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Ausgleichszahlung für Rentenabschläge – 2022 besonders günstig

Gefühlt wird derzeit alles teurer: Die Miete, das Benzin an der Tankstelle, der Strom und sogar das Gemüse im Supermarkt. Da mag es verwundern, dass die Kosten für den Ausgleich von Rentenabschlägen im kommenden Jahr, also im Jahr 2022, nicht steigen, sondern sogar sinken werden.

Wie dies zustande kommt, wie viel Geld sich hierdurch tatsächlich sparen lässt und wie sich die Kosten für die Ausgleichszahlung in der weiteren Zukunft, speziell im Jahr 2023 entwickeln werden, erfahrt ihr in diesem Beitrag:

Ausgleichszahlung für Rentenabschläge kurz zusammengefasst

Wie die Ausgleichszahlung für Rentenabschläge genau funktioniert, habe ich bereits in mehreren Beiträgen erläutert (zum Beispiel hier: Rentenabzüge ausgleichen – Zusätzliche Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung).

An dieser Stelle will ich daher nur eine kurze Zusammenfassung geben:

Die Rentenberechnung ist eigentlich gar nicht so kompliziert: Die Höhe der gesetzlichen Rente bestimmt sich letztlich danach, wie viele Rentenpunkte man im Laufe seines Erwerbslebens erworben hat.

Entscheidet man sich nun dafür, vorzeitig und mit Abzügen in Rente zu gehen, verliert man hierdurch wiederum einen Teil seiner gesammelten Rentenpunkte. Mit einer extra Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung, der Ausgleichszahlung für Rentenabschläge, kann man diese Rentenpunkte zurückkaufen.

Der Preis eines Rentenpunktes

Der Preis für einen Rentenpunkt lässt sich im Allgemeinen relativ einfach berechnen: Hierzu muss man lediglich den amtlichen Durchschnittsverdienst aller Versicherten mit dem gültigen Beitragssatz multiplizieren: Schon weiß man, was ein Entgeltpunkt kostet:

Hierzu ein kurzes Beispiel: Im Jahr 2019 lag das Durchschnittsentgelt bei 39.301 Euro und der Beitragssatz bei 18,6 %. Eine Einzahlung in Höhe von rund 7.310 Euro entsprach somit exakt einem Rentenpunkt.

Unterschied vorläufiges Durchschnittsentgelt und endgültiges Durchschnittsentgelt

Durchschnittsentgelt ist jedoch nicht gleich Durchschnittsentgelt: Die gesetzliche Rentenversicherung unterscheidet hier zwischen dem vorläufigen Durchschnittsentgelt und dem endgültigen Durchschnittsentgelt.

Für die allermeisten Berechnungen nutzt die Rentenversicherung das endgültige Durchschnittsentgelt. Das Problem dabei: Das endgültige Durchschnittsentgelt ist erst nach zwei Jahren bekannt: Im Jahr 2022 kennt man also die Höhe des endgültigen Durchschnittsentgelts für das Jahr 2020, nicht jedoch für die Jahre 2021 und 2022.

Wenn jemand im Jahr 2022 in Rente geht, muss die Rentenversicherung aber auch in der Lage sein, aus den in den Jahren 2021 und 2022 eingezahlten Beiträgen Rentenpunkte zu berechnen. Hierfür gibt es das vorläufige Durchschnittsentgelt. Dieses wird bestimmt, indem die bisherige Entwicklung des endgültigen Durchschnittsentgelts in die Zukunft fortgeschrieben wird.

So teuer ist die Ausgleichszahlung 2022

Nach diesem kurzen Exkurs zum Durchschnittsentgelt kommen wir zurück zur Ausgleichszahlung und der Frage, warum diese im Jahr 2022 günstiger möglich ist:

Die Besonderheit bei der Ausgleichszahlung ist nämlich , dass der Preis für einen Rentenpunkt hier immer anhand des vorläufigen Durchschnittsentgelts bestimmt wird. Die zusätzlich erworbenen Rentenpunkte werden also nicht neuberechnet, wenn nach zwei Jahren der endgültige Durchschnittsverdienst bekannt ist; es bleibt bei dem einmal berechneten Wert.

