlerweile oft mühsam suchen). Ich werde sie definitiv weiterempfehlen. Ich hoffe, du machst weiter! Was mich hier noch interessiert: Woher kommt der Berechnungsfaktor von 223,60 €, bzw. 227,02 € in der Formel?
    Du schreibst:
    „…Hätte man im Jahr 2007 einen Betrag von 50.000 € eingezahlt, um einen Rentenabschlag von 10,8 % auszugleichen, ergab sich daraus 2007 eine Brutto-Rentensteigerung von 196 €. Aufgrund der Rentenanpassungen liegt die zusätzliche monatliche Rente, die sich aus der damaligen Einzahlung ergibt, im Jahr 2017 bei brutto ca. 232 €“ Das hatte ich bisher nicht auf dem Schirm, dass man im Grunde mit dem Zeitpunkt der Einzahlung von den Rentenanpassungen profitiert, und schon vor Beginn der Rentenauszahlung einen Inflationsausgleich hat (mehr oder weniger halt). Du bist hier von den durchschnittlichen 1,66% Rentenanpassung ausgegangen, richtig?

    • Rentenfuchs sagt:

      Hallo Laura,
      ich freue mich total über dein positives Feedback. Schön, dass ich dir weiterhelfen konnte.

      Zu deiner ersten Frage:
      Auf den Faktor 223,60 € bzw. 227,02 € komme ich folgendermaßen: Der für die Rentenversicherung relevante Durchschnittsverdienst liegt im Jahr 2018 bei 37.873 € (2017: 37.103 €). Bei einem Beitragssatz von 18,6 % im Jahr 2018 (18,7 % im Jahr 2017) zahlt ein Durchschnittsverdiener exakt 7.044,38 € in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Damit erwirbt er einen Entgeltpunkt. Der Wert eines Entgeltpunktes liegt zurzeit noch bei 31,03 € (ab dem 01.07.2018 bei 32,03 €). Zusammengefasst heißt das, mit einer Einzahlung von knapp über 7.000 € steigere ich meine monatliche Brutto-Rente um 31 €.
      Will man seine Rente nun nicht um 31 €, sondern um 1 € steigern, dividiert man 7.044,38 € durch 31,03 € und erhält dann den Faktor von 227,02 €.
      Ich hoffe, dass die Berechnung einigermaßen klar geworden ist. Ansonsten melde dich gerne noch einmal!

      Zu deiner zweiten Frage:
      Dir ist genau richtig aufgefallen, dass bereits ab dem Zeitpunkt der Einzahlung ein Inflationsausgleich stattfindet. Durch die Einzahlung erkauft man sich nämlich Entgeltpunkte, deren Wert regelmäßig zum 01.07. (siehe oben) angepasst wird. Bei der Berechnung 2007 – 2017 habe ich den aktuellen Rentenwert des Jahres 2007 mit dem des Jahres 2017 verglichen. Wie die Rentenanpassungen in der Zukunft ausfallen werden, kann man zwar nicht vorhersehen, jedoch gehe ich stark davon aus, dass der Inflationsausgleich auch in den kommenden Jahren gewährleistet wird.

  8. Lieselotte Schmidt sagt:

    Ich habe gelesen, dass die Möglichkeit der Abschlagszahlung auch eine Möglichkeit ist, die Rente etwas zu erhöhen, indem man tatsächlich trotz geleisteter Abschlagszahlung nicht früher in Rente geht. Ich verfüge über einen Betrag, den ich dafür einsetzen könnte. Allerdings könnte ich bestenfalls die Hälfte des Abschlags ausgleichen, der im Fall einer Frührente mit 63 fällig würde. Ich frage mich daher, ob es sinnvoller ist, die besondere Rentenauskunft für einen Rentenbeginn mit 63 Jahren(dies wären 46 Monate vor Beginn meiner Regelaltersrente mit 66 Jahren und 10 Monaten) einzuholen und dann nur Hälfte des Abschlags zu zahlen – oder ob ich lieber von vornherein besser die Rentenauskunft für einen Renteneintritt mit 64 Jahren (und 11 Monaten) einholen sollte und den dann entstehenden Abschlag für 23 Monate voll ausgleichen sollte.

    • Rentenfuchs sagt:

      Hallo Frau Schmidt,

      meine Empfehlung wäre auf jeden Fall die besondere Rentenauskunft für das 63. Lebensjahr einzuholen.

      In der besonderen Rentenauskunft wird ein maximal einzahlbarer Betrag berechnet. Es ist unproblematisch, wenn sie nur die Hälfte einzahlen. Dann steigt Ihre Rente entsprechend nur um die Hälfte des ausgewiesenen Betrages. Der einzige Unterschied einer besonderen Rentenauskunft zu einem späteren Zeitpunkt liegt darin, dass der maximal einzahlbare Betrag geringer wird. Die Rentensteigerung bleibt hingegen gleich.

      Wenn auf der Grundlage einer Rentenauskunft ab dem 63. Lebensjahr 10.000 Euro eingezahlt werden oder auf der Grundlage einer Rentenauskunft mit 64 Jahren und 11 Monaten – In beiden Fällen beträgt die Brutto-Rentensteigerung zum Zeitpunkt der Regelaltersgrenze ca. 44 Euro. Durch die besondere Rentenauskunft mit 63 Jahren erhalten Sie sich zumindest die Möglichkeit, auch etwas mehr als die Hälfte einzuzahlen…man weiß ja nie, was in Zukunft noch kommt.

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