Ausgleichszahlung für Rentenabschläge durch den Arbeitgeber

Ausgleichszahlung für Rentenabschläge durch den Arbeitgeber

Vor einiger Zeit habe ich bereits einen sehr ausführlichen Beitrag zum Thema “Rentenabzüge ausgleichen” geschrieben. In dem Beitrag habe ich mich unter anderem mit folgenden Fragen beschäftigt:

“Wer kann zusätzlich in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, um Rentenabschläge auszugleichen?”

“Wie viel Geld lässt sich auf diesem Weg in der gesetzlichen Rentenversicherung unterbringen?”

“Lohnt sich das überhaupt?”

Und weil das Interesse am Thema so groß war, habe ich noch einen Folgebeitrag speziell zum Thema “Ausgleichszahlung und Steuern” veröffentlicht.

Doch wie es bei so umfangreichen Themen häufig ist:

Selbst diese beiden Beiträge enthalten nicht alle Antworten zum Thema “Ausgleichszahlung für Rentenabschläge”.

Viele Nachfragen zur Ausgleichszahlung durch den Arbeitgeber

Gerade zur Frage: “Kann auch der Arbeitgeber die Ausgleichszahlung leisten, welche Vorteile hat dies und was ist zu beachten?” haben mich eine Vielzahl an Rückfragen erreicht.

Da die Ausgleichszahlung durch den Arbeitgeber für viele Personen besonders interessant zu sein scheint und diesbezüglich viele offene Fragen bestehen, will ich mich diesem Thema in diesem Beitrag genauer widmen:

Kann auch der Arbeitgeber die Ausgleichszahlung leisten?

Beginnen wir mit den Grundlagen:

“Gibt es überhaupt die Möglichkeit, dass der Arbeitgeber für den Versicherten Rentenabschläge in der gesetzlichen Rentenversicherung ausgleicht?”

Die Antwort:

Ja, auch der Arbeitgeber kann für seine Arbeitnehmer Rentenabschläge ausgleichen.”

Welchen Vorteil hat es, wenn der Arbeitgeber die Ausgleichszahlung übernimmt?

Die Frage, die sich nun anschließt, ist natürlich:

“Warum sollte ich die Ausgleichszahlung überhaupt über meinen Arbeitgeber vornehmen lassen? Welche Vorteile hat dies?”

Aus meiner Sicht gibt es zwei Vorteile, die man sich in diesem Zusammenhang genauer anschauen muss:

1. Steuerlicher Vorteil bei Ausgleichszahlung durch den Arbeitgeber

Erfolgt die Ausgleichszahlung für Rentenabzüge über den Arbeitgeber, liegt der Vorteil darin, dass die Hälfte der durch den Arbeitgeber geleisteten Ausgleichszahlung gemäß § 3 Nr. 28 Einkommenssteuergesetz von vornherein steuerfrei ist und die andere Hälfte vom Arbeitnehmer steuerlich als Altersvorsorgeaufwendungen abgesetzt werden kann.

Beispiel:

Zahlt ein Arbeitgeber für einen seiner Arbeitnehmer 20.000 € in die gesetzliche Rentenversicherung ein, um dessen Rentenabschläge bei vorzeitigem Rentenbeginn auszugleichen, müssen nach § 3 Nr. 28 Einkommenssteuergesetz 50 % der Einzahlung – also 10.000 € – nicht versteuert werden.

Auf die andere Hälfte zahlt der Arbeitnehmer zwar zunächst Lohnsteuer, er kann die 10.000 € jedoch in seiner Steuererklärung als Altersvorsorgeaufwendungen absetzen. Die zunächst gezahlte Lohnsteuer erhält er so zum Teil vom Finanzamt zurück.

Erfolgt die Ausgleichszahlung für Rentenabschläge im Rahmen einer Abfindung, können für die zu versteuernden 50 % sogar die Vorteile der Fünftelregelung genutzt werden. Die tatsächlich zu zahlenden Steuern reduzieren sich somit noch weiter.

Wo ist aus steuerlicher Sicht der Unterschied zur Ausgleichszahlung, die der Arbeitnehmer selbst vornimmt?

“Steuerlicher Vorteil” hört sich erst einmal gut an…

Doch schaut man ein wenig genauer hin, stellt sich die Frage: “Wo liegt der Unterschied zur Ausgleichszahlung, die nicht über den Arbeitgeber läuft?” Denn in diesem Fall kann die getätigte Ausgleichszahlung doch ebenfalls steuerlich abgesetzt werden.

Auf unser obiges Beispiel übertragen könnten also rein gedanklich nicht nur 10.000 €, sondern 20.000 € steuerlich als Altersvorsorgeaufwendungen abgesetzt werden, wenn der Arbeitnehmer die Ausgleichszahlung selbst übernimmt.

Altersvorsorgeaufwendungen verringern das zu versteuernde Einkommen nicht um 100 %

Für Altersvorsorgeaufwendungen gilt bis Ende 2024 jedoch noch die Regelung, dass diese nicht zu 100 % steuermindernd berücksichtigt werden.

Im Jahr 2020 werden tatsächlich nur 90 % der Altersvorsorgeaufwendungen als Sonderausgaben berücksichtigt. Dieser Prozentsatz steigt Jahr für Jahr um 2 % an und erreicht 2025 dann die 100 %.

Die Folge dieser Begrenzung: Macht man im Rahmen seiner Steuererklärung 20.000 € als Altersvorsorgeaufwendungen geltend, werden hiervon tatsächlich nur 18.000 € als Sonderausgaben berücksichtigt.

Hätte hingegen der Arbeitgeber die Einzahlung übernommen, wären 10.000 € vollständig steuerfrei gewesen und die restlichen 10.000 € zu 90 %. In Summe würden damit 19.000 € steuerfrei bleiben – 1.000 € mehr, als wenn man selbst die Zahlung an die Rentenversicherung selbst übernommen hätte.

Und Achtung: Es gibt einen Höchstbetrag für absetzbare Altersvorsorgeaufwendungen

Dieser Vorteil wird zwar von Jahr zu Jahr unbedeutender und spielt dann ab 2025 keine Rolle mehr, aus steuerlicher Sicht gibt es jedoch noch ein weiteres Argument für die Ausgleichszahlung durch den Arbeitgeber:

Denn im Einkommensteuergesetz ist festgelegt, dass Altersvorsorgeaufwendungen nur bis zu einem bestimmten Betrag als Sonderausgaben abgesetzt werden können. Dieser Höchstbetrag liegt für eine ledige Person im Jahr 2019 bei 24.305 € (2020: 25.046 €). Für Verheiratete, die steuerlich gemeinsam veranlagt werden, erhöhen sich die maximal absetzbaren Sonderausgaben auf das Doppelte, also 48.610 € (2020: 50.092 €).

Der Höchstbeitrag ist schnell erreicht!

24.305 € hört sich zunächst nach einem recht hohen Betrag an.

Ihr müsst jedoch berücksichtigen, dass ein Teil dieses Maximalbetrags bereits durch andere Zahlungen aufgebraucht wird:

Von den maximal absetzbaren Altersvorsorgeaufwendungen werden nämlich auch die normalen Rentenversicherungsbeiträge des Arbeitnehmers und des Arbeitgebers sowie eventuell gezahlte Beiträge in eine Rürup-Versicherung abgezogen.

Beispiel:

Bei einem jährlichen Verdienst von 50.000 € zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammen bereits bereits 9.300 € an Rentenversicherungsbeiträgen. Der Höchstbetrag von 24.305 € reduziert sich um diesen Betrag, sodass für die Ausgleichszahlung tatsächlich nur noch 15.005 € verbleiben, die steuerlich abgesetzt werden können.

Bei einer Ausgleichszahlung von 20.000 € würde der Maximalbetrag somit bereits überschritten.

Bei Ausgleichszahlung durch den Arbeitgeber: Nur 50 %-Anrechnung auf den Höchstbetrag

An diesem Punkt kommen nun die Vorzüge der Ausgleichszahlung über den Arbeitgeber zum Tragen:

Denn erfolgt die Ausgleichszahlung über den Arbeitgeber, werden nur die 50 %, die der Arbeitnehmer in seiner Steuerklärung angegeben kann, auf die maximal absetzbaren Altersvorsorgeaufwendungen angerechnet. Die andere Hälfte der Ausgleichszahlung reduziert die maximal absetzbaren Altersvorsorgeaufwendungen hingegen nicht.

