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So teuer wird die Ausgleichszahlung für Rentenabschläge im Jahr 2023

In mehreren meiner Beiträge bin ich bereits darauf eingegangen: Im Vergleich zu den Vorjahren lassen sich Rentenabschläge im Jahr 2022 ziemlich günstig ausgleichen. Dies ist einem coronabedingten Sondereffekt geschuldet und wird bereits im kommenden Jahr wieder ganz anders aussehen.

Nachdem die Zahlen zur Rentenanpassung 2022 veröffentlicht wurden, lässt sich nun auch schon ziemlich genau abschätzen, wie teuer ein Rentenpunkt im Jahr 2023 voraussichtlich sein. Und genau dies werde ich im Weiteren tun.

All jene, die Ihre Rentenabschläge erst im nächsten Jahr ausgleichen möchten, sollten also auf jeden Fall weiterlesen.

Berechnung des vorläufigen Durchschnittsentgelts 2023:

Um zu bestimmen, wie teuer die Ausgleichszahlung im Jahr 2023 sein wird, muss das vorläufige Durchschnittsentgelt für das Jahr 2023 berechnet werden.

Denn für die Ausgleichszahlung für Rentenabschläge gilt die besondere Regelung: Die Berechnung erfolgt immer anhand des vorläufigen Durchschnittsentgelts. Selbst wenn zu einem späteren Zeitpunkt das endgültige Durchschnittsentgelt bekannt ist, erfolgt keine Neuberechnung.

Das vorläufige Durchschnittsentgelt 2023 wird berechnet, indem das endgültige Durchschnittsentgelt des Jahres 2021 um den doppelten Faktor erhöht wird, um den sich das endgültige Durchschnittsentgelt zwischen 2020 und 2021 erhöht hat.

Den Ausgangspunkt für meine Berechnung stellt also der endgültige Durchschnittsverdienst 2020 dar, der sich ganz einfach den offiziellen Zahlen entnehmen lässt und bei 39.167 Euro liegt.

Da der endgültige Durchschnittsverdienst für das Jahr 2021 hingegen noch nicht offiziell feststeht, bediene ich mich hier eines Tricks: Aus den Zahlen zur Rentenanpassung 2022 entnehme ich einfach den Faktor, um den die Entgelte in den westdeutschen Bundesländern zwischen 2020 und 2021 gestiegen sind. Dieser Wert liegt bei 3,48 %.

Für das Jahr 2021 ergibt sich damit ein endgültiger Durchschnittsverdienst in Höhe von 40.530 Euro.

Die Berechnung des vorläufigen Durchschnittsentgelts 2023 stellt mit diesem Wissen nun auch kein großes Problem mehr dar: Hierfür muss lediglich der endgültige Durchschnittsverdienst 2021 – 40.530 Euro – mit dem Doppelten von 3,48 %, also mit 6,96 % vervielfältigt werden.

Für das Jahr 2023 komme ich folglich auf einen vorläufigen Durchschnittsverdienst in Höhe von 43.351 Euro.

Der in meinem Artikel „Ausgleichszahlung für Rentenabschläge – 2022 besonders günstig“ prognostizierte Mindest-Durchschnitt für 2023 ist damit deutlich überschritten worden. Damals hatte ich für das Jahr 2023 prognostiziert, dass der vorläufige Durchschnittsverdienst sicher bei 41.550 Euro, womöglich auch noch höher liegen wird.

So teuer wird der Entgeltpunkt im Jahr 2023

Da der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung aller Voraussicht nach auch im kommenden Jahr bei 18,6 % verbleiben wird, ergibt sich für das Jahr 2023 im Ergebnis ein Preis für einen Entgeltpunkt in Höhe von 8.063,29 Euro; gerundet also 8.060 Euro.

Vergleich mit dem Jahr 2022

Die große Frage, die sich nun stellt:

Wie sieht der Vergleich mit dem aktuellen, also dem Jahr 2022 aus?

Werfen wir dazu einfach einen Blick auf die Zahlen:

2022 kostet der Rentenpunkt noch 7.235,59 Euro, 2023 werden es dann ca. 8.060 Euro sein. Dies entspricht einem Anstieg um 824 Euro pro Rentenpunkt bzw. um 11,4 %.

Jemand, der sieben Rentenpunkte erwerben muss, um seinen Rentenabschlag in Gänze auszugleichen, müsste hierfür im Jahr 2022 rund 50.650 Euro zahlen, 2023 werden es dann um die 56.420 Euro seien – also rund 5.800 Euro mehr.

