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Ausgleichszahlung für Rentenabschläge – 2021 einzahlen, aber von den 2022er-Konditionen profitieren?

In meinem letzten Beitrag habe ich ausführlich dargestellt, warum das Jahr 2022 besonders günstig ist, um im Wege der Ausgleichszahlung für Rentenabschläge zusätzlich in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen.

Nun gibt es jedoch unterschiedlichste individuelle Gründe dafür, trotz des günstigen Preises für einen Rentenpunkt im Jahr 2022 die Ausgleichszahlung – oder zumindest einen Teil davon – dennoch bereits im Jahr 2021 vorzunehmen.

Meist werden dies steuerliche Gründe sein: Zum Beispiel, weil das Einkommen im Jahr 2021 besonders hoch war, oder, weil man im Jahr 2021 eine Abfindung erhalten hat und daher den steuermindernden Effekt der Ausgleichszahlung in diesem Jahr besonders ausnutzen kann.

Die betreffenden Personen stehen also vor der Entscheidung: Höhere Steuerersparnis im Jahr 2021 oder günstigerer Rentenpunkt im Jahr 2022? Eine pauschale Antwort , welcher Weg der lukrativerer ist, gibt es nicht. Dies hängt von der individuellen Situation ab und muss gut durchkalkuliert sein.

Ausweg aus dem Dilemma?

Oder etwa doch nicht?

Einer meiner Leser hatte nämlich eine scheinbar geniale Lösung für diese Problematik.

Seine Idee:

Er veranlasst die Überweisung an die Deutsche Rentenversicherung erst kurz vor Jahresende, also zum Beispiel am 30. Dezember 2021 oder am 31. Dezember 2021. Die Zahlung wird dann steuerlich noch dem Jahr 2021 zugerechnet, kommt bei der Rentenversicherung jedoch erst im neuen Jahr, also im Jahr 2022, an, sodass für die Berechnung der zusätzlichen Rentenpunkte dann eigentlich der 2022er-Wert zugrunde gelegt werden müsste.

Mein erster Gedanke beim Lesen dieses Vorschlags war: Äußerst interessante Idee – aber klappt dies wirklich?

Also habe ich ein wenig recherchiert:

Das Abflussprinzip

Unter steuerlichen Gesichtspunkten erscheint mir der Plan wasserdicht zu sein: Im Steuerrecht gilt das sogenannte Abflussprinzip, wonach Ausgaben dem Jahr zuzuschlagen sind, in dem sie auch tatsächlich geleistet wurden. Sobald die Bank den Überweisungsauftrag annimmt, gilt das Geld als abgeflossen. Sonderregelungen gibt es in diesem Zusammenhang nur für wiederkehrende Ausgaben, was bei der Ausgleichszahlung für Rentenabschläge aber ja nicht der Fall ist.

Die RV-Beitragszahlungsverordnung

Doch wie ist es im Rentenrecht?

Gehen wir davon aus, dass das Geld erst am 3. Januar 2022 auf dem Konto der Deutschen Rentenversicherung gutgeschrieben wird. Dann dürfte doch nichts gegen eine Berechnung auf Grundlage der 2022er-Werte sprechen, oder?

Leider doch: Auch wenn die Verordnung über die Zahlung von Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung (RV-Beitragszahlungsverordnung – RV-BZV) auf die Beiträge, die zum Ausgleich einer Rentenminderung bei vorzeitiger Inanspruchnahme einer Rente wegen Alters nicht direkt anwendbar ist, findet sich in den rechtlichen Arbeitsanweisungen der Deutschen Rentenversicherung zu § 187 SGB VI (Zahlung von Beiträgen zur Ermittlung Entgeltpunkten aus Beiträgen beim Versorgungsausgleich) ein vergleichbarer Passus zum § 6 Satz 1 Nr. 2 RZ-BZV, der besagt:

„Als Tag der Beitragszahlung ist folgender Zeitpunkt maßgeblich:

– bei Überweisung oder Einzahlung auf ein Konto des Trägers der Rentenversicherung der achte Tag vor dem Tag der Wertstellung zugunsten des Trägers der Rentenversicherung oder, falls es für den Versicherten günstiger ist, der Tag der Belastung oder Einzahlung;

GRA zu § 187 SGB VI: Zahlung von Beiträgen und Ermittlung von Entgeltpunkten aus Beiträgen beim Versorgungsausgleich

Diese Regelung gilt nicht nur für die Zahlung von Beiträgen zum Ausgleich von Abschlägen aufgrund eines Versorgungsausgleichs, sondern auch für die Zahlung von Beiträgen zum Ausgleich von Rentenabschlägen. In diesem Zusammenhang verweise ich auch noch auf die Rechtliche Arbeitsanweisung zum § 76a SGB VI:

Für die Bestimmung des Zeitpunkts der tatsächlichen Zahlung gelten die in § 6 RV-BZV genannten Kriterien. Zwar ergibt sich aus § 1 S. 2 Nr. 3a RV-BZV, dass die RV-BZV nicht für die Zahlung von Beiträgen zum Ausgleich einer Rentenminderung bei vorzeitiger Inanspruchnahme einer Altersrente gilt. Bei den Beiträgen nach den §§ 187a, 187b SGB VI besteht jedoch ebenso wie bei der vergleichbaren freiwilligen Beitragszahlung ein Schutzbedürfnis der versicherten Person im Hinblick auf die Anrechnung von gezahlten Beiträgen zum Beispiel bei zwischenzeitlich eingetretener Minderung der Erwerbsfähigkeit, sodass der Zeitpunkt der tatsächlichen Zahlung nach den einheitlichen Kriterien des § 6 RV-BZV zu bestimmen ist

GRA zu §76a SGB VI: Zuschläge an Entgeltpunkten aus Zahlung von Beiträgen bei vorzeitiger Inanspruchnahme einer Rente wegen Alters oder bei Abfindungen einer Anwartschaft auf betriebliche Altersversorgung oder von Anrechten bei der Versorgungsausgleichskasse

Auf unser Beispiel übertragen heißt dies:

Wenn die Wertstellung auf dem Konto des Rentenversicherungsträgers am 3. Januar 2022 erfolgt, gilt für die Rentenversicherung als Tag der Beitragszahlung nicht der 3. Januar 2022, sondern der 26. Dezember 2021. Für die Rentenversicherung ist die Einzahlung damit im Jahr 2021 erfolgt, sodass (leider) auch der Rentenpunkt-Preis aus dem Jahr 2021 gilt.

Und auch die genannte Alternative, dass, falls es für den Versicherten günstiger ist, der Tag der Belastung oder Einzahlung als Tag der Beitragszahlung gilt, bringt uns in diesem Fall nicht weiter. Denn der Tag der Belastung bzw. der Einzahlung wäre ja der 30. oder der 31. Dezember 2021 und läge damit ebenfalls noch im Jahr 2021.

Fazit

Bleibt also festzustellen: Eine Interessante Idee, vor die man rechtlich jedoch einen Riegel geschoben hat.

Tipp für den Jahresübergang 2022 – 2023

Wer den Beitrag bis zu diesem Punkt gelesen hat, wird sich nun möglicherweise denken: Die Überlegungen mögen zwar ganz interessant sein, einen wirklichen Vorteil bringt mir dieses Wissen nun aber nicht. Denn: Anders, als es sich mein kreativer Leser erhofft hat, lässt sich die Ausgleichszahlung leider nicht steuerrechtlich dem einen und rentenrechtlich dem anderen Jahr zuordnen.

Oder vielleicht doch?

Denn die Idee lässt sich ja auch umdrehen – zwar nicht für den Jahresübergang 2021 – 2022, aber ein Jahr später beim Jahresübergang 2022 – 2023.