Werden also 20.000 € durch den Arbeitgeber in die Rentenkasse eingezahlt, können diese auch bei einem Jahresverdienst von 50.000 € voll steuerlich abgesetzt werden.

2. Keine Sozialversicherungsbeiträge bei Ausgleichszahlung durch den Arbeitgeber

Nachdem wir nun den ersten Vorteil der Ausgleichszahlung über den Arbeitgeber kennen, schauen wir uns noch den zweiten Aspekt an, der diese attraktiv macht:

Wird die Ausgleichszahlung durch den Arbeitgeber geleistet, müssen keine Beiträge zur Renten-, Kranken-, und Arbeitslosenversicherung abgeführt werden.

Begründung:

Die Beitragsfreiheit bei einer Ausgleichszahlung über den Arbeitgeber lässt sich rechtlich wie folgt begründen:

1. Wenn Einkommen steuerfrei ist, folgt daraus in den meisten Fällen auch, dass von diesem Einkommen keine Sozialversicherungsbeiträge entrichtet werden müssen.

Dies trifft auch auf die 50 % der vom Arbeitgeber geleisteten steuerfreien Ausgleichszahlung zu. Von diesen 50 % müssen daher keine Sozialversicherungsbeiträge abgeführt werden.

2. Aber auch von den anderen 50 % werden keine Sozialversicherungsbeiträge abgezogen. Denn diese gelten unabhängig vom Einzelfall als Entschädigung im Sinne des § 24 Nr.1 Einkommenssteuergesetz; und derartige Entschädigungen sind nicht beitragspflichtig.

Welche Sozialversicherungsbeiträge spare ich bei einer Ausgleichszahlung durch den Arbeitgeber?

Was heißt das konkret? Welche Sozialversicherungsbeiträge spare ich, wenn der Arbeitgeber die Ausgleichszahlung leistet?

1. Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung

Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung liegt zurzeit bei 18,6 % und wird hälftig vom Arbeitnehmer und hälftig vom Arbeitgeber getragen.

Als Arbeitnehmer spare ich somit 9,3 %, die der Arbeitgeber bei einer normalen Auszahlung als Lohn an die Rentenversicherung hätte abführen müsste.

Von 20.000 € müsste der Arbeitgeber bei einer regulären Auszahlung als Arbeitslohn beispielsweise 1.860 € an Rentenbeitrag abziehen.

Aber: Bei Beitragsfreiheit auch keine Rentenpunkte

1.860 € sparen hört sich zunächst gut an…

Tatsächlich liegt hierin aber sogar ein Nachteil für den Arbeitnehmer. Denn er spart sich nicht nur den Arbeitnehmerbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung, auch der Arbeitgeberbeitrag fließt nicht in die Rentenkasse.

Am besten wird dieser Nachteil an einem Beispiels deutlich:

Beispiel:

Frau Frank hat die Wahl:

Entweder ihr Arbeitgeber zahlt ihr 20.000 € als Lohn aus und sie zahlt das Geld selbst im Wege der Ausgleichszahlung in die Rentenkasse ein oder der Arbeitgeber übernimmt die Ausgleichszahlung.

Option 1:

Im ersten Fall werden Frau Frank tatsächlich nur 18.140 € ausgezahlt, weil von den 20.000 € die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung abgezogen werden. (Steuern und Beiträge zu den anderen Sozialversicherungsträger lasse ich an dieser Stelle unberücksichtigt, um das oben aufgeworfene Problem besser herausstellen zu können.)

Frau Frank zahlt dann die 18.140 € im Rahmen der Ausgleichszahlung in die Rentenkasse ein und der Arbeitgeber entrichtet von den 20.000 € den Arbeitnehmer- und den Arbeitgeberbeitrag zur Rentenkasse. In Summe fließen der Rentenversicherung also 21.860 € zu – 18.140 € Ausgleichszahlung + 1.860 € Arbeitnehmerbeitrag + 1.860 € Arbeitgeberbeitrag.

Option 2:

Übernimmt der Arbeitgeber hingegen die Ausgleichszahlung, ist er nicht verpflichtet, diese um den Arbeitgeberbeitrag aufzustocken. Bei einer Einzahlung von 20.000 € durch den Arbeitgeber würde Frau Frank somit auch nur Rentenanwartschaften im Wert von 20.000 € erwerben.

2. Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung

In der Realität werden von den 20.000 € Lohn jedoch nicht nur die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, sondern auch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen.

Der durchschnittliche Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung liegt aktuell (2019) bei 15,5 %, 7,75 % hiervon hat der Arbeitnehmer zu tragen.

Bei 20.00 € wären dies 1.550 € die man sich spart, wenn die Ausgleichszahlung über den Arbeitgeber läuft.

Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung liegt zurzeit bei 3,05 % beziehungsweise 3,3 % für Kinderlose (Arbeitnehmerbeitrag: 1,525 % bzw. 1,775 %).

Bei einer Ausgleichszahlung in Höhe von 20.000 € über den Arbeitgeber kommt es in der Pflegeversicherung somit zu einer Ersparnis von ca. 300 €.

3. Beitrag zur Arbeitslosenversicherung

Und auch in der Arbeitslosenversicherung spart man durch die Zahlung über den Arbeitgeber Geld. Bei einer Einzahlung in Höhe von 20.000 € liegt die Ersparnis für den Arbeitnehmer bei 250 €, da der Beitragssatz in der Arbeitslosenversicherung 2019 bei 2,5 % – 1,25 % sind durch den Arbeitnehmer- und 1,25 % durch den Arbeitgeber zu tragen – liegt.

Auch der Arbeitgeber spart Sozialversicherungsbeiträge

Für den Arbeitnehmer liegt die Gesamtersparnis an Sozialversicherungsbeiträgen somit – wenn er sich für eine Ausgleichszahlung in Höhe von 20.000 € über den Arbeitgeber entscheidet – bei ca. 4.000 €.

Seid euch aber bewusst, dass nicht nur ihr diese 4.000 € spart, sondern auch euer Arbeitgeber.

Euer Arbeitgeber kann also durchaus auch selbst Interesse an der Ausgleichszahlung über den Arbeitgeber haben. Und daher besteht an dieser Stelle durchaus Potenzial für Verhandlungen:

Steht ihr vor der Frage: “Auszahlung als Lohn oder Einzahlung in die Rentenkasse über den Arbeitgeber” sollte, wenn die Wahl auf Option 2 fällt, der Arbeitgeber aus meiner Sicht einen höheren Betrag in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen als er alternativ als Lohn ausgezahlt hätte.

Ich persönlich bin der Meinung, der Arbeitgeber sollte zumindest die gesparten Rentenversicherungsbeiträge oben drauf legen, also an den Arbeitnehmer weiterreichen.

Wie funktioniert die Ausgleichszahlung über den Arbeitgeber?

Nachdem wir uns die Vorteile der Ausgleichszahlung durch den Arbeitgeber genauer angeschaut haben, will ich abschließend die Frage beantworten:

“Wie muss ich vorgehen, wenn die Ausgleichszahlung über den Arbeitgeber erfolgen soll?”

1. Ihr benötigt eine besondere Rentenauskunft

Um eine besondere Rentenauskunft zu erhalten, müsst ihr den Vordruck V0210 bei dem für euch zuständigen Rentenversicherungsträger einreichen.

Im Vordruck wird auch eine Arbeitgeberbescheinigung (V0211 gefordert). Die Angaben eures Arbeitgebers werden erbeten, damit euer aktuelles Einkommen bis zum Rentenbeginn fortgeschrieben werden kann. Der V0211 ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Alternativ kann auf dem V0210 handschriftlich vermerkt werden, dass stattdessen das zuletzt gemeldete Einkommen weiter fortgeschrieben werden soll.

Zusätzlich zum Vordruck V0210 müsst ihr entweder den Vordruck V0100 oder V0300 ausfüllen. Welcher der beiden für euch relevant ist, hängt davon ab, ob euer Rentenkonto bereits geklärt ist (V0300) oder ob ihr noch keine Kontenklärung habt vornehmen lassen (V0100).

2. Stimmt euch mit eurem Arbeitgeber ab

Sobald euch die besondere Rentenauskunft vorliegt, könnt ihr diese in Kopie an euren Arbeitgeber weitergeben und mit diesem abstimmen, wann er wie viel Geld im Wege der Ausgleichszahlung in die Rentenkasse einzahlen soll.