Hier geht es also um ganz schön hohe Beträge.

Schlussfolgerung

Doch welche Schlussfolgerung ist aus diesem Wissen zu ziehen? Sollte man nun auf jeden Fall zusehen, dass man seine Rentenabschläge noch im Jahr 2022 ausgleicht?

Eine pauschale Empfehlung lässt sich hier meines Erachtens nicht geben: Denn wie so häufig hängt es von der individuellen Situation und insbesondere der individuellen steuerlichen Situation ab, wie die Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung am sinnvollsten ausgestaltet wird.

Denn die Ausgleichszahlung ist zwar steuerlich absetzbar, jedoch nur bis zu einem gesetzlich festgelegten Höchstbetrag. Unter steuerlichen Gesichtspunkten ist es daher meist sinnvoll, die Ausgleichszahlung über einen möglichst langen Zeitraum zu strecken und im Gegenzug etwas höhere Preise für einen Rentenpunkt zu zahlen.

Beim Vergleich 2022 und 2023 geht es jedoch nicht um einen etwas höheren Preis, sondern um einen ziemlich deutlichen Preisanstieg. Aus meiner Sicht mag es daher durchaus sinnvoll sein, im Jahr 2022 einen erhöhten Betrag einzuzahlen und den Einzahlungsbetrag nicht ganz gleichmäßig auf die bis zum Rentenbeginn noch verbleibenden Jahre zu verteilen; der für die steuerliche Absetzbarkeit von Altersvorsorgeaufwendungen geltende Maximalbetrag sollte meiner Meinung nach aber weiterhin berücksichtigt werden.

Das Gute: Es gibt Möglichkeiten, mit denen man es schafft, dass die Ausgleichszahlung steuerlich dem Jahr 2023 zugerechnet wird, für diese aber noch die günstigen rentenrechtlichen Konditionen des Jahres 2022 gelten:

Entweder beantragt man die besondere Rentenauskunft ca. Ende 2022, sodass die Bescheiderteilung durch die Deutsche Rentenversicherung erst im Jahr 2023 erfolgt. Sofern man die Einzahlung dann innerhalb von drei Monaten nach Bescheiderteilung vornimmt, gelten ausnahmsweise noch die 2022er-Konditionen, steuerlich fällt die Zahlung aber schon ins Jahr 2023, weil hier das sogenannte Abflussprinzip gilt.

Oder: Will man keine (neue) besondere Rentenauskunft beantragen, kann man alternativ die Einzahlung auch innerhalb der ersten Januartage des Jahres 2023 veranlassen. Wie im Beitrag „Ausgleichszahlung für Rentenabschläge – 2021 einzahlen, aber von den 2022er-Konditionen profitieren?“ beschrieben, wird diese dann rentenrechtlich, nicht steuerrechtlich noch dem Vorjahr zugeordnet.

Dieser Beitrag hat 48 Kommentare

  1. Ralf

    Toller Beitrag & klasse Kommentare!
    Ich hätte noch 3 Verständnisfragen:
    1. Zählt die 3-monatige Bindung der Konditionen für die “Besondere Rentenauskunft” ab dem Beantragungstag oder dem Tag der offiziellen Aus- bzw. Zustellung durch die DRV?
    2. Wie lange würde ungefähr bzw. erfahrungsgemäß die Aus- bzw. Zustellung der “Besonderen Rentenauskunft” durch die DRV dauern? In meinem Fall durch die DRV Bayern.
    2. Würde sich der steuerlich absetzbare Höchstbetrag für die Ausgleichszahlung ändern, wenn ein lediger Mann in 2022 noch heiraten würde?
    Schon mal besten Dank für Eure Antworten!
    Servus aus MUC 😀

    1. Anonymous

      zu #1: Er gilt für 3 Monate nach Erhalt der Auskunft
      zu #2: Bei mir dauerte es eine Woche (online beantragt / Hamburg)
      zu #3: Ja, aber davon würde ich keine Heirat abhängig machen 🙂

  2. Conny

    Hallo Rentenfuchs, zuerst einmal vielen Dank für die vielen Informationen, so genau kann man das kaum irgendwo anders lesen.
    Ich habe jetzt eine vielleicht etwas blöde Frage aber diesen Fall kann ich nirgends finden. Wenn man verheiratet ist und der eine Ehepartner hat in 2022 nur 6 Monate Einkommen in Deutschland und den Rest als steuerfreies Einkommen in einem anderen EU Land verdient (Freistellung, nicht Anrechnung), gilt dann trotzdem der komplette Höchstbetrag von 51.278 für die Ehepartner für die Vorsorgeaufwendungen? Der andere Ehepartner war 12 Monate in DE beschäftigt und es soll in 2022 eine Ausgleichszahlung für eine vorgezogene Rente erfolgen. Erfolgt hier keine Kürzung der Vorsorgeaufwendungen wegen nur 6 monatiger Beschäftigung?
    Gruß