Das vorläufige Durchschnittsentgelt 2022

Will man also wissen, wie teuer ein Rentenpunkt denn nun im Jahr 2022 sein wird, muss man lediglich einen Blick auf das vorläufige Durchschnittsentgelt 2022 werfen:

Wie vor Kurzem veröffentlicht, liegt dieses bei 38.901 Euro.

Da der Beitragssatz auch im kommenden Jahr bei 18,6 % verbleibt, ergibt sich somit ein Preis für einen Rentenpunkt von exakt 7.235,59 Euro.

Eine Person, die zum Ausgleich ihrer Rentenabschläge beispielsweise 8 Rentenpunkte benötigt, müsste somit im Jahr 57.884,72 Euro in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.

Ausgleichszahlung für Rentenabschläge – Vergleich 2020, 2021 und 2022

Besonders günstig hört sich das nun erst einmal nicht an. Wirklich bewerten lässt sich dies jedoch nur, wenn man sich einmal ansieht, wie teuer die Ausgleichszahlung in den letzten Jahren war und wie sich der Preis in Zukunft entwickeln wird.

Beginnen wir mit dem Blick zurück:

2021

Am deutlichsten wird der Unterschied, wenn man das laufende Kalenderjahr, also das Jahr 2021 betrachtet: Im Jahr 2021 liegt das vorläufige Durchschnittsentgelt bei 41.541 Euro; der Preis für einen Rentenpunkt somit bei 7.726,63 Euro und damit um fast 500 Euro höher als im Jahr 2022.

Wer im Jahr 2021 eine Ausgleichszahlung leisten möchte, um 8 zusätzliche Rentenpunkte zu erwerben, muss hierfür einen Gesamtbetrag von rund 61.813,04 Euro aufbringen.

Durch ein Verschieben der Ausgleichszahlung auf das Jahr 2022 hätte die betreffende Person also fast 4.000 Euro sparen können.

2020

Und auch wenn wir auf das Jahr 2020 zurückschauen, zeigt sich ein ähnliches Bild: Im Jahr 2020 lag das vorläufige Durchschnittsentgelt bei 40.551 Euro. Der Rentenpunkt war damit 2020 um rund 306,90 Euro teurer als im Jahr 2022.

Verglichen mit dem aktuellen und dem letzten Jahr lässt sich also schon einmal feststellen: Im Jahr 2022 ist der Rentenpunkt deutlich günstiger.

Zukünftige Entwicklung

Doch wie sieht es in der Zukunft aus? Fällt der Preis womöglich noch weiter, sodass die Ausgleichszahlung zum Beispiel im Jahr 2023 noch günstiger möglich sein wird?

Durchschnittsentgelt 2023

Anhand der heute vorliegenden Daten lässt sich das vorläufige Durchschnittsentgelt 2023 noch nicht mit absoluter Sicherheit prognostizieren; eine erste Prognose ist aber durchaus möglich:

Die Höhe des endgültigen Durchschnittsentgelts 2020 ist bereits bekannt: Dieses liegt bei 39.167 Euro.

Entscheidend ist nun noch, wie hoch das Durchschnittsentgelt 2021 ausfallen wird: Laut Statistischem Bundesamt sind die Löhne im ersten Quartal 2021 im Vergleich zum Vorjahresquartal zwar noch um 0,7 % gefallen, im zweiten Quartal gab es dann aber schon einen deutlichen Anstieg um 5,5 %.

Der 2021er-Durchschnittsverdienst dürfte sich vor diesem Hintergrund um mindestens 2 % erhöhen – womöglich sogar noch (deutlich) mehr. Für das Jahr 2021 komme ich somit auf einen Durchschnittsverdienst von mindestens 39.950 Euro. Berechnet man hieraus nun das vorläufige Durchschnittsentgelt 2023, ergibt sich ein Betrag von ca. 41.550 Euro.