Die Kontoverbindung des Rentenversicherungsträgers findet sich auf der besonderen Rentenauskunft. Der Rentenversicherung ist es egal, ob die Einzahlung durch den Arbeitgeber erfolgt oder durch den Arbeitnehmer. Eine besondere Mitteilung darüber, dass der Arbeitgeber die Ausgleichszahlung vornimmt, ist nicht erforderlich.

Wie der Arbeitgeber die Ausgleichszahlung (melde)technisch umsetzt, kann ich an dieser Stelle leider nicht beantworten. Sollte es diesbezüglich Experten geben, wäre ich für eine Ergänzung im Kommentarbereich sehr dankbar.

3. Setzt 50 % der Ausgleichszahlung von der Steuer ab

Nachdem der Arbeitgeber die Ausgleichszahlung vorgenommen hat, erhält der Arbeitnehmer vom Rentenversicherungsträger eine Bescheinigung über die Höhe des eingezahlten Betrags. Außerdem wird er darüber informiert, wie viel Geld jetzt noch maximal im Rahmen der Ausgleichszahlung eingezahlt werden kann.

Wie oben erläutert, kann der Arbeitnehmer 50 % der Ausgleichszahlung als Altersvorsorgeaufwendungen von der Steuer absetzen.

Hierzu nutzt ihr – zumindest bei der Steuererklärung für die Jahre 2017 und 2018 – die Anlage “Vorsorgeaufwand”. Unter der Rubrik “Beiträge zur Altersvorsorge” gebt ihr in Zeile 6 alle Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung an, die nicht bereits  in Zeile 4 geltend gemacht wurden. In Zelle 6 gehören daher auch die 50 % der durch den Arbeitgeber geleisteten Ausgleichszahlung.

Alternative: Einzahlung in eine Betriebsrente

Seid ihr auf der Suche nach Möglichkeiten, um möglichst steuer- und beitragsfrei für das Alter vorzusorgen, könnte alternativ auch die Einzahlung in eine Betriebsrente interessant sein.

Denn bis zu einer Höhe von 4 % der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung – im Jahr 2019: 3.216 € – sind Einzahlungen in eine Betriebsrente sowohl steuer- als auch beitragsfrei möglich.

Wenn die Einzahlungen 4 % der Beitragsbemessungsgrenze übersteigen, müssen von den übersteigenden Beträgen zwar Sozialversicherungsbeiträge abgeführt werden, bis zu einer Grenze von 8 % der Beitragsbemessungsgrenze (2019: 6.432 €) bleiben die Einzahlungen jedoch weiterhin steuerfrei.

Bei Verträgen, die erstmals 2019 geschlossen wurden, ist der Arbeitgeber sogar verpflichtet, einen Zuschuss von mindestens 15 % auf die Einzahlung des Arbeitnehmers zu gewähren.

Besondere Regelung bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Eine noch höhere Steuerersparnis lässt sich realisieren, wenn man seine Abfindung wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses in eine Betriebsrente einzahlt:

Nach § 3 Nr. 63 Einkommenssteuergesetz können im Rahmen der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses nämlich bis zu 4 % der jährlichen Beitragsbemessungsgrenze der allgemeinen Rentenversicherung vervielfältigt mit der Anzahl der Dienstjahre für den jeweiligen Arbeitgeber (maximal 10 Jahre) steuerfrei in eine Betriebsrente eingezahlt werden.

Sofern man 10 oder mehr Jahre für einen Arbeitgeber tätig war, wären dies im Jahr 2019 also bis zu 32.160 €, die man steuerfrei in einer Betriebsrente unterbringen könnte – allerdings mit den – euch vermutlich bekannten – “Nachteilen” einer Betriebsrente.

Hier gilt es: Nicht vorschnell handeln. Alternativen vergleichen. Beratung einholen.


Habt ihr Fragen oder Anmerkungen zur Ausgleichszahlung für Rentenabschläge durch den Arbeitgeber? Schreibt gerne einen Kommentar im Kommentarbereich oder eine E-Mail an rentenfuchs@gmx.de. Auch über Mitteilungen zu euren Erfahrungen mit der Ausgleichszahlung würden ich und vermutlich auch viele andere Leser sich sehr freuen.


Dieser Beitrag hat 58 Kommentare

  1. OVO

    Hallo Rentenfuchs,
    vielen Dank für die vielen Informationen und Hilfestellungen, die sehr hilfreich im Rahmen meines Beschäftigungsende sind. Dennoch habe ich jetzt eine spezielle Frage zur Reduzierung der Steuerlast.
    Zum 31.01.2021 habe ich das Unternehmen mit einem Alter von 57 Jahren verlassen und plane für 2021 keine weitere Arbeitstätigkeit und auch kein ALG-Bezug. (ich habe gekündigt und Ausgleichszahlung erhalten.)
    Ein Teil meiner Abfindung wurde durch den AG in die DRV als Ausgleich für eine mögliche Rentenkürzung eingezahlt. (40T€)
    Um die Steuerlast zu reduzieren, plante ich eine Rürup-Versicherung mit einer Einmalzahlung (ca. 23T€) in 2021 abzuschließen, damit der steuerliche Altersvorsorgeaufwendungsbetrag als Sonderausgabe ausgeschöpft ist.
    In der nach dem Ausscheiden vom AG erhaltenen elektronischen Lohnsteuerbescheinigung für 2021 stehen jetzt im AG – Anteil zur GRV der Betrag 20000 EUR (20000 EUR ist ja Steuerfrei) plus dem RV- Betrag vom Januar-Gehalt.
    Ich hatte im Vorfeld es so verstanden, dass im Rahmen einer Abfindungsvereinbarung/Ausscheiden aus dem Unternehmen die AG-Sonder-Einzahlungen in die DRV nicht als „normalen“ Posten in die RV vermerkt sind, und ich zu den 18,6% RV-Einzahlungsbetrag vom Monat 01.2021 noch mit fast 23 T€ den Altersvorsorgeaufwendungsbetrag als Sonderausgaben für 2021 ausschöpfen kann.
    Vielen Dank für eine Information, ob ich gedanklich falsch liege oder evtl. mein AG etwas falsch verbucht hat.

    1. Rentenfuchs

      Hallo, was die Anrechnung der durch den Arbeitgeber geleisteten Ausgleichszahlung auf den steuerlich absetzbaren Maximalbetrag betrifft, haben Sie dies leider etwas missverstanden: 50 % der vom Arbeitgeber geleisteten Ausgleichszahlung bleiben steuerfrei. Dieser Betrag wird nicht auf den Maximalbetrag angerechnet. Die anderen 50 % müssen versteuert werden, können dafür steuerlich aber auch als Altersvorsorgeaufwendungen abgesetzt werden; reduzieren dementsprechend aber auch den absetzbaren Maximalbetrag. Sofern Sie alleinstehend sind, verbleibt folglich nicht mehr allzu viel Spielraum für zusätzliche, steuerlich absetzbare Einzahlungen in einen Rürup-Vertrag (oder in die gesetzliche Rentenversicherung).

  2. Joachim Zink

    Hallo Rentenfuchs,

    der Artikel ist wirklich sehr informativ. Was ich allerdings vermisse ist die Behandlung des Solidaritätsbeitrags.
    Ich habe über meine Fa. 30.000€ von meiner Abfindung in die Rentenausgleichszahlung einzahlen lassen.
    15.000€ sind ja Steuerfrei und ich dachte von sonsigen Abgaben auch? Nun hat mir aber meine Fa. einen Solidaritätsbeitrag für die gesamten 30.000€ berechnet; ist das korrekt?
    Dann habe ich noch eine andere Frage: Ich dachte bei einer Abfindung muss die Fa. die Fünftelregelung anwenden, was leider nicht der Fall war. Wer hat Recht?