Auch wenn der Rentenpunkt im Jahr 2022 besonders günstig ist, ist es unter steuerlichen Gesichtspunkten meist sinnvoll, die Einzahlung über mehrere Jahre zu strecken – mit dem Nachteil, dass der Preis für einen Rentenpunkt ab dem Jahr 2023 wieder ansteigt.

Und an dieser Stelle hat mich mein aufmerksamer Leser auf eine Idee gebracht:

Wenn ich die Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung direkt zu Beginn des Jahres 2023 vornehme, geht diese vermutlich noch vor dem 9. Januar 2023 auf dem Konto des Rentenversicherungsträgers ein. Die Folge: Die Zahlung wird steuerrechtlich zwar dem Jahr 2023 zugerechnet (was ja auch das Ziel war), der Tag der Beitragszahlung im Sinne der Rentenversicherung fällt jedoch noch in das Jahr 2022 und liegt damit in dem Jahr, in dem der Rentenpunkt noch besonders günstig ist.

Für diejenigen, die eh geplant hatten, 2023 Rentenabschläge durch eine zusätzliche Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung auszugleichen, ist es aus meiner Sicht daher auf jeden Fall eine Überlegung wert, die Einzahlung direkt zu Jahresbeginn vorzunehmen, damit für diese möglicherweise noch die 2022er-Werte gelten.

Achtung bei Ausgleichszahlung zu Jahresbeginn 2022

Zum Abschluss noch ein wichtiger Tipp für all jene, die mit dem guten Vorsatz ins Jahr 2022 starten, etwas für ihre Altersvorsorge zu tun, und hochmotiviert direkt zu Jahresbeginn in die Rentenkasse einzahlen, um Rentenabschläge auszugleichen. Die Mitteilung, die die Rentenversicherung nach Einzahlung übersendet, sollte in diesem Fall genau geprüft werden: Denn der oben für den Jahresübergang 2022 – 2023 dargestellte Einzahlungstrick, kann womöglich nachteilig wirken. Damit meine ich: Obwohl man die Einzahlung tatsächlich erst im Jahr 2022 vorgenommen hat, erfolgt die Berechnung noch anhand der teureren 2021er-Werte, da der Tag der Beitragszahlung aufgrund der 8-Tages-Regel auf das Jahr 2021 zurückdatiert wird.

Sollte dies tatsächlich der Fall sein, empfehle ich, direkt Kontakt mit der Rentenversicherung aufzunehmen und diese über den tatsächlichen Tag der Einzahlung zu informieren. Denn dann gilt: „falls es für den Versicherten günstiger ist, der Tag der Belastung oder Einzahlung“ (und nicht der achte Tag vor dem Tag der Wertstellung).

Dieser Beitrag hat 30 Kommentare

  1. Martin

    Hallo Rentenfuchs,

    ich habe eine Idee zur Überprüfung der 8 Tage Regel. In der Leserschaft dieses Blogs findet sich doch bestimmt eine oder mehrere Personen, die bereits schon einmal Geld zum Ausgleich von Rentenpunkten bei der DRV einbezahlt haben.

    Diejenigen müssten doch nur kurz die Daten abgleichen, wann sie überwiesen haben und wann die Gutschrift dafür bei der DRV datiert wurde.
    Das wäre doch super, wenn sich für diesen Abgleich jemand finden würde und das Abbuchungsdatum vom Konto und das Gutschriftsdatum bei der DRV hier posten könnte.

    Viele Grüße Martin

    1. Jürgen

      Hallo Martin,

      gerne bestätige ich, dass in meinem Fall die 8-Tage Regel angewendet wurde.
      Am 9.7.2021 habe ich per Banküberweisung einen Beitrag zum Ausgleich einer Rentenminderung eingezahlt.
      In der Beitragsbescheinigung steht:
      “wir bestätigen, dass der Beitrag in Höhe von … am 12.07.2021 eingegangen ist. … Als Tag der Beitragszahlung gilt der 4.7.2021.”