  3. Rugged Glory

    Hallo Rentenfuchs,
    ich habe folgende Idee, um von den günstigen Rentenpunkten 2022 und der vollen Absetzbarkeit 2023 zu profitieren:
    Rentenauskunft im 4. Quartal beantragen und im 4. Quartal eine erste Einzahlung in die RV leisten. die innerhalb der Absetzbarkeitsgrenzen liegt. Da die Auskunft doch 3 Monate gültig ist, dann Anfang 2023 eine zweite Einzahlung vornehmen, die dann steuerechtlich zu 2023 zählt.
    Geht das, oder darf man pro Bescheid nur einmal einzahlen?

    1. Gato Loco

      Ja, das geht.

      VG

    1. Ernst

      Kann man damit auch schon absehen, wie der Höchstbetrag für Altersvorsorge­aufwendungen 2023 sein wird?

      1. Max

        Allerdings, das ist die Beitragsbemessungsgrenze der knappschaftlichen Rentenversicherung West.

          1. Anonymous

            Die Beitragsbemessungsgrenze muss auch mit dem Beitragssatz (voraussichtlich 24,7 %) multipliziert werden 😉

          2. Rentenfuchs

            Korrekt. Multipliziert man die 107.400 Euro mit dem Beitragssatz von 24,7 %, kommt man für das Jahr 2023 auf 26.528 Euro. Für zusammenveranlagte Personen dann der doppelte Betrag.

  4. Wolfgang

    Hallo Rentenfuchs,

    zur besonderen Situation 2022 habe ich noch ein paar Fragen. Vorweg: Ich habe dieses Jahr bereits Rentenpunkte gekauft, möchte aber weitere 8,5 Punkte kaufen.

    1. Kann ich, obwohl ich dieses Jahr bereits gekauft habe, jetzt auch noch den von dir beschriebenen Weg gehen? Das heißt, zum Jahresende nochmal den besonderen Rentenbescheid anfordern und dann erst mit der Zahlung im Januar 2023 zuschlagen um den Beitrag im nächsten Jahr absetzen zu können? Das wäre in Kombination mit meiner nächsten Frage eine interessante Option.

    2. Habe ich es richtig verstanden, dass, wenn die angekündigte Gesetzesänderung (volle Absetzbarkeit der Vorsorgeaufwendungen aufgrund Abschaffung der Doppelbesteuerung) in 2023 tatsächlich kommt, ich den vollen Betrag (jetzt als Unverheirateter Grenze von 25.000 Euro abzgl. der Vorsorgeaufwendungen über den Arbeitgeber) für diese 8,5 RP (ca. 60.000€) voll in 2023 von der Steuer absetzen kann (entsprechendes Einkommen vorausgesetzt)?

    Damit könnte man die Vorteile der günstigen Rentenpunkte 2022 noch voll mitnehmen und hätte steuerlich trotzdem das Optimum.

    Vorab vielen Dank,

    1. Gato Loco

      Zur Frage 1, ja, das ist möglich.

      Zur Frage 2, hier liegt ein MIssverständnis vor. Die volle Absetzbarkeit bezieht sich nicht auf den maximalen absetzbaren Betrag der Altersvorsorgeaufwendungen. Dieser Höchstbetrag bleibt weiterhin bestehen und wird jedes Jahr angepasst. Die volle Absetzbarkeit bedeutet, dass den von Ihnen geleisteten Betrag ab 2023 zu 100% abgesetzt werden kann und nicht nur zu 96% wie bisher für das Jahr 2023 vorgesehen war.

      VG

      1. Anonymous

        Hallo Gato Loco,

        vielen Dank für die Antwort. Zu 2 bedeutet das aber, dass, wenn wir jetzt eine Grenze von 25.000 Euro haben, ich heute 96%, also 24.000 Euro an Vorsorgeaufwendungen steuerlich geltend machen kann, nächstes Jahr wären es dann die vollen 25.000 Euro. Im Endeffekt nur 1000 € Differenz. Habe ich das richtig verstanden?