Meine Prognose ist also: Bereits 2023 wird der Entgeltpunkt mindestens so teuer sein wie im Jahr 2021.

Die Beitragssatzentwicklung

Denn es kommt noch ein weiterer Faktor hinzu: Der Beitragssatz. Dieser liegt aktuell noch auf einem historisch niedrigen Wert von 18,6 %. Die Prognosen der gesetzlichen Rentenversicherung deuten jedoch darauf hin, dass es im Jahr 2023 zu einer Erhöhung des Beitragssatzes kommen könnte, was dann wiederum einen Anstieg des Preises für einen Rentenpunkt zur Folge hätte.

Fazit

Doch welche Schlussfolgerungen ergeben sich hieraus nun? Ist es sinnvoll, seine Rentenabschläge vollständig im Jahr 2022 auszugleichen, da der Rentenpunkt in diesem Jahr vergleichsweise günstig zu haben ist?

Eine pauschale Empfehlung lässt sich hier meines Erachtens nicht geben: Hierfür muss man sich die individuelle Situation und insbesondere die individuelle steuerliche Situation genau anschauen.

Denn die Ausgleichszahlung ist zwar steuerlich absetzbar, jedoch nur bis zu einem gesetzlich festgelegten Höchstbetrag. Unter steuerlichen Gesichtspunkten ist es daher meist sinnvoll, die Ausgleichszahlung über einen möglichst langen Zeitraum zu strecken und im Gegenzug etwas höhere Preise für einen Rentenpunkt zu zahlen.

Wer aber mit dem Gedanken spielt, noch im Jahr 2021 einen größeren Betrag zum Ausgleich von Rentenabschlägen in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen, sollte für sich persönlich einmal durchrechnen, ob eine Verschiebung der Einzahlung auf das kommende Jahr nicht finanziell von Vorteil wäre.

Dieser Beitrag hat 30 Kommentare

  1. Silke

    Lieber Rentenfuchs,
    Ich habe 2021 eine Anfrage zur Ausgleichszahlung gestellt. In der Antwort wurde unterschieden zwischen Rentenpunkten Ost (2,1561 ) und West (5,4043) mit unterschiedlichem Faktor. Ist der Preis pro Rentenpunkt von 7.235,59€ der Durchschnittspreis oder der Preis für einen Rentenpunkt West? Und wie hoch ist dann der Preis für einen Rentenpunkt Ost in 2022?
    Wenn ich nur einen Teil der fehlenden Rentenpunkte kaufe, kann ich dann festlegen ob es Ost- oder Westpunkte ( teurer) sein sollen? Und wenn ich das selber nicht festlegen, wie würde die Rentenkasse eine Teilzahlung zuordnen?
    Vielen Dank für eine Antwort!

  2. Ralf

    Hallo Rentenfuchs,
    Gibt es eine Möglichkeit, die günstigen Preise für die Rentenpunkte 2022 auch noch in das Jahr 2023 herüberzuretten?
    Also, wenn man in 2022 zeitlich so überweist, dass man den Zahlungsnachweis mit der Berechnung der noch einzahlbaren Ausgleichsbeträge Ende 2022 erhält, und dann innerhalb von drei Monaten, basierend auf dieser Berechnung, Anfang 2023 einen weiteren Betrag zahlt?
    Danke sehr für eine Antwort.

    1. Rentenfuchs

      Hallo Ralf,
      die März-Klausel, auf die Sie abzielen, gilt nur für freiwillige Beiträge, nicht jedoch für die Ausgleichszahlung für Rentenabschläge. Es gibt jedoch womöglich trotzdem eine Möglichkeit im Jahr 2023 einzuzahlen und von den 2022er-Konditionen zu profitieren. Hierfür muss die Einzahlung jedoch innerhalb der ersten Tage des Jahres 2023 erfolgen. Wie genau hier die Rechtslage ist, habe ich in diesem Beitrag erläutert: “Ausgleichszahlung für Rentenabschläge – 2021 einzahlen, aber von den 2022er-Konditionen profitieren?”