    Danke im Vorraus für Ihre Antwort und schöne Grüße

  3. Twostrokepower

    Hallo Rentenfuchs,
    sehr gut gemachte Seite mit vielen Informationen. Aber eine Frage hätte ich trotzdem noch bezüglich der Krankenkassenbeiträge: zum Jahresende 2021 soll ich eine Abfindung erhalten und die soll als Ausgleich für Rentenabschläge dienen. Der Arbeitgeber zahlt ein. Steuerlich ist das Thema hier denke ich hinreichend beantwortet. Aber was möchte die Krankenkasse davon haben ? Denn wenn ich eine “normale” Abfindung erhalte ( ohne Einhaltung der Kündigungsfrist , freiwillig versichert ) und danach ALG1 beziehe, gibt es eine Sperr-und Ruhezeit. Ich muß mich freiwillig versichern und die Krankenkasse hätte gerne über die Dauer der Ruhezeit den letzten Beitragssatz. Wie sieht das aus, wenn ich die Abfindung gar nicht mehr habe – sondern überwiesen an die Rentenversicherung ?.
    Vielen Dank vorab

    1. Rentenfuchs

      Wie im Beitrag erläutert, müssen von der Ausgleichszahlung keine Beiträge zur Krankenversicherung abgeführt werden, wenn diese über den Arbeitgeber geleistet wird.

  4. Wolfgang

    Hallo Rentenfuchs,

    der Artikel über das o.a. Thema ist sehr interessant. Ich stehe momentan vor der Entscheidung, ob ich das Angebot meines Arbeitgebers zur Zahlung der Ausgleichszahlung annehmen soll. Problematisch war für mich bisher, dass ich 50 % der Ausgleichszahlung versteuern muss. Wenn ich aber in dem Artikel lese, dass ich gleichzeitig ca. 90 % als Vorsorgeaufwand im Rahmen der Höchstbeträge wieder absetzen kann, relativiert sich das Problem deutlich. Deswegen meine Frage: Ist das in dem Artikel beschriebene Verfahren vom Finanzamt schon mal so anerkannt und bestätigt worden ? Ich wundere mich deshalb darüber, dass ich ja Vorsorgeaufwendungen geltend mache, die nicht ich sondern der Arbeitgeber geleistet hat. Vielen Dank für ein Rückäußerung.
    Wolfgang Peters

    1. Rentenfuchs

      Lieber Herr Peters,
      mir sind zumindest keine Fälle bekannt, in denen das Finanzamt hier Probleme gemacht hat. Da ich hierzu aber im Gesetzestext selbst keine klare Aussage finden konnte, habe ich mich hierzu auch an das Bundesfinanzministerium gewandt. Die Stellungnahme habe ich Ihnen per E-Mail weitergeleitet. Der zentrale Punkte in der Stellungnahme des BMF ist, dass der Sonderausgabenabzug auch dann möglich ist, wenn der Arbeitgeber die Ausgleichszahlung leistet. Absetzbar sind dann jedoch nur die 50 %, die nicht eh bereits steuerfrei sind. Alles andere wäre aber auch etwas abwegig…

  5. Christian B.

    Liebes Rentenfuchs-Team,
    auch ich habe einen Aufhebungsvertrag zum 31.12.2021 wegen Restrukturierung angeboten bekommen. Bin 60 Jahre alt und habe auch den GbB 50. Die Abfindung von 83.545 € kann ich auch erst in 2022 ausbezahlt bekommen und meine AG bietet an, einen Teil davon als Ausgleichszahlung in die DRV einzubezahlen. Versuche gerade mit meinem Steuerprogramm zu ermitteln, welche Variante für mich am Günstigsten wäre. Nun zu meiner Frage: Angenommen mein AG würde 23.545 € in die DRV einzahlen und den Rest von 60.000 € mir ausbezahlen wollen. Trage ich dann in Zeile 10 (Entschädigungen/Arbeitslohn für mehrere Jahre) der Lohnsteuerbescheinigung die 60.000 € ein und die 23.545 € für die DRV in die Zeile 23a (AN-Anteil gesetzl. Rentenversicherung) ein? Dieser Betrag wird automatisch als Vorsorgeaufwendungen berücksichtigt. Wäre euch echt dankbar, wenn mir das jemand beantworten könnte.
    Danke euch und liebe Grüße

    1. Hallo Christian B.,

      zunächst ist zu klären in welcher Höhe die Deutsche Rentenversicherung die Ausgleichszahlung zur Vermeidung von Rentenabschlägen nach § 187a SGB VI festgestellt hat. 50% von diesem Betrag kann der AG steuerfrei übernehmen (§ 3 Nr. 28 EStG). Diese 50% mindern ja Deine Abfindung und somit die Steuerlast. Die 50% sind somit nicht nochmal steuermindernd in der Einkommensteuererklärung zu erfassen. Zahlst Dein Arbeitgeber oder Du jedoch einen weiteren Betrag des Ausgleichsbetrages in die DRV ein, so ist dieser in der Anlage Vorsorgeaufwand zu erfassen. Zu beachten sind die Höchstbeträge der Altersvorsorgeaufwendungen.

      1. Rentenfuchs

        Kann die Ausführungen von Herrn Schmetz nur unterstreichen: Um das selbst einmal durchzurechnen, würde ich die 23.545 € halbieren – 50 % bleibt bei Einzahlung über den Arbeitgeber ja vollständig steuerfrei – und die andere Hälfte (11.773 €) in Zeile 6 (Beiträge zu gesetzlichen Rentenversicherungen) eintragen.

      2. Christian B.

        Lieber Herr Schmetz, lieber Rentenfuchs,
        genau diese Informationen habe ich gebraucht! Ganz herzlichen Dank dafür. Habe viel im Internet recherchiert gehabt aber nirgends diese Infos gefunden. Ihr seid einfach super!
        In diesem Zusammenhang habe ich noch eine abschließende Frage: eine Bedingung für die Anwendung der Fünftelregelung ist ja die Zusammenballung der Einkünfte. Fällt nun diese Bedingung weg und ist somit die Fünftelregelung nicht mehr anwendbar, wenn ich mir, wie von meinem Arbeitgeber angeboten, die Abfindung erst im Folgejahr, also im Januar 2022, auszahlen lasse? Im Jahr 2022 werde ich aller Voraussicht nach nur Lohnersatzleistungen (ALG 1) in Höhe von ca. 31.000 € und keine weiteren Einkünfte beziehen.
        Nochmals vielen Dank und ganz liebe Grüße

  6. DR

    Hallo Rentenfuchs, deine Kommentare sind wirklich super und sehr gut erklärt!
    Ich habe vor 2 Jahren 50.000 Euro als Rentenausgleich in die RV eingezahlt, damit ich im August 2021 ohne Minderung in die Rente gehen kann. Jetzt ergibt sich die Möglichkeit, dass der Arbeitgeber dies übernehmen könnte. Kann ich meine Zahlung rückgängig machen und den Arbeitgeber einzahlen lassen?
    Vorab schon mal vielen Dank!

    1. Rentenfuchs

      Hallo,
      wenn einmal Geld zum Ausgleich von Rentenabschlägen in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt wurde, ist es nicht möglich, sich dieses wieder auszahlen zu lassen. Sieht also schlecht aus. Sofern sich dein Arbeitsentgelt seit Ausstellung der besonderen Rentenauskunft positiv entwickelt hat, könnte man ggf. eine neue besondere Rentenauskunft anfordern. Vielleicht kann man über den Weg noch einen (sehr) kleinen Betrag nachschießen. Wenn überhaupt, wird der Betrag aber wohl nicht besonders hoch ausfallen…Mehr fällt mir aber auch nicht ein…

  7. Jens

    Super Webseite und super Informationen. Als “Betroffener” mit 60 Jahren verstehe ich langsam, wie Rente in Deutschland funktioniert und finanziert wird. Habe einen Link an meine Brüder weitergeleitet! Danke!

    1. Rentenfuchs

      Vielen Dank für den Kommentar! Freut mich sehr, dass Ihnen meine Webseite gefällt!