      VG Jürgen

      1. Rentenfuchs

        Vielen herzlichen Dank Jürgen, dass du diese Information mit der Allgemeinheit geteilt hast!

        1. Jan

          Hallo zusammen, leider kann ich das nach meiner Einzahlung in diesem Jahr so nicht bestätigen. Die Mitteilung über die Zahlung lautet: ” wurde am … (ein Tag NACH der Abbuchung bei mir) auf unserem Konto gutgeschrieben”. Es gibt keinen Zusatz über einen anderweitigen Tag der Beitragszahlung, wie oben beschrieben. Auch im Versicherungsverlauf ist nur dieses Datum aufgeführt. Grüße, Jan

          1. Jan

            Ich bedanke mich dann mal bei mir selbst für die Idee mit dem Datumsvergleich (siehe unten) und die Rückmeldung 😉 Dass sie nicht so ausfiel wie gewünscht … ich hab´s nicht erfunden. Die Frage ist, was das nun bedeutet. Wovon hängt es ab, ob rückdatiert wird oder nicht? Es sollte doch eigentlich keine Unterschiede geben bei einer allgemeinen, gesetzlichen Rentenversicherung.

    2. Anonymous

      Moin,

      ich zahle schon ein paar Jahre in die DRV etwas ein für die Vermeidung der Rentenminderung wg. vorzeitiger Rente. In allen Fällen wurde die Zahlung mit -8 Tagen als Eingang gewertet. Zitat aus Schreiben der DRV “…Tag der Wertstellung minus 8 Tage”.

      Kann ich also auch bestätigen, und für den Jahresübergang 2022 – 2023 ein guter Ansatz.

      Grüße, Torso

      1. Rentenfuchs

        Hallo, auch an Sie einen herzlichen Dank für’s Teilen!

  2. Martin

    Hallo Rentenfuchs,
    in dem genannten Gesetz: https://www.gesetze-im-internet.de/rv-bzv/BJNR020570991.html

    Steht hier unter Geltungsbereich, Zitat:

    § 1 Geltungsbereich
    Diese Verordnung gilt für die Zahlung von Beiträgen, die nicht nach den Vorschriften über den Gesamtsozialversicherungsbeitrag von den Krankenkassen (Einzugsstellen) einzuziehen sind, und für die Zahlung von freiwilligen Beiträgen bei einem Aufenthalt im Ausland. Satz 1 gilt nicht für die Zahlung von Beiträgen

    1. für Bezieher von Sozialleistungen,
    2. für Nachzuversichernde,
    3. zur Auffüllung oder Begründung von Rentenanwartschaften im Rahmen des Versorgungsausgleichs,
    3a. zum Ausgleich einer Rentenminderung bei vorzeitiger Inanspruchnahme einer Rente wegen Alters und
    4. für Künstler und Publizisten.

    Und unter 3a , dass genau dieses Gesetz nicht zur Zahlung von Rentenminderung gilt. Dann wäre ja genau für diesen Fall die 8 Tage Regelung nicht anwendbar. Das wäre ja Schade.

    Habe ich da etwas falsch verstanden?

    Gruß Martin

    1. Rentenfuchs

      Hallo Martin, vielen Dank für den Hinweis. So, wie der Artikel verfasst war, konnte man mit Blick auf den § 1 RV-BZV tatsächlich zu dem Ergebnis kommen, dass die Ausführungen nicht korrekt sind.

      Tatsächlich werden die Regelungen des § 6 RV-BZV aber auch auf die Ausgleichszahlung für Rentenabschlägen angewendet, obwohl die Ausgleichszahlung nicht unter den Geltungsbereich der RZ-BZV fällt. Den Beitrag habe ich daher noch einem überarbeitet, sodass die Aussage des § 1 RZ-BZV nun keine Unklarheiten mehr verursachen dürfte (siehe die Zitate aus den rechtlichen Arbeitsanweisungen der Deutschen Rentenversicherung).