  3. Theresa

    Hallo Rentenfuchs, interessante Infos, die Sie da zusammengetragen haben!

    Wenn ich eine geplante Zahlung ins kommende Jahr verschieben möchte, muss ich doch im kommenden Jahr zuerst eine neue besondere Auskunft einholen, oder? Meine bereits vorliegende Berechnung geht noch von dem 2021er Preis für einen Rentenpunkt aus.

    Die Frage ist konkret, gilt für mich der Ausgleichbetrag, der mir persönlich zuletzt mitgeteilt wurde (d.h. ich müsste 2022 erst einmal eine neue Auskunft einholen) oder gilt unabhängig von der Auskunft automatisch der Preis aus 2022, wenn die Zahlung dann erst erfolgt?

    In letzterem Fall würde ich ja zuviel überweisen, wenn ich Anfang 2022 einfach den letzten Gesamtbetrag zahle, der mir genannt wurde. Ich würde dann ja mehr Rentenpunkte erkaufen, als ich eigentlich ausgleichen darf.

    1. Rentenfuchs

      Hallo Theresa, die Beantragung einer neuen besonderen Rentenauskunft ist nicht erforderlich, wenn die Berechtigung zur Ausgleichszahlung einmal festgestellt wurde. Auch gilt automatisch der Preis für das Jahr 2022, wenn die Zahlung im kommenden Jahr erfolgt. Wo du aber Recht hast: Wenn du den in der besonderen Rentenauskunft 2021 ausgewiesenen Betrag einzahlst, übersteigt dieser den maximal einzahlbaren Betrag. Hier sehe ich persönlich vier mögliche Lösungsansätze:
      1. Kurzer Anruf bei der Deutschen Rentenversicherung – mit etwas Glück kann man Ihnen direkt am Telefon sagen, wie viel Sie im Jahr 2022 maximal einzahlen können.
      2. Sie berechnen selbst anhand der in der besonderen Rentenauskunft ausgewiesenen Rentenpunkte, wie viel Sie 2022 maximal einzahlen können.
      3. Sie zahlen einfach “zu viel” ein. Die Rentenversicherung wird in dem Fall den “zu viel” gezahlten Betrag früher oder später zurücküberweisen.
      4. Sie zahlen erst einmal nur einen Teilbetrag ein. Im Anschluss erhalten Sie dann eine Bescheinigung über die Einzahlung, aus der auch hervorgehen müsste, wie viel Geld Sie nun noch einzahlen können (Grundlage: 2022er-Werte).

  4. Albrecht

    Ich habe meine Auskunft gerade erst bekommen, d.h. meine 3-Monatsfrist zum Einzahlen auf Basis der berechneten Werte geht bis Ende Januar 2022 (über den Jahreswechsel hinaus).

    Eigentlich wollte ich noch dieses Jahr den maximalen Betrag zahlen, der dieses Jahr noch steuerlich angerechnet wird (ca. 10.000) und im Januar dann nochmal denselben Betrag, der dann im kommenden Jahr steuerlich angerechnet wird. Steuerlich hätte ich dann 2 Jahre das Maximum herausgeholt und trotzdem 20.000 aufgrund der jetzigen Ausgleichsberechnung in die RV eingezahlt.

    Nun lese ich diesen Beitrag mit dem günstigen Jahr 2022 und meine tollen Überlegungen scheinen gar nicht mehr so toll zu sein. Vermutlich ist doch die Steuerersparnis 2021 bei 10.000€ weniger Einkommen höher zu bewerten als die günstigen Rentenpunkte 2022. Oder denke ich hier falsch und sollte lieber erst im Januar zahlen?

    1. Rentenfuchs

      Die Frage kann ich Ihnen leider nicht beantworten, da ich Ihre steuerliche Situation nicht kenne. Es wird Konstellationen geben, in denen das eine sinnvoller ist und es wird Konstellationen geben, in denen es sich mehr lohnt, einen größeren Teil der Einzahlung im Jahr 2022 zu leisten. Hier muss man sich die steuerlichen Aspekte leider genau ansehen.