        VG

        1. Gato Loco

          Ja, Sie haben es prinzipiell richtig verstanden. Zwei zusätzliche “kleine” Effekte dürfen Sie aber nicht außer Acht lassen:

          1) Die maximal absetzbare Altersvorsorgenaufwendungen im Jahr 2023 werden wahrscheinlich ein wenig höher als im Jahr 2022 (25.639 €) ausfallen.

          2) Wie hier im Artikel ausführlich beschrieben, werden Rentenpunkte im Jahre 2023 deutlich teuerer als im Jahre 2022. Nach aktuellem Referentenentwurf soll ein Rentenpunkt im Jahre 2023 ca. 789 € mehr kosten als im Jahr 2022.

          1. Wolfgang

            Nochmal Danke für die Erklärung. Für mich heißt das, es macht absolut Sinn, zum Jahresende 2022 nochmal eine besondere Rentenauskunft zu beantragen um Anfang 2023 auf Basis dieser Auskunft billigere Rentenpunkte mit etwas verbesserter Ausgangssituation in Sachen steuerlicher Absetzbarkeit zu kaufen.

  5. Ernst Weber

    Hallo,
    Falls das schon an anderer Stelle behandelt wurde, bitte ich um Entschuldigung:
    Ich interessiere mich für den “Rententrick “, also Ausgleichszahlung für einen früheren Rentenbeginn leisten, aber dann doch bis 67 weiter arbeiten, um die Rentenpunkte in Form einer höheren Rente umzusetzen.
    Was ist Ihre allgemeine Meinung dazu?
    Ich habe schon den Bescheid, Betrag wären ca. 48.000.
    Ich wede 90 Jahre alt;-).
    Weiter: Ich habe demnächst eine Beratung bei der RV, kann ich darüber offen mit denen reden (bzgl. des “Tricks”)?
    Ich vermute, die freuen sich über jeden Epro …
    Danke!

    1. Gato Loco

      Ja klar, Sie können offen mit dem Berater darüber reden. Sie machen nichts verbotenes, denn die Regelung besagt: Sie können zu dem von Ihnen genannten Zeitpunkt in Rente gehen. Sie müssen aber nicht.

      VG

  6. Anonymous

    Hallo Rentenfuchs
    offensichtlich bin ich viel zu spät auf Ihre sehr wertvollen, gut gemachten Videos gestoßen. Es quält mich folgender Sachverhalt, der mich die Anfrage schreiben lässt.
    Mein BG Rente von 45% (750,92€) stammt aus einem Unfall aus der DDR vor 39 Jahren. Durch den Einigungsvertrag wurde ein fiktives Einkommen bestimmt, das einen niedrigen Jahresverdienst (JAV) erzeugt. Deshalb greift bei mir die Ersatzlösung “Mindestgrenzbetrag” (zZt.60EP)
    Um nun die Altersrente zu heben, wurde zusätzlich in die DRV eingezahlt. Durch Ihre Anmerkungen zu den Kürzungsszenarien beim Zusammenfall BG-Rente und Rente aus DRV (Überversorgung) bin ich nun schwer am zweifeln, ob das so klug war. Bedingt durch eine jetzige Anerkennung (nach 4 Jahren) der Schwerbehinderung war die Einzahlung jetzt oder gar nicht zu machen, da ich Baujahr 09/1958 bin. Ab Oktober kann ich nun abschlagsfrei in Rente. Eigentlich hatte ich nicht mehr mit der Anerkennung gerechnet und mich auf einen Renteneintritt mit Abschlag eingerichtet.
    War die Entscheidung nun gut oder schlecht im Sinne einer maximalen Gesamtrente?

    Vielen Dank!

    1. Rentenfuchs

      Guten Tag,

      in Ihrem Fall ist es ja so, dass die Unfallrente eh in voller Höhe – abzüglich des Freibetrags – auf die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung angerechnet wird. Das von Ihnen zusätzlich in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlte Geld ist folglich nicht verloren – wie es bei anderen Beziehern einer Unfallrente, bei denen sich der Grenzbetrag aus 70 % des zugrundeliegenden JAVs ergibt -, sondern steigert das Ihnen zur Verfügung stehende Einkommen.

      Hierzu ein kurzes Beispiel:

      Von den 750 Euro, sind rund 450 Euro auf die gesetzliche Rente anzurechnen.

      Angenommen, ohne Ausgleichszahlung läge Ihr Rentenanspruch zum 1.11.2024 bei 2.200 Euro. Tatsächlich ausgezahlt würden Ihnen dann also 1.750 Euro, da die 450 Euro Unfallrente auf die Rente angerechnet werden.