  3. Axel

    Hallo lieber Rentenfuchs, prima Webseite und tolle Artikel – Großes Lob und großes Dankeschön! Für das Jahr 2022 werde ich, wie jedes Jahr, im August meinen steuerwirksamen Betrag für die ESt.2022 leisten. – . Bis spätestens wann im Januar 2023 sollte ich denn dann meine RentenminderungsZahlung für ESt.2023 betreffend entsprechend vorziehen, damit ich da auf jeden Fall auf der sicheren Seite bin?
    Danke für deine Info.

      1. Rentenfuchs

        Ich vermute, Sie meinen nicht den 1.6.2023, sondern den 6.1.2023. Da es auf die Wertstellung beim Rentenversicherungsträger ankommt und ich persönlich gerne auch Nummer sicher gehe, würde ich die Überweisung noch vor dem 6.1. veranlassen – im Optimalfall bereits am 2. Januar.

        1. Gato Loco

          Genau, das war wohl ein Zahlendreher

    1. Thomas

      Ich nutze die “Echtzeit-Überweisung” im Online-Banking. Funktioniert von meiner Sparkasse zum Konto der Deutschen Rentenversicherung Bund bei der Commerzbank in Berlin problemlos. So wird die Zahlung praktisch gleichzeitig (innerhalb von Sekunden) bei mir belastet und beim Rentenversicherungsträger gutgeschrieben und ich muss mir über eine “Banklaufzeit” der Überweisung keine Gedanken machen. Viele Grüße

  4. Jan

    Zitat: ” Wenn ich die Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung direkt zu Beginn des Jahres 2023 vornehme, geht diese vermutlich noch vor dem 9. Januar 2023 auf dem Konto des Rentenversicherungsträgers ein. Die Folge: Die Zahlung wird steuerrechtlich zwar dem Jahr 2023 zugerechnet (was ja auch das Ziel war), der Tag der Beitragszahlung im Sinne der Rentenversicherung fällt jedoch noch in das Jahr 2022 und liegt damit in dem Jahr, in dem der Rentenpunkt noch besonders günstig ist.”

    Hallo Rentenfuchs und Mitlesende,
    im Prinzip ist das gerade meine Überlegung: Antrag auf Auskunft im Oktober/November 2022 stellen, Berechnung mit Werten aus 2022 , diese ist 3 Monate gültig, Anfang 2023 einzahlen. Wovon ich allerdings bisher noch nicht gehört habe, ist der Punkt mit dem Geldeingang: welche Rolle spielt dann überhaupt der Dreimonatszeitraum?
    Irgendwann war ich bei meinen Internet-Recherchen auch auf solch ein Beispiel gestoßen, von einem solch engen Zeit Fenster für den Geldeingang, bzw. dessen Relevanz, war dabei nicht die Rede?

    1. Rentenfuchs

      Wenn man den Antrag im Jahr 2022 stellt, ist der im Beitrag beschriebene Trick nicht von Bedeutung, da man dann ja, genau wie Sie schreiben, den Drei-Monatszeitraum hat. Es gibt aber ja auch viele Personen, die sowohl 2022 als auch 2023 einzahlen möchten und den Antrag daher bereits im Jahr 2022 gestellt haben. Damit Sie trotz Einzahlung im Jahr 2023 von den günstigen Konditionen des Jahres 2022 profitieren können, müssten Sie entweder einen neuen Antrag stellen oder alternativ den im Beitrag dargestellten Trick nutzen.