  8. Mario B.

    Moin Rentenfuchs,
    wirklich ein toller Artikel. Mein Respekt.
    Hätte noch ein paar Fragen:
    Bin jetzt gerade 50 geworden und habe den V0210 an die DRV geschickt.
    Was meinst du ist es möglich das man z.B. die nächsten 12 Jahre das Weihnachtsgeld vom Arbeitgeber in die Rentenkasse einzahlen läßt bzw. hast du von solchen Vereinbarungen gehört?
    Kennst du Betriebe die das machen?
    Gleichzeitig bin ich noch Mitglied im Betriebsrat und ich fände es toll wenn man für alle Mitarbeiter eine Regelung hinbekommen würde das Einzahlungen, vom Arbeitgeber, in die Rentenkasse möglich sind.
    Kennst du jemanden der uns in diesen Punkt als Betriebsrat beraten könnte. Das müsste natürlich nicht kostenlos sein. Wir haben immer ein Budget für Seminare bzw. Beratungen.
    Wäre super lieb wenn du dich bei mir melden würdest.
    Gruß
    Mario

    1. Rentenfuchs

      Moin Mario,
      freut mich, dass dir mein Beitrag gefallen hat!
      Zu deiner Frage: Sofern der Arbeitgeber das mitmacht und keine tarifvertraglichen Regelungen dem entgegenstehen, dürfte nichts gegen eine Einzahlung des Weihnachtsgeldes in die gesetzliche Rentenversicherung durch den Arbeitgeber sprechen.
      Was deine Idee betrifft, eine solche Regelung für den gesamten Betrieb bzw. die gesamte Branche zu regeln, gibt es bereits entsprechende Ansätze. So sieht beispielsweise der Tarifvertrag der IG Metall NRW die Möglichkeit der Ausgleichszahlung über den Arbeitgeber (inklusive Arbeitgeberbeteiligung) vor.
      Konkrete Personen, die euch diesbezüglich beraten könnten, kann ich dir leider nicht nennen. Sofern ich euch noch die ein oder andere Fragen beantworten kann, kannst du dich aber gerne bei mir melden (E-Mail: rentenfuchs@gmx.de).
      Liebe Grüße!

  9. Housy

    Hallo Rentenfuchs,

    vielen Dank für den aufschlussreichen Artikel.

    Eine Frage dazu hätte ich: In meinem Fall hat ein 20jähriges Arbeitsverhältnis mit einem Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze zum 30.09.2020 geendet. Die Zahlung der Abfindung ist für 2021 geplant. Kann der Arbeitgeber trotz bereits beendetem Arbeitsverhältnis (derzeit bin ich arbeitslos gemeldet und beziehe ALG1) einen Teil der Abfindung an die DRV zahlen? Und wenn ja, macht das Sinn?

    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen. Vielen Dank!

    1. Rentenfuchs

      Wüsste nicht, was dagegen sprechen sollte – gerade für den Fall der Abfindung ist die Ausgleichszahlung über den Arbeitgeber ja vorgesehen und die Zahlung einer Abfindung nach Ende des Arbeitsverhältnisses ist ja durchaus nicht unüblich.

      In Ihrem Fall kann sich die Einzahlung sogar besonders lohnen, da sich bei Kombination von Arbeitslosengeld I und Abfindung durch die Ausgleichszahlung aufgrund der Fünftelregelung häufig hohe Steuervorteile realisieren lassen. Ob dies aber auch in Ihrem Fall zutrifft, hängt von der individuellen steuerlichen Situation ab; kann also sicher nur ein Steuerberater sagen.

  10. Ragnar

    Funktioniert die Steuerfreiheit auch bei Entgeltumwandlung, also wenn ich beispielsweise 70.000 p.a. verdiene und ich verzichte zugunsten der Ausgleichszahlung durch den Arbeitgeber auf 20.000?

    1. Rentenfuchs

      Ja, solange die Ausgleichszahlung über den Arbeitgeber läuft, bleiben 50 % steuerfrei – dabei ist es egal, ob der Betrag für die Ausgleichszahlung aus einer Abfindung stammt oder aus dem regulären Arbeitsentgelt.

  11. Johannes Stange

    Entschuldigung, habe zu schnell gesendet. Sollte natürlich noch sein: Vielen Dank im Voraus für eine Erklärung!

  12. Johannes Stange

    Guten Tag, tatsächlich sind die Erklärungen hier klasse. Bisher konnte mir niemand konkret antworten. Kompliment und vielen Dank! Ich frage einmal konkret nach, da meine Unterlagen seitens des Arbeitgebers mich verwirren:
    Im letzten Gehaltszettel hat mein AG unter den Jahreswerten das Jahresgehalt sowie den in die Rente von ihm eingezahlten Betrag für Vermeidung einer Rentenkürzung getrennt ausgewiesen (letzeren Betrag als “betrieblliche Altervorsorge”, Steuern wurden aus dem Betrag nicht abgezogen). In der elektr. Lohnsteuerbescheinigung taucht die Sonderzahlung gar nicht auf.
    Im Januar 21 gibt es dann noch die an mich zu zahlende Abfindung; hierzu liegen mir noch kein Gehaltszettel bzw. keine Steuerbescheinigung vor.
    Muss ich nun in der Steuererklärung für 2020 mein Jahresgehalt um meine 50% der Zusatzzahlung in die Rente erhöhen und dann wie üblich die Rentenbeiträge AG und AN jeweils erhöhen? Wobei der AN-Anteil gem. meinem Programm unter “Beiträge zur freiwilligen Höhervers….” oder “weitere Rentenversicherungen” gehört.
    Kann ich dann für 2021 die Fünftelregelung in Anspruch nehmen, da die vorerwähnte Einzahlung ja keine Abfindung ist (wird im Urteil auch nicht so bezeichnet), sondern nur die weitere Abfindung so bezeichnet werden?

    1. Rentenfuchs

      Guten Tag,
      der steuerfreie Teil der über den Arbeitgeber geleisteten Ausgleichszahlung muss gar nicht in der Steuererklärung angegeben werden. Denn dieser wirkt sich ja auch nicht auf die zu zahlenden Steuern aus. Die anderen 50 % – also der steuerpflichtige Teil – würde ich in Zeile 6 (Anlage Vorsorgeaufwand) eintragen. Groß hin- und herrechnen musst du was deinen Lohn betrifft eigentlich nicht. Die Beträge müssten in deiner Jahressteuerbescheinigung bereits an den richtigen Stellen ausgewiesen sein.

      Das mit der Fünftelregelung dürfte nicht klappen, sofern die Ausgleichszahlung nicht im Wege einer Abfindung geleistet wurde.

  13. RM

    Hallo Rentenfuchs,

    der Artikel ist wirklich Super und auch die ganzen Beispiele und Erklärungen. Ich habe aber trotzdem noch ein paar Fragen zu meinem eigenem Fall. Ich habe wie beschrieben die Rentenauskunft V0210 und die Arbeitgeberbescheinigung V0210 im Oktober ausgefüllt/eingereicht und das Antwortschreiben an meinen Arbeitgeber weitergeleitet.
    In Absprache mit HR wurde nun im Dezember die Ausgleichzahlung an die Rentenversicherung durchgeführt, AG + AN mit jeweils 20.000 Euro => plus eine einmalige/zusätzliche Endgeldzahlung von 15.000 Euro, diese entspricht genau der Summe der „sonst „ Lohnsteuer + Soli für die einmaligen Aufwendung vom AG (RV-Beitrag + Aufwand einm. Netto), die Lohnabrechnung sieht wie folgt aus.

    Entgeltbestandteile: Monat
    Gehalt 7.000 Euro
    AG-Aufwand einm. 15.000 Euro entspricht Summe aus Lohnsteuer + Soli (sonst.)
    AG zus. RV-Beitrag 20.000 Euro einm. Ausgleichszahlung Rentenminderung an RV
    AN zus. RV-Beitrag 20.000 Euro einm. Ausgleichszahlung Rentenminderung an RV

    Bruttoentgelte Monat Jahr
    Gesamt Brutto 62.000 Euro 139.000 Euro
    Steuer-Brutto, sonst. 35.000 Euro 35.000 Euro (AG: Aufwand einm.+ zus. RV-Beitrag)
    Steuer-Brutto, lfd. 7.000 Euro 84.000 Euro

    Abzüge Monat Jahr
    Lohnsteuer, sonst. 14.000 Euro 14.000 Euro (Steuer: AG RV-Beitrag + AG Aufwand einm.)
    Soli, sonst. 1.000 Euro 1.000 Euro (Soli: AG RV-Beitrag + AG Aufwand einm.)
    Lohnsteuer, lfd. 1.050 Euro 12.000 Euro
    Soli, lfd. 50 Euro 600 Euro
    ………

    Welches „Brutto“ muss nun in der Lohnsteuerbescheinigung unter Pos.3 stehen und unter welchen Positionen bzw. in welcher Anlagen werden die RV-Beitrage (Ausgleichszahlung AG und AN) in der Steuererklärung eingetragen und in welcher Höhe. Die monatlichen RV-Beiträge stehen ja weiterhin mit ca. 7.500 Euro unter 22a bzw. 23a und sollten von der Summe identisch sein.
    Mit meinen unterschiedlichen Annahmen und Eingaben im Steuerprogram komme ich aktuell auf Nachzahlungen bis ca. 3.000 Euro, aber auch auf Erstattung von ca. 7.000 Euro (wäre optimal).
    Ich hoffe sie haben dazu einfache Hinweise und Antworten.