      Unter Berücksichtigung der Rentenpunkte, die Sie im Wege der Ausgleichszahlung erworben haben, liegt die zum 1.11.2024 zu zahlende abschlagsfreie Rente nun ggf. bei 2.450 Euro. Nach Anrechnung der 450 Euro verbleibt somit ein Zahlbetrag von 2.000 Euro. Die Ausgleichszahlung hat sich somit klar positiv auf Ihre Rentenhöhe ausgewirkt.

  7. Ernst

    Hallo Rentenfuchs,

    ich habe bereits eine Ausgleichszahlung für 2022 vorgenommen und will mir auch die günstigen Konditionen für 2023 sichern.
    Wie lange dauert ca. die Erstellung einer besonderen Rentenauskunft bzw. wann ist der beste Zeitpunkt den neuen Antrag zu stellen, damit die 2022er Konditionen auch für das nächste Jahr gelten?

    VG

  8. Joerg

    Hallo,
    ich möchte auch von den günstigen Konditionen im laufenden Jahr profitieren und einztahlen. ich hatte bereits in 2021 eine Einzahlung getätigt. Muss ich nun den Vordruck 0210 (Antrag auf Auskunft über Höhe der Beitragszahlung…) erneut ausfüllen, oder reicht der Bescheid auds dem letzten Jahr?

    1. Gato Loco

      “……oder reicht der Bescheid auds dem letzten Jahr?” Ja, der Bescheid aus dem letzten Jahr reicht aus.

      VG

      1. Rentenfuchs

        Dem kann ich mich nur anschließen. Die Berechnung erfolgt anhand der aktuellen Daten; auch dann, wenn der Bescheid schon älter ist.

  9. Doris

    Hallo Rentenfuchs,
    ich habe meine “Auskunft zum Ausgleich einer Rentenminderung” bereits im Mail erhalten und werde nun im Juli einen Teil der Summe an die DRV überweisen. Kann ich denn dann im November nochmal einen Antrag stellen um die guten Konditionen von 2022 zu erhalten und die dann noch verbleibende Restsumme im Januar 2023 überweisen, um den Steuervorteil 2023 mitzunehmen?

    Viele Grüße aus München
    Doris

    1. Rentenfuchs

      Hallo Doris,
      den Antrag können Sie auf jeden Fall stellen. Fraglich ist nur, ob die Rentenversicherung auch einen neuen Bescheid erteilen wird, sodass Sie auch 2023 noch zu den 2022er-Konditionen einzahlen können. Praktische Erfahrung habe ich hiermit noch nicht, deswegen kann ich Ihnen leider nicht sagen, ob dies klappt bzw. mit welcher Wahrscheinlichkeit. Einen Versuch ist es aber auf jeden Fall wert – und berichten Sie gerne Ende des Jahres, ob es bei Ihnen geklappt hat.

  10. Markus

    Servus Rentenfuchs, am 10. Juni hat der Bundesrat den aktuellen Rentenwert verabschiedet, der ab dem 01. Juli 2022 gilt. Ab diesem Datum wirken sich die rentenrechtlichen Grundzahlen zum meine Gunsten. Sollte ich jetzt über eine Sonderzahlung nachdenken, um meine Rente zu erhöhen oder sind oben beschriebene Informationen unverändert? Gruß Mark

    1. Juergen

      Die oben beschriebenen Informationen gelten unverändert d.h. der Preis für einen Entgeltpunkt gilt jeweils für das gesamte Jahr und ist vom vorläufigen Durchschnittsverdienst abhängig. Der Rentenwert dagegen ist erst ab dem Zeitpunkt relevant, an dem Sie in Rente gehen.

      Nicht verwechseln: der “Preis für einen Entgeltpunkt (manchmal auch als Rentenpunkt bezeichnet)” und der “Rentenwert” sind verschiedene Rechengrößen!

  11. Guschi

    Eine Frage hinsichtlich der Rentenhöhe, wenn eine Ausgleichszahlung geleistet wird:
    In der Renteninformation von der DRV gibt es ja die Angabe über die “Höhe der künftigen Regelaltersrente”. Hierin sind zwei Beträge aufgeführt: 1. “Ihre bislang erreichte Rentenanwartschaft entspräche nach heutigem Stand einer monatl. Rente von:” und 2. “Sollten bis zum Rentenbeginn Beiträge wie im Durchschnitt der letzten 5 Jahre gezahlt werden, bekämen Sie…”.