  5. Gerd

    Hallo Rentenfuchs,
    ich habe geplant jeweils eine Versorgungsausgleich-Einzahlung in 2021, 2022 und 2023, aufgeteilt aus steuerlichen Gründen, vorzunehmen. Kann ich dann eine Einzahlung bis März 2023 vornehmen, diese für 2022 von der Rentenversicherung berücksichtigen lassen und trotzdem diese Zahlung steuerlich in 2023 geltend machen?
    1. Ist dieses steuerlich möglich?
    2. Erhalte ich dann die günstigen 2022 Entgeldpunkte für die Einzahlung bis März 2023 auch noch?
    3. Ist es bei allen Einzahlungen egal, ob diese vor oder nach dem 01.07. eines Jahres erfolgen?

    1. Rentenfuchs

      Hallo Gerd, deine Fragen kann ich schnell beantworten:
      1+2: Jeweils nein. Steuerlich zählt immer das Jahr der Einzahlung und rentenrechtlich gibt es bei der Ausgleichszahlung für Abschläge aus einem Versorgungsausgleich zudem die “März-Regelung” nicht. Diese existiert nur bei der freiwilligen Beitragszahlung.
      3. Ja, der 1.7. spielt hier keine Rolle.

  6. Samira

    Hallo Rentenfuchs,

    ich spiele mit dem Gedanken bis zum Erreichen meines 45. Geburtstages freiwillige Beiträge für die Schulzeit vom 16. bis 17. Lebensjahr einzuzahlen. Wenn ich das im Jahr 2022 mache, würde ich somit auch von dem niedrigen (vorläufigen) Durchschnittswert profitierten. Soweit ist mir das klar.
    Wie sieht das nun aber für später aus? Bleibt der somit erworbene Entgeltpunkteanspruch bis zum Renteneintritt erhalten oder wird dieser später dann mit dem endgültigen Durchschnittsverdienst (neu) berechnet und könnte somit auch wieder sinken?

    Vielen Dank.

    1. Rentenfuchs

      Hallo Samira,

      bei der Nachzahlung für Schul- und Studienzeiten werden die Rentenpunkte anhand des endgültigen Durchschnittsentgelts berechnet. Du würdest hier also nicht vom relativ geringen vorläufigen Durchschnittsentgelt des Jahres 2022 profitieren.

  7. Roland

    Hallo Rentenfuchs,

    wieder einmal ein sehr interressanter Beitrag, als interessierter Laie kann man hier eine Menge lernen. Dafür vielen Dank!
    Mir ist allerdings noch nicht ganz klar, ob der dargestellte Zusammenhang auch für die freiwillige Zahlung eines Rentners (regulärer Renteneintritt: März 2023) gelten würde? Ausgleichszahlungen für Abschläge wegen des vorgezogenen Rentenbezugs habe ich bereits geleistet.

    Mit freundlichen Grüßen
    Roland

    1. Rentenfuchs

      Hallo Roland,
      für freiwillige Beiträge gelten die allgemeinen Regelungen zur Berechnung von Entgeltpunkten: Demnach erfolgt die Berechnung im Jahr des Rentenbeginns sowie im Vorjahr anhand des vorläufigen Durchschnittsentgelts. Wenn du im Jahr 2022 freiwillig einzahlst und 2023 in Rente gehst, profitierst du also auch bei der freiwilligen Beitragszahlung vom relativ geringen Durchschnittsentgelt im Jahr 2022. Solltest du dich aus irgendeinem Grund jedoch dafür entscheiden, den Rentenbeginn noch bis 2024 aufzuschieben, würde die Berechnung anhand des endgültigen Durchschnittsverdienstes des Jahres 2022 erfolgen.

      1. Anonymous

        Vielen Dank für die Info!
        Roland

  8. Horst

    Hallo Rentenfuchs,

    wäre es dann 2022 auch günstiger bei einer Nachzahlung von GRV-Beiträgen für Schulzeiten?