    Gruß und Dank RM

    1. Rentenfuchs

      Hallo, da ich kein Steuerberater bin, kann ich Ihnen auch nur bedingt auf Ihre Frage antworten. Ich persönlich würde die regulär gezahlten Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung in Zeile 4 der Anlage Vorsorgeaufwand (Arbeitnehmeranteil) bzw. in Zeile 9 (Arbeitgeberanteil) eintragen. Die Hälfte der Ausgleichszahlung – die andere Hälfte ist ja steuerfrei – würde ich in Zeile 6 angeben. Sofern die Ausgleichszahlung im Wege einer Abfindung gezahlt wurde, müsste meiner Vermutung nach unter 3 (Brutto-Arbeitslohn) der reguläre Verdienst – ohne Ausgleichszahlung – stehen und unter 10 – in der Steuererklärung in Zeile 17 einzutragen – die Hälfte der geleisteten Ausgleichszahlung. Sicher beantworten kann Ihnen dies aber wohl nur ein Steuerberater. Hoffe, dass ich aber zumindest etwas weiterhelfen konnte.

  14. G. W.

    Hallo Rentenfuchs, ich wünsche ein gesundes Jahr 2021.
    Die Beiträge sind sehr aufschlussreich für mich. Ich hätte gerne eine Antwort zu folgendem Problem:
    Mein AG hat für mich im Dezember 2020 eine Ausgleichszahlung bei der DRV vorgenommen und übernimmt auch die Steuerzahlung dafür.
    In der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung stehen diesbezüglich folgende Einträge:
    Zeile 12 – einbehaltener Solizuschlag der Hälfte der Ausgleichszahlung
    Zeile 11 – einbehaltene Lohnsteuer der Hälfte der Ausgleichszahlung
    Zeile 10 – die Hälfte der Ausgleichszahlung + Inhalt Zeile 11 und 12
    Zeile 22a – AG-Anteil zur RV vom normalen Einkommen
    Zeile 23a – AN-Anteil zur RV vom normalen Einkommen + Inhalt Zeile 10
    Das leuchtet mir eigentlich ein, aber wenn ich diese Beträge so in mein Lohnsteuerprogramm (was in den letzten Jahren immer gut funktionierte) übertrage, ergibt sich eine “Steuerrückerstattung”, die viel zu hoch ist (ca. um die Beträge aus Zeile 11 und 12).
    Was kann hier falsch sein, die elektronische Lohnsteuerbescheinigung oder mein Steuerprogramm?
    Eine Antwort würde mir sehr helfen. Vielen Dank schon mal.

    1. Rentenfuchs

      Hallo, da ich kein Steuerberater bin, kann ich Ihre Frage leider nicht sicher beantworten; was mir als Laie etwas komisch vorkommt, aber durchaus korrekt sein kann, ist, dass bei der Eintragung in Zeile 23a die Hälfte der Ausgleichszahlung aufgeführt wird. Kann womöglich daran liegen, dass es hierfür keine gesonderte Zeile gibt. In der Steuererklärung würde ich die Hälfte der Ausgleichszahlung jedoch nicht in in Zeile 4 der Anlage Vorsorgeaufwand eintragen, sondern in Zeile 6. Ob das einen Unterschied macht, kann ich Ihnen jedoch nicht sagen.

  15. Oliver

    Hallo Rentenfuchs,
    Vielen Dank für den großartigen Artikel.
    Kurze Frage bzgl Abfindung:
    Gäbe es die Möglichkeit eine Vereinbarung mit dem Arbeitgeber zu treffen,
    dass ein Teil der Abfindung als Entgeld für erbrachte Leistungen gezahlt wird, den man als Wertguhaben zur DRV transferiert

    und der andere Teil als Entschädigung für zukünftig entgangenes Entgeld,
    welchen der Arbeitgeber z.T. als Ausgleichzahlung f. Rente mit 63 zur DRV
    und einen weiteren via Vervielfältigungsregel in die Betriebsrente einzahlt und den Rest nach Fünftelregelung versteuert auszahlt.

    Vielen Dank und viele Grüße
    Oliver

    1. Rentenfuchs

      Dass ein Teil der Abfindung als Wertguthaben an die DRV übertragen wurde, habe ich schon häufiger gehört – müsste also möglich sein. Bezüglich der Unterscheidung zwischen “Entgelt für erbrachte Leistungen” und “Entschädigung für zukünftig entgangenes Entgelt” kann ich leider nichts sagen. Auch die Aufsplittung auf Ausgleichszahlung und Einzahlung in die betriebliche Altersversorgung dürfte – sofern der Arbeitgeber damit einverstanden ist – kein Problem darstellen.

  16. Hans

    Hallo lieber Rentenfuchs,
    danke nochmals für deine super Beiträge.
    Mein AG bietet mir mit 59 eine Abfindung von 300.000 € an. Ich habe einen GdB von 50 und kann mit 61,5 und Abschlägen von 10,8 % in Rente gehen. In die Rentenversicherung müsste ein Ausgleichsbetrag von 60.000€ einbezahlt werden, damit ich ohne Abschlag in Rente gehen kann. Das heißt die ersten 50% also 30.000 € sind steuerfrei und die zweiten 50% auch 30.000 € müssten voll versteuert werden, wenn mein AG die Ausgleichszahlung tätigt. Bei der Steuererklärung könnten die zweiten zu versteuernden 50% 30.000 € als Vorsorgeaufwand eingetragen werden. Somit müssten nur 270.000 € nach der Fünftelregelung versteuert werden. Ist das so korrekt?

    Gruß
    Hans

    1. Rentenfuchs

      Hallo Hans,
      die 30.000 €, die bei einer Einzahlung über den Arbeitgeber vollständig steuerfrei bleiben, werden im Rahmen der Abfindung ja gar nicht berücksichtigt und müssen auch nicht versteuert werden – es bleiben also noch 270.000 €. Dieser Betrag reduziert sich jetzt aber noch weiter um den Anteil der Altersvorsorgeaufwendungen, die als Sonderausgaben abgesetzt werden können. Wie viel hier genau abgesetzt werden kann, hängt von der individuellen Lebens- und Steuersituation ab; im Jahr 2021 liegt der maximal absetzbare Betrag für Alleinstehende beispielsweise bei 25.787 € – wobei 92 % der Altersvorsorgeaufwendungen als Sonderausgaben berücksichtigt werden. Angenommen, du bist verheiratet und kannst somit die gesamten 30.000 € als Altersvorsorgeaufwendungen geltend machen, wären 92 % hiervon 27.600 €. Von den 270.000 € blieben also noch 242.400 € übrig.

  17. Marc S.

    Dieser Artikel ist einfach das beste, was ich hierzu im Internet gefunden habe! Jetzt weiss ich genau, was ich vom Arbeitgeber in die Rentenkasse einzahlen lasse. Kriege meine Abfindung in 2021. Keine weiteren einkommenssteuerpflichtigen Einkommen in 2021 geplant. Höchstbetrag für 2021 ist 25.046,00 EUR. Lasse vom Arbeitgeber den doppelten Betrag i.H.v. 50.092,00 in die Rentenkasse einzahlen. 25.046,00 EUR werden vom AG steuerfrei überwiesen, die anderen 25.046 EUR setze ich bei der ESt-Erklärung 2021 an!
    Das Konstrukt habe ich erst durch diesen Artikel verstanden. DANKE!!!

    1. Rentenfuchs

      Vielen Dank für deine Rückmeldung und freut mich sehr, dass ich weiterhelfen konnte!

  18. fgl

    Danke für den wie immer sehr informativen und ausführlichen Artikel.
    Ist eine Einzahlung in die Rentenversicherung durch den Arbeitgeber nur möglich für Ausgleichszahlung für Rentenabschläge (§ 187a SGB VI) oder sind die selben Überlegungen auch für die Nachzahlung freiwilliger Beiträge für Ausbildungszeiten (§ 207 SGB VI) anwendbar?
    Anders gefragt: Kann auch die Nachzahlung freiwilliger Beiträge für Ausbildungszeiten direkt durch den Arbeitgeber erfolgen und so die oben beschriebenen Steuervorteile genutzt werden?