      1. Jan

        Hallo und danke für die Antwort! Ja genau, einen neuen Antrag zu stellen ist wohl der entscheidende Punkt. Von “das geht grundsätzlich nur einmal” bis hin zu “sie können auch dreimal im Jahr einen neuen Antrag stellen” gingen die Auskünfte, die ich von der RV bekommen habe. Ich hatte Anfang des Jahres mangels Informationen relativ “blindlings” einen Antrag gestellt und einen ersten Teil eingezahlt. Inzwischen liegen viel Internet Recherche, frustrierende Telefonate und Anfragen hinter mir – jetzt bin ich an dem Punkt, es schlicht mit einem zweiten Antrag im Herbst zu versuchen. In der Hoffnung, ich denke richtig..
        Ein Gedanke noch zum genannten “Trick”: für die Steuererstattung gibt es ja den Einzahlungsbescheid von der RV. Wenn der Eingang quasi rückdatiert wird, welches Datum steht dann auf dieser Bescheinigung? Überweisungsausgang oder Eingang bei der RV? Ich werde es auf meiner zu erwartenden Bestätigung rechtzeitig selbst sehen können, aber vielleicht ist es allgemein noch ein Punkt, der zu beachten ist. Viele Grüße!

        1. Gato Loco

          @Jan,

          wenn Sie schon eine Teilzahlung getätigt haben, brauchen Sie um eine weitere Teilzahlung zu leisten, keinen neuen Antrag stellen. Der Teilbeitrag wird zu den Konditionen eingebucht, die zum Einzahlungszeitpunkt gültig sind. In Ihrem Falln würde ein neuer Antrag Ende 20222 Sinn machen, wenn Sie die 3 Monatsfrist zur Einzahlung brauchen, weil Sie beispielsweise den Betrag bis zum ca. 08.01.2023 nicht verfügbar haben.
          VG

  5. Michael

    Hallo Rentenfuchs,

    wann oder wie bekommt man vom FA einen Nachweis der getätigten Ausgleichszahlung, so das man ihn in der Steuererklärung angeben / einfliessen lassen kann? Oder reicht der Nachweis des Überweisungsauftrag ?
    VG
    Michael

    1. Gato Loco

      Der Nachweis kommt per Post von der DRV. Bei mir ist beispielsweise eine Zahlung Ende Dezember, erst Anfang März bestätigt worden. Laut DRV-Mitarbeiter, häufen sich die Einzahlungen gegen Ende des Jahres und deswegen dauert die Bearbeitung ein bißchen länger.

  6. Anonymous

    Maria

    Lieber Rentenfuchs, zunächst besten Dank für alle Informationen! In 2020 habe ich einen Antrag zur Auskunft über die Höhe der Beitragszahlung zum Ausgleich einer Rentenminderung bei vorzeitiger Inanspruchnahme einer Rente wegen Alters gestellt. Müsste ich diese erneut stellen, um bei einer Ausgleichszahlung in der 1.Januarwoche 2023 von den “günstigen Konditionen” für einen Rentenpunkt aus 2022 zu profitieren? Ich könnte doch in 2022 bis zur steuerlich optimierten Genze einzahlen und im Januar 2023 ebenfalls.
    Zum optimalen Rentenbeginn habe ich auch eine Frage: Wenn ich in 12-2028 eine 10%tige Rente beziehen würde, hätte ich insgesamt im Jahr 2028 eine geringere Steuerlast, aber im Dezember auch kein Gehalt und dafür eine super kleine Rente im Dezember. Ab Januar 2029 läge mein Steuerfreibetrag bei 11% für die Rente, die ich dann zu 100% beziehen wollen würde. Wäre das günstiger, als zum 01.01.29 die volle Rente zu beantragen?