    Danke und Grüße

    1. Rentenfuchs

      Hallo Horst,

      bei der Nachzahlung für Schul- und Studienzeiten werden die Rentenpunkte anhand des endgültigen Durchschnittsentgelts berechnet. Die Ausführungen treffen hier also nicht zu.

  9. Thomas

    Hallo Rentenfuchs, wieder ein sehr informativer Artikel zu diesem für “Bald-Rentner” immer aktuellen Thema! Unsere Politik macht es einem 2022 wirklich extrem einfach, sich für die freiwillige Einzahlung in die gesetzliche Rente zu entscheiden (zumindest für den maximal steuerwirksamen Betrag). Die zusätzlichen Rentenpunkte sind 2022 Corona bedingt relativ billig und auf die hinzugekauften Rentenansprüche gibt es nach der Nullrunde 2021 gleich die Corona bedingt saftige Rentenerhöhung 2022 (und voraussichtlich auch 2023) als Verzinsung oben drauf. So macht die Altersvorsorge doch Spaß!

    1. Rentenfuchs

      Genau so sieht es aus.

  10. Anonymous

    Hallo Rentenfuchs……was für tolle Informationen-Danke!
    Betrifft nicht nur dieses Thema.
    Ich hab keine Frage, ich bilde mich auf dieser Plattform weiter.
    Ich muss beruflich auch viele dieser Fragen am Telefon beantworten und lerne hier, wie
    ich Paragraphen und deren Umsetzung in Worte fassen kann. Danke!

    1. Rentenfuchs

      Vielen Dank für den Kommentar, über den ich mich sehr gefreut habe!
      Ihnen weiterhin alles Gute!

  11. Anonymous

    Hallo Rentenfuchs,
    auch von meiner Seite vielen Dank für die sehr hilfreichen Infos hier, aber auch noch eine Frage: Ich hatte die erforderliche Sonderzahlung 2021 berechnen lassen und auch schon etwas eingezahlt. Wenn ich jetzt den vollen Restbetrag 2022 zahlen sollte, könnten sich also mehr Rentenpunkte ergeben, als zum Ausgleich des Rentenabschlags erforderlich sind. Ergibt sich dadurch dann eine Rentensteigerung?
    — Uli
    P.S. Noch eine Anregung für ein Thema: Wie wirkt sich das Auslaufen der Rentengarantie nach 2025 aus? Speziell die Auswirkungen auf schon erworbene Ansprüche

    1. Rentenfuchs

      Hallo Uli,
      tatsächlich ist es so: Da der Rentenpunkt im Jahr 2022 günstiger wird, kannst du nicht den gesamten Betrag, der dir für 2021 ausgerechnet wurde, einzahlen. Die Rentenpunkte, die man maximal über die Ausgleichszahlung erwerben kann, sind nämlich gedeckelt.