    1. Rentenfuchs

      Die Sonderregelung im § 3 des Einkommenssteuergesetzes bezieht sich lediglich auf den § 187a, also die Ausgleichszahlung für Rentenabschläge. Die beschriebenen Vorteile lassen sich daher nicht auf die Nachzahlung für Schul- und Studienzeiten übertragen.

  19. Dr. Dietger Hesekamp

    Sehr gut gemachter Beitrag, eine Frage die sich mir stellt: Wenn der Arbeitgeber steuerfrei die Ausgleichszahlung übernimmt, bin ich dann gezwungen mit 63 Jahren in Rente zu gehen oder darf ich dann auch darüber hinaus noch arbeiten? Wenn ich länger arbeite wäre es doch nicht ganz sauber bzgl. der Sozialversicherung da vom Ausgleichsbetrag keine Sozialabgaben gezahlt wurden? Oder interpretiere ich das falsch? Wäre dankbar für eine Einschätzung bzw. Erklärung wie es sich dann verhält.

    1. Rentenfuchs

      Auch wenn die Ausgleichszahlung geleistet wurde, gibt es keine Verpflichtung mit 63 in Rente zu gehen – dabei ist es egal, ob die Ausgleichszahlung über den Arbeitgeber erfolgt ist oder man selbst eingezahlt hat.

  20. Beate

    Der erste Artikel, mit dem ich zu diesem Thema wirklich etwas anfangen kann, vielen Dank.
    Was ich aber immer noch nicht ganz verstanden habe, sind die Vorteile durch die Fünftelregelung. Entstehen diese dadurch, dass – wenn mein Arbeitgeber die komplette Ausgleichszahlung (bleiben wir bei Christas 70000€) an die DRV überweist, meine zu versteuernde Abfindung sich um diese 70000€ zunächst verringert?
    Und, unter welchen Umständen könnte es evtl doch vorteilhafter sein, den Ausgleichsbetrag über mehrere Jahre – 2021 (Jahr der Abfindungszahlung) und 2023 plus 2024 und evtl 2020 – zu verteilen, um vom jährlichen Freibetrag für Vorsorgeaufwendungen zu profitieren?

    Ich würde mich über eine Antwort freuen,
    viele Grüße,
    Beate

    1. Rentenfuchs

      Hallo Beate,
      da sind wir schon ziemlich tief im Steuerrecht, wo man bzw. ein Steuerberater nur anhand der individuellen Situation bestimmen kann, welche Konstellation aus steuerlichen Gesichtspunkte die optimale ist. Zu deiner Frage zur Fünftelregelung noch ein kleines Beispiel:
      Konstellation 1: Liegt das zu versteuernde Einkommen eigentlich bei 20.000 €, müsste man im Jahr 2020 2.346 € an Steuern zahlen.
      Kommt nun eine Abfindung in Höhe von 70.000 € dazu, wären die 70.000 € zunächst durch 5 zu teilen (14.000 €), in einem zweiten Schritt zu bestimmen, wie hoch die Steuerbelastung bei einem Einkommen von 34.000 € wäre (6.442 €) und die Differenz (6.442 € – 2.346 € = 4.096 €) dann wieder zu verfünffachen. Von den 70.000 € müssten somit 20.480 € an Steuern abgeführt werden. Eine Ausgleichszahlung – egal ob über den Arbeitgeber oder nicht – habe ich in dieser Berechnung zunächst nicht berücksichtigt.
      Schauen wir uns nun an, welche Auswirkungen die Ausgleichszahlung haben kann (lediglich ein Beispiel; die konkreten Werte hängen von der individuellen steuerlichen Situation ab):

      Zahlt der Arbeitgeber 70.000 € im Wege der Ausgleichszahlung in die Rentenkasse ein, bleiben hiervon 50 % vollständig steuerfrei – 35.000 € werden bei der Berechnung der auf die Abfindung zu zahlenden Steuer also nicht berücksichtigt. Die verbleibenden 35.000 € können zumindest zum Teil noch als Altersvorsorgeaufwendungen bzw. Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Der Maximalbetrag für Alleinstehende liegt im Jahr 2020 bei 25.046 €, wobei man hiervon bereits gezahlte Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung abziehen muss. Gehen wir von einem Brutto-Verdienst in Höhe von 30.000 € aus, ist folgender Betrag abzuziehen 30.000 € x 18,6 % = 5.580 €. Tatsächlich als Altersvorsorgeaufwendungen können also 19.466 € angesetzt werden, von denen wiederum 90 % (17.519,40 €) als Sonderausgaben berücksichtigt werden und das zu versteuernde Einkommen reduzieren. Von den ursprünglichen 20.000 € an zu versteuerndem Einkommen, bleiben also nur noch 2.480,60 €. Da dieser Betrag unterhalb des Steuerfreibetrags von 9.408 € liegt, müssen hierauf überhaupt keine Steuern mehr entrichtet werden. Die 2.346 € an Steuern von oben hat man sich also bereits gespart. Rechnen wir jetzt noch aus, wie viel Steuern auf die Abfindung anfallen: Hier muss jetzt nur noch der Betrag von 35.000 € durch Fünf geteilt werden – die andere Hälfte ist ja steuerfrei – sodass wir auf ein zu versteuerndes Einkommen von 9.480,60 € kommen. Der Steuerfreibetrag ist damit knapp überschritten, bei einem solchen Einkommen wären exakt 10 € an Steuern zu zahlen. Diese 10 € müssen wiederum verfünffacht werden. Im Ergebnis müssen somit von den 70.000 € lediglich 50 € an Steuern gezahlt werden. Hierbei handelt es sich natürlich um ein Extrembeispiel, es zeigt aus meiner Sicht aber sehr gut, welche Möglichkeiten die Ausgleichszahlung gerade im Falle der Abfindung bietet.

      1. Beate

        Hallo Rentenfuchs,
        vielen herzlichen Dank für die ausführliche Antwort, die mir bislang niemand (auch kein Steuerberater) beantworten konnte. Jetzt weiß ich endlich, was ich zu tun habe 🙂
        Liebe Grüße,
        Beate

  21. SK

    Umfangreicher Artikel! Ich stehe auch gerade vor dem Thema. Allerdings gibt es Quellen, die sagen, dass der AG bis zu 50% der nötigen Ausgleichszahlung steuerfrei einzahlen kann. Du sagst, dass 50% der AG-Einzahlungen steuerfrei sind. Wenn das stimmt, was Du sagst, dann sind Einzahlungen des AG über 10.000€ uninteressant. Grund f. 2020: bei Einkommen über der BBG hat AG+AN bereits 15.400€ in die DRV eingezahlt. Die Höchstgrenze Altersvorsorge ist bei 25.046€. Dann wären von jedem Euro Einzahlung über der Höchstgrenze 50% “verschenkt”, da sie sich nicht mehr als Altersvorsorge absetzen lassen.
    Vielen Dank im Voraus

    1. Rentenfuchs

      Erfolgt die Ausgleichszahlung über den Arbeitgeber, bleiben 50 % der Einzahlung steuerfrei und werden nicht auf den Höchstbetrag angerechnet. Für die andere Hälfte gilt tatsächlich, dass diese steuerlich nur als Altersvorsorgeaufwendungen abgesetzt werden kann, wenn der Höchstbetrag noch nicht überschritten ist. Dabei muss man jedoch im Hinterkopf haben, dass für verheiratete Personen der Höchstbetrag doppelt so hoch liegt und dementsprechend in diesen Fällen noch mehr Spielraum besteht. Für Personen, die alleinstehend sind und oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze verdienen, gilt, dass wenn mehr als 20.000 € über den Arbeitgeber im Wege der Ausgleichszahlung eingezahlt werden, 50 % des die 20.000 € übersteigenden Betrages nicht mehr als Altersvorsorgeaufwendungen abgesetzt werden können. Die anderen 50 % bleiben aber weiterhin steuerfrei – also immer noch deutlich attraktiver, als wenn man die Ausgleichszahlung in einer Summe selbst und nicht über den Arbeitgeber leisten würde.

  22. Dirk

    Hallo Rentenfuchs,

    Sind die Einsparungen die eine Einzahlung für Ausgleichzahlungen für Rentenabschläge über den Arbeitgeber erfolgen abhängig davon, dass über die Betriebsrente bereits Steuern und Sozialabgaben einspart werden?