    Fiktives Beispiel:
    1. bislang erreichte Anwartschaft: 1.000,–
    2. Betrag, der mit 67 ausgezahlt würde: 1.500,–

    Wenn man jetzt durch eine Ausgleichszahlung (z.B. 20.000,–) ca. 3 Rentenpunkte und damit in etwa 100,– Euro monatlich zusätzlich bekäme, würde ich ja nach der Einzahlung für Punkt 1 einen Betrag von 1.100,– haben. Angenommen, ich würde jetzt (ab heute) nicht mehr weiterarbeiten und auch nicht in die Rente einzahlen und statt mit 67 mit 63 in Rente gehen wollen, dann hätte ich doch mit 63 zumindest den Betrag von 1.100,– zur Verfügung – oder würden mir von den 100,– Euro dann noch 14,4 % abgezogen werden?
    Danke übrigens für die brauchbaren Infos auf Ihrer Seite!

    1. Gato Loco

      Die bislang erreichte Anwartschaft in Höhe von € 1.000 (plus evtl. jährliche Rentenanpassungen) erhalten Sie nur, wenn Sie erst mit 67 Jahren in Rente gehen. Wenn Sie 48 Monate früher in Rente gehen und davor ca. 3 zusätzliche Rentenpunkte “erwerben”, werden Sie einen Abzug in Höhe von 14,4% haben und zwar vom ganzen Betrag in Höhe von € 1.100.

      VG

      1. Guschi

        Wenn dem so wäre (kann das jemand bestätigen?), “lohnt” sich das Ganze ja trotz in diesem Jahr günstig zu erwerbender Rentenpunkte eigentlich nicht mehr (es sei denn, ich werde über 90).

        1. Juergen

          Der Kommentar von Gato Loco ist korrekt. Eine vorzeitige Inanspruchnahme der Rente d.h. vor dem Alter von 67 erfolgt stets mit Abschlägen, anders wäre das auch nicht finanzierbar. Ausnahme ist die abschlagsfreie Rente bei mehr als 45 Beitragsjahren.
          Die Einzahlung von zusätzlichen Beiträgen dient ja genau dem Zweck, diese Abschläge abzumildern und lohnt sich tatsächlich nur, wenn man ein bestimmtes Alter erreicht.

  12. Tee

    Ich bin 58 und möchte dieses Jahr (2022) noch einen etwas höheren Betrag als Ausgleichszahlung leisten. Dafür müsste ich ja, wenn ich es richtig verstanden habe, zuerst noch das Verfahren der Antragsstellung durchführen. Sprich: Vordruck 0210 (Antrag auf Auskunft über Höhe der Beitragszahlung…) und entweder V0100 (Antrag auf Kontenklärung) oder V0300 (Fragebogen zu Änderungen seit der letzten Kontenklärung). Sie schrieben in einem früheren Artikel, das auf das Einreichen des Vordrucks 0211 (Arbeitgeberbescheinigung) verzichtet werden könnte, wenn man es wünscht.

    Zur Arbeitgeberscheinigung auch gleich meine erste Frage: Sie schrieben, dass dann das Einkommen vom Vorjahr genommen und bis zum Rentenbeginn prognostiziert würde. Ich bin aber wegen Befristung nur noch bis August nächsten Jahres (2023) beschäftigt und dann voraussichtlich arbeitslos. Sollte ich noch eine neue Stelle finden, würde ich höchstwahrscheinlich etwas weniger verdienen als jetzt. Wenn die DRV dann die “Prognose” mit meinem Einkommen aus dem letzten Jahr bis zu meinem 67. Lebensjahr berechnen würde, wäre dies ja eine ziemliche Verfälschung. Kann/sollte man diesen (meinen) Sachverhalt der DRV noch einmal “extra” in einem Schreiben schildern, damit die Berechnung realistisch(er) wird?

    Aus Ihrer Erfahrung: wie lange dauert es ungefähr nach meinem Antrag, bis ich eine Antwort von der DRV erhalte (ich möchte ja noch bis Ende des Jahres einzahlen)? Wenn ich die Antwort erhalten habe: kann ich dann sofort den gewünschten Betrag an die DRV überweisen (wohin, wird ja sicherlich in diesem Schreiben stehen)?