      1. Anonymous

        Danke für die schnelle Antwort. — Uli

  12. Hallo Rentenfuchs,
    wie toll das es Dich gibt. Und andere kluge Menschen die andere mit ihrem Wissen unterstützen.
    Nach 35 Versicherungsjahren möchte ich am 01.03.2023 vorzeitig mit 63J. in Rente gehen.
    Ich habe vom 03.02.2021 die Auskunft zum Ausgleich einer Rentenminderung bereits vorliegen und noch nichts eingezahlt.
    Die Berechnung ergab darin 5,7851 Entgeltpunkte x 7542,4860 Faktor : 0,8800 Zugangsfaktor = 49.584,13€ Ausgleichszahlung.
    Mit “Ihrem” Faktor 7235,59 wären das dann 47.566.60€, d.h. 2017.53 weniger.
    Es stellen sich folgende Fragen.
    1. Wenn ich noch in diesem Jahr jetzt oder zum Jahresende 2021 entsprechend der vorliegenden Auskunft (in Absprache mit meinem Steuerberater, bin verheiratet) einen Teil einzahle um in diesem Jahr die Steuerersparnis mitzunehmen:
    Wie komme ich dann für die Zahlung des restlichen Betrages die ich 2022 mit dem günstigeren Faktor zahlen möchte zu der Neuberechnung mit 7.235,59? Wie mache ich das am klügsten?
    2. In der o.g. Auskunft steht: Die Altersrente würde 1450,49€ betragen, wenn der derzeit maßgebende aktuelle Rentenwert zugrunde gelegt wird. Und die monatliche Rentenhöhe ist wegen der vorzeitigen Inanspruchnahme gemindert.
    Die Rentenminderung beträgt derzeit monatlich 197.79€. Sie kann durch die Zahlung 49.584,13€ ausgeglichen werden.
    Wenn ich das durch Sonderzahlungen ausgleiche beziehe ich dann eine monatliche Rente von 1450,49€.
    Oder 1450,49€ + 197,79€ = 1648,28€?
    Oder wenn ich das nicht ausgleiche 1450,49€ – 197,79€ = nur 1252,70€?
    3. Wenn ich das ausgleiche, bekomme ich auf die von mir eingezahlte Summe ab der nächsten Rentenerhöhung darauf auch die Rentenerhöhung, obwohl ich noch arbeite und die Rente noch nicht begonnen hat?
    4. Falls Sie noch ergänzende wichtige Hinweis für mich haben, bin ich Ihnen auch hierfür dankbar.
    Mit freundlichen Grüßen
    Sabine

    1. Rentenfuchs

      Hall Sabine, vielen Dank für deinen Kommentar, über den ich mich sehr gefreut habe!
      Zu deinen Fragen:
      1. Nach der Einzahlung erhält man eine Mittteilung der Deutschen Rentenversicherung darüber, wie viel noch offen ist bis zum Erreichen des Maximalbetrags. Im Optimalfall wurde hier bereits mit den 2022er-Werten gerechnet. Andernfalls kannst du dich aber auch bei der Rentenversicherung nach der Höhe des noch ausstehenden Betrags erkundigen oder einfach eine Einzahlung leisten und dann anhand des nächsten RV-Schreibens schauen, wie viel Geld noch eingezahlt werden kann.
      2. Solltest du die Ausgleichszahlung leisten und mit 63 Jahren in Rente gehen, würde eine Rente in Höhe von 1.648,28 € gezahlt.
      3. Rentenanpassungen wirken sich immer auf alle Rentenpunkte aus – also auch auf die, die man im Rahmen der Ausgleichszahlung erworben hat. Dabei ist es egal, ob man bereits Rente erhält oder nicht. Sie werden also so oder so von der voraussichtlich sehr hohen Rentenanpassung im Jahr 2022 profitieren.
      4. Die steuerliche Perspektive haben Sie über Ihren Steuerberater ja bereits abgedeckt. Darüber hinaus habe ich keine pauschalen Empfehlungen und wünsche Ihnen alles Gute auf dem Weg Richtung Ruhestand!

  13. Juergen

    Hallo Rentenfuchs,
    super Artikel. Erstmal vielen Dank für die Erläuterungen!
    Eine Frage habe ich noch:
    Wann sollten denn diese Sonderzahlungen fuer 2022 dann am Besten erfolgen?
    Gilt der “neue” Rentenpunktpreis schon ab dem 01. Januar 2022?
    Oder gilt der 1. Juli (jährliche Rentenanpassung)?
    Danke

    1. Anonymous

      Ich bin zwar nicht der Rentenfuchs, aber das ganze gilt ab 01.01.2022.

      1. Rentenfuchs

        Das kann ich nur bestätigen!

  14. Niko

    Hallo Rentenfuchs
    Gelten diese Informationen (daher freiwillige Zahlungen für den Erwerb von Rentenpunkten am sinnvollsten in 2022 tätigen) auch für Zahlungen zum Ausgleich eines erfolgten Versorgungsausgleichs?

    1. Rentenfuchs

      Hallo Niko, ja, die Berechnungen gelten auch für Zahlungen zum Ausgleich von Rentenabzügen, die aus einem Versorgungsausgleich resultiert sind.

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