    Freundlich Grüßt
    Dirk

    1. Rentenfuchs

      Hallo Dirk,
      ob neben der Ausgleichszahlung auch in eine Betriebsrente eingezahlt wird oder nicht, spielt für die steuerliche Absetzbarkeit der Ausgleichszahlung keine Rolle.

  23. Kirsten Leube

    Hallo Rentenfuchs,
    Ich bin 58. Mein AG bietet im Rahmen einer Restrukturierung eine Abfindung an. Ich hatte mir von DRV den Ausgleichsbetrag ausrechnen lassen, um mit 63 in Rente gehen zu können. Ich möchte – wie von Dir beschrieben- den Ausgleichsbetrag direkt von meinem AG aus der Abfindung an die DRV zahlen lassen. Mein AG hat nun im Rahmen der Abfindung angeboten, einen Teil der Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung vom Ausscheiden (40%) bis zum 63 Lebensjahr als Einmalbetrag oder als monatliche Zahlungen bis zum 64. Lebensjahr zu uebernehmen. 1. Wie geht das? 2. Geht das zusammen mit der Idee, die Ausgleichszahlung aus der Abfindung direkt vom AG zu zahlen. Gibt es hier Hoechstbetraege aus steuerlicher Sicht zu beachten?
    Vorab vielen Dank

    1. Rentenfuchs

      Ganz klar ist mir das Angebot deines Arbeitgebers auch nicht. Was bei Abfindungen üblich ist, ist, dass der Arbeitgeber anbietet, die Abfindung oder einen Teil davon im Wege der Ausgleichszahlung in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen. Steuerlich gestaltet sich die Situation, wie im Beitrag beschrieben, dann so, dass die Hälfte der Einzahlung vollständig steuer- und beitragsfrei bleibt, die andere Hälfte zunächst versteuert werden muss, jedoch bei der Steuererklärung als Altersvorsorgeaufwendungen geltend gemacht werden kann. Dabei müssen jedoch die gesetzlichen Höchstgrenzen für die Absetzbarkeit von Altersvorsorgeaufwendungen berücksichtigt werden.
      Was die Alternative betrifft, also die monatliche Zahlung bis zum 64. Lebensjahr, müsstest du dich nochmal erkundigen, ob hierbei auch Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt werden und wie sich deren Höhe genau berechnet. Denn wenn der gleiche Betrag einfach auf einen längeren Zeitraum gestreckt wird, hat dies zur Folge, dass man am Ende weniger Rentenpunkte hat als bei der Einmalzahlung. Denn der Preis für einen Rentenpunkt steigt von Jahr zu Jahr. Auf der anderen Seite könnten sich hierdurch jedoch auch kleinere Steuervorteile ergeben. Dies ist aber stark von der individuellen Situation abhängig und müsste man wahrscheinlich mal mit einem Steuerberater durchrechnen.

  24. Stefan

    Hallo, Rentenfuchs-team,

    wirklich ein klasse Artikel, der alle Facetten abdeckt!
    Zur Einzahlung des Arbeitgebers einer Abfindung in die Rentenkasse: Muss dazu das Arbeitsverhältnis noch bestehen? Oder kann die Einzahlung auch nach dem Ende geleistet werden? Hintergrund: die Abfindung wird erst nach dem Vertragsende ausbezahlt.

    Danke,
    Stefan

    1. Rentenfuchs

      Hallo Stefan,

      gerade bei Abfindungen wird die Möglichkeit, die Ausgleichszahlung für Rentenabschläge über den Arbeitgeber laufen zu lassen, sehr häufig genutzt, da sich im Zusammenspiel mit der Fünftelregelung damit hohe Steuerersparnisse erzielen lassen. Dass die Abfindung erst nach dem Beschäftigungsende gezahlt wird, dürfte kein Problem darstellen.

  25. Bernd .M

    Ausgleichzahlung in Wertguthaben DRV

    Hallo Rentenfuchsteam,
    sehr umfangreich, und sehr gut erklärt. Top Job.👍

    Habe vom Arbeitgeber ein Angebot in Atz zu gehen,bedingt durch Restrukturierung im Betrieb.
    Die Arbeitnehmer können 6 Jahre mit 82% vom Netto in Atz gehen.

    Der Arbeitgeber wird auch eine Ausgleichszahlung für die Rente bezahlen.

    Wie im Artikel beschrieben ,gibt es mehrere Möglichkeiten die Ausgleichzahlung entsprechend in die Rente einzuzahlen.

    Besteht auch die Möglichkeit, die Ausgleichzahlung beim Arbeitgeber in ein Wertguthabenkonto zu schieben ,und dieses Konto an die DRV zu übertragen?

    Bei der Übertragung an die DRV fallen keine Steuern an.
    Die Steuern werden erst bei Abruf des Wertguthaben bei der DRV fällig.

    Im voraus vielen Dank.

    1. Rentenfuchs

      Hallo Bernd,
      die Ausgleichszahlung für Rentenabschläge und die Wertguthabenvereinbarung sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Sofern dein Arbeitgeber einverstanden ist, besteht auch die Möglichkeit die Abfindung oder einen Teil davon in ein Wertguthaben zu überführen und dieses dann aufgrund des Ausscheidens direkt an die DRV zu übertragen. Unter finanziellen Gesichtspunkten sollten Sie hier aber gut rechnen: Aus meiner Sicht bietet nämlich die Ausgleichszahlung mehrere Vorteile (Steuer- und Beitragsfreiheit), die Ihnen bei der Lösung über das Wertguthaben entgehen würden.

  26. Christa Franz

    Vielen Dank für die schnelle Antwort. Da muss ich aber doch noch mal nachfragen. Wenn die Rentenversicherung mir mitteilt, dass ich für meine Kürzung eine Ausgleichzahlung von 70.000 Euro zu leisten hätte und von meinem Arbeitgeber nur 35.000 Euro an die Rentenversicherung schicken lasse, dann wären nur 17.500 Euro für mich steuerfrei? Ich wollte “meine” 35.000 Euro erst dann an die RV zahlen, wenn es steuerlich Sinn für mich macht. Ich dachte bisher, dass es dafür das Schreiben der RV bezüglich der Höhe gibt. Liege ich da so falsch?

    1. Rentenfuchs

      Fast korrekt! Wenn der Arbeitgeber 35.000 € als Ausgleichszahlung für Rentenabschläge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, sind hiervon 50 % steuerfrei (17.500 €), die verbleibenden 50 % müssen (zunächst) versteuert werden, können dann von Ihnen im Rahmen der Steuererklärung jedoch – innerhalb der gesetzlichen Grenzen – als Altersvorsorgeaufwendungen steuerlich abgesetzt werden (Sonderausgabenabzug).

      1. Claudia J.

        Hallo Rentenfuchs-Team,

        vielen Dank für diesen ausführlichen Beitrag, ich hatte zu dem Thema schon bei der Rentenkasse, dem Finanzamt und dem Lohnsteuerhilfeverein angefragt und niemand war in der Lage, mir dazu was zu sagen. Jetzt habe ich aber noch eine Nachfrage. Die Personalabteilung meines AG ist durchaus bereit, einen Teil der anstehenden Abfindung direkt an die gesetzliche Rentenversicherung zu überweisen. Sie können dort aber keine Grundlage feststellen, auf deren Basis sie 50 % der Zahlung unversteuert lassen dürfen. Können Sie mir dafür einen rechtlichen Beleg nennen? Steht das irgendwo im EStG?

        Schöne Grüße
        Claudia J.

        1. Claudia J.

          PS: Liege ich richtig mit § 3 Nr. 28 EStG?

          1. Rentenfuchs

            Genau richtig!

  27. Christa Franz

    Ein Traum – solch ein Artikel. Ich stehe genau vor diesem Problem. Einen Teil meiner Abfindung möchte ich an die Rentenversicherung vom Arbeitgeber bezahlen lassen. Und hier meine Frage: muss ich zwingend die anderen 50 % auch einzahlen, damit die 50 % meines Arbeitgebers steuerfrei bleiben? Es wäre klasse, eine Antwort zu erhalten. Vorab vielen, vielen Dank.

    1. Rentenfuchs

      Hi, freut mich, dass dir der Beitrag gefallen hat. Tatsächlich zahlt der Arbeitgeber 100 % ein, sodass du gar nicht die Möglichkeit hast, nur die steuerfreien 50 % einzuzahlen. Von der Einzahlung des Arbeitgebers bleiben nur lediglich 50 % steuerfrei.

Schreibe einen Kommentar