    Ich möchte dieses Jahr noch einzahlen, damit ich 1. noch von den günstigen Bedingungen in 2022 profitiere und 2. entsprechend die Steuerlast senken kann (denn nächstes Jahr arbeite ich ggf. nur noch 8 Monate und zahle dadurch natürlich (aufs Jahr gesehen) weniger Steuern). Meine Frau möchte im Jahr 2022 für sich selbst ebenfalls eine Ausgleichszahlung leisten. Wir werden zusammen veranlagt und hätten dann ja auch die doppelt absetzbaren Sonderausgaben von 48.610 € (Jahr 2018) minus die Arbeitgeber/Arbeitnehmer-Beiträge zur Rentenversichung und davon 94 %, richtig? (unabhängig davon, ob jetzt ich alleine oder nur meine Frau oder wir beide einzahlen).
    (möglicherweise lohnt es sich steuerlich gesehen eher, eine Zahlung in diesem Jahr und eine andere (z.B. jene von meiner Frau) im nächsten Jahr durchzuführen (dann profitiert man (bzw. einer) allerdings nicht mehr von den guten Bedingungen in 2022) – aber das ist eine andere Frage)

    1. Dude22

      Zitat Tee:
      <>

      Das würde mich auch mal interessieren. Wenn sich die Erwerbsbiographie nach Beitragszahlungen zum Ausgleich einer RM unerwartet und nachhaltig verschlechtern sollte, z.B. wegen Wechsel in deutlich schlechter bezahlten Job (unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze) – wie wirkt sich das dann aus? Bestehen da irgendwelche Risiken (abgesehen davon, dass man durch die Einzahlung in Kombination mit unerwarteterweise niedrigerem Gehalt weniger liquide ist…)? Oder steht man dann lediglich zum Zeitpunkt des Eintritts in die vorzeitige Inanspruchnahme der Rente mit mehr Rentenpunkten da, als es der Fall gewesen wäre, wenn man bis zur Regelaltersgrenze weitergearbeitet hätte (im schlechter bezahlten Job)?

      Viele Grüße, Dude22

  13. Andreas

    Hallo Rentenfuchs,
    vielen Dank für die Fülle an Informationen. Ich befasse mich auch intensiv mit dem Thema Ausgleichszahlungen. Insbesondere mit dem Aspekt in 2023 günstig Rentenpunkte zum 2022er Kurs zu kaufen.

    In verschiedenen Beträgen auf deinen Seiten wird die “8-Tage-Regel” erwähnt.

    Ich war bisher davon ausgegangen, dass bis zum 31. März eines Jahres Augleichszahlungen rückwirkend für das vergangene Jahr gezahlt werden können.

    Siehe dazu: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/BadenWuerttemberg/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/210305-Freiwillige-Beitraege.html

    Oder war das eine einmalige Aktion?

    VG

    1. Rentenfuchs

      In dem von Ihnen zitierten Link geht es um die Zahlung freiwilliger Beiträge, nicht um die Ausgleichszahlung für Rentenabschläge. Das sind zwei Unterschiedliche Paar Schuhe.

      1. Anonymous

        Danke für die Rückmeldung, aber basierend auf dem Absatz

        “Freiwil­lig einzahlen können zum Beispiel selbstständig Tätige, Beamtinnen und Beamte sowie Hausfrauen/-männer. Wie hoch die freiwilligen Beiträge sein sollen, bestimmt man selbst: mindestens 83,70 Euro und höchstens 1.283,40 Euro pro Monat sind zahlbar, wenn die Beiträge für 2020 gelten sollen. Höchstens 1.320,60 Euro, wenn sie für 2021 entrichtet werden. Aber auch pflicht­versicherte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab 50 können mit zusätzlichen Einzahlungen Abschläge ausgleichen und ihre Rente damit erhöhen. Wie hoch in diesem Fall die Einzahlungen sein müssen, berechnet auf Wunsch der Rentenversicherungsträger.”

        war ich davon ausgegangen, dass es auch um Ausgleichszahlungen ab 50 geht. Schließlich wird es im gleichen Kontext erwähnt.

  14. Andrea

    Hallo Rentenfuchs,
    wenn ich diesen Artikel richtig verstehe, ist der preiswerte Erwerb im ganzen Jahr 2022. An anderen Stellen habe ich aber verstanden, dass der billige Ausgleichszahlungsmöglichkeit am 1.7.2022 endet.
    Ob Du mir verraten kannst, welche Variante korrekt ist?
    Vielen lieben Dank! Für die ganze Seite und die Wahnsinnsarbeit!!!!

    1. Gato Loco

      Die 1. Variante ist richtig.

      VG

  15. Ralf

    Geniale Seite, Respekt.
    aber das die Zahlung ab nächstem Jahr soviel teurer wird, nicht gut für mich werde erst im August 23 – 50.
    Versuche einfach mal meine Kontenklärung machen und versuchen die Ausgleichzahlung vielleicht doch dieses Jahr noch mit geteilt zu bekommen, irgendwo hatte ich mal gelesen das die auch schon jemand vorher bekommen hat.
    andere Frage die Schulzeiten nach dem 17 Lebensjahr die nicht in meinen Verlauf aufgeführt sind zählen bei den Wartezeiten für Besonders Langjährige Versicherte auch mit oder nur bei den 35 Jahren ? sprich lohnt sich das Nachmelden für mich, dem es nur um die 45Jahre geht.
    Danke & Gruss Ralf

    1. Rentenfuchs

      Hallo Ralf,
      zunächst zu deiner zweiten Frage: Während Schul- und Studienzeiten werden keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt, weshalb diese bei der 45-jährigen Mindestversicherungszeit nicht mitzählen – bei den 35 Jahren hingegen schon.

      Laut Gesetz kann eine besondere Rentenauskunft auch schon vor dem 50. Lebensjahr erteilt werden, sofern ein berechtigtes Interesse besteht. Der deutlich günstigere Preis für einen Rentenpunkt im Jahr 2022 könnte meines Erachtens ein derartiges berechtigtes Interesse darstellen – insbesondere für jemanden, der im Jahr 2023 das 50. Lebensjahr erreicht. An Ihrer Stelle würde ich daher auf jeden Fall den Antrag noch im Jahr 2022 stellen. Sollte dieser abgelehnt werden, kann man ja auch immer noch Widerspruch einlegen. So müsste es eigentlich möglich sein, sich die 2022er-Konditionen zu sichern.

  16. TeWe

    Hallo Rentenfuchs, ich habe ein Verständnisproblem! Wenn ich Ende 2022 eine besondere Rentenauskunft beantrage,
    die dann Anfang 2023 erteilt wird – wie soll ich dann in 2022 einzahlen? Höhe der maximalen Einzahlung, Kontoverbindung etc. stehen doch in der Rentenauskunft, die erst 2023 kommt…

    1. Bernd

      Zahlt man nach Erhalt der besonderen Rentenauskunft innerhalb einer Frist, i.d.R. 3 Monate das Geld ein, gilt dieses als gezahlt zum Zeitpunkt des Antragseingangs bei der DRV.

    2. Rentenfuchs

      Sofern Ihnen noch keine besondere Rentenauskunft vorliegt und Sie 2022 einzahlen wollen, müssen Sie den Antrag so stellen, dass Sie die Auskunft noch im Jahr 2022 erhalten. Wenn man den Antrag aber beispielsweise Mitte September 2022 stellt, könnte es passen, dass man sowohl 2022 als auch noch im Jahr 2023 zu den 2022er-Konditionen einzahlen kann.

  17. Alex

    Lieber Rentenfuchs,
    wow das ist echt ein Unterschied in 2022 und 2023.
    Kann man eigentlich zwei freiwillige Nachzahlungen für Studienzeiten (jeweils in Raten) parallel tätigen. Oder muss man immer erst einen Nachzahlungszeitraum abgeschlossen habe bevor man de nöchsten beantragen kann?

    Ich finde es echt super dass es deinen Blog gibt, so eine tolle Infoquelle!!!!

    1. Rentenfuchs

      Hallo Alex, sofern es um die Nachzahlung für Schul- und Studienzeiten geht, beachte bitte, dass diese im Jahr 2022 nicht deutlich günstiger ist als im Jahr 2023. Hier wird nämlich nicht mit dem vorläufigen Durchschnittsverdienst, sondern mit dem endgültigen Durchschnittsverdienst gerechnet – anders als bei der Ausgleichszahlung für Rentenabschläge.

      Wenn man Ratenzahlung beantragt hat, könnte es problematisch werden, wenn man vom Nachzahlungszeitraum abweichen möchte. Dies dürfte jedoch stark vom Sachbearbeiter bei der Deutschen Rentenversicherung abhängig sein. Im Zweifel dort einfach mal unverbindlich anfragen.

  18. Spooky

    Hallo Rentenfuchs,

    mich würde interessieren, wie hoch die Beitragsbemessungsgrenze West 2023 (geschätzt / hochgerechnet) sein würde, bekomme die Berechnung aber nicht hin.

    Kannst Du mir helfen?

    Gruß

    1. Rentenfuchs

      Mit der Frage habe ich mich noch nicht auseinandergesetzt. Kann also aktuell leider keine Hilfestellung geben.

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