  7. Anonymous

    Ich habe am 15.11.2021 einen Antrag auf Auskunft zum Ausgleich einer Rentenminderung gestellt und am 11.01.2022 die Auskunft erhalten. Dort wird noch das Durchschnittsentgelt 2021 zugrunde gelegt. Zitat: Für die Ermittlung … wurden die
    bei Antragstellung [also 2021] geltenden Rechengrößen zugrunde gelegt. Der Beitrag bleibt maßgebend, wenn er innerhalb von drei Monaten nach Erhalt dieser Auskunft gezahlt wird… Der Beitragsaufwand verändert sich entsprechend der Entwicklung der vorläufigen Durchschnittsentgelte und der Höhe des jeweiligen Beitragssatzes. Ein Aufschieben der Beitragszahlung kann damit einen höheren beitragsaufwand zur Folge haben…

    In diesen Jahr ist diese Warnung also eher eine Warnung vor deutlichen Ersparnissen für den beitragszahler und ich sollte die drei Monate auf jeden Fall verstreichen lassen, oder?

    1. Rentenfuchs

      Die drei Monate verstreichen zu lassen, ist nicht zwingend erforderlich: Die Deutsche Rentenversicherung schreibt in Ihrem Anweisungen zum § 187a SGB VI: “Ist der Umrechnungsfaktor im Zeitpunkt der Auskunftserteilung niedriger als im Zeitpunkt der Antragstellung beziehungsweise der nachgeholten Mitwirkung, so ist dieser Umrechnungsfaktor für die Berechnung maßgebend.”

      Bei einer Einzahlung innerhalb des 3-Monatszeitraums würde ich den Einzahlungsbescheid jedoch genau darauf prüfen, ob tatsächlich der günstigere Umrechnungsfaktor zugrunde gelegt wurde und andernfalls Widerspruch bei der Deutschen Rentenversicherung einlegen.

  8. Gato Loco

    Hallo an allen Mitleser,

    Sollte die Ampelkoalition die angekündigten Steueränderungen bezüglich Rente vornehmen, lohnt sich besonders die Einzahlung Anfang 2023, denn dann wären 100% der Einzahlung (im Rahmen des Höchstbetrages) absetzbar und nicht wie bisher für das Jahr 2023 nur 96%.

  9. Anonymous

    Gilt dieser Vorteil/Nachteil je nach Einzahlungsjahr nur bei Ausgleichszahlungen für Rentenabschläge oder auch für den Fall freiwilliger “Nachzahlungen”, z.B. für zurückliegende Ausbildungsjahre >8 bzw. das 16. Lebensjahr, um damit den Rentenpunktebestand zu erhöhen?

    Falls nicht, könntest du erläutern warum hier der Zeitpunkt der Einzahlung nicht relevant ist und ob es hier andere Gründe gibt früher oder später einzuzahlen? Steuerliches außen vor.

    1. Rentenfuchs

      Die Ausführungen im Beitrag zu besonders günstigen Rentenpunkten im Jahr 2022 beziehen sich tatsächlich lediglich auf die Ausgleichszahlung für Rentenabschläge. Der Grund hierfür ist, dass die erworbenen Rentenpunkte bei der Ausgleichszahlung für Rentenabschläge immer anhand des vorläufigen Durchschnittsentgeltes bestimmt werden, welches im Jahr 2022 bedingt durch dessen Berechnung vergleichsweise gering ausfällt. Bei der Nachzahlung für Schul- und Studienzeiten wie auch bei der Zahlung freiwilliger Beiträge ist hingegen das endgültige Durchschnittsentgelt maßgeblich, welches für das Jahr 2022 voraussichtlich deutlich über dem vorläufigen Durchschnittsentgelt liegen wird.

  10. Karsten

    Hallo lieber Rentenfuchs, vielen Dank für Ihre klugen Überlegungen. Gilt diese Regelung, die sich auf auf Ausgleichszahlungen bezieht, auch für freiwillige Versicherung? Ich habe einen Bescheid zur Zulassung zur freiwilligen Versicherung. Oder könnte ich im Verwendungszweck der Zahlung neben der Versicherungsnummer auch angeben, für welches Jahr die freiwilligen Zahlungen gelten sollen? Also z. B. (das wäre mein Anliegen) in 2021 gezahlt für Zeitraum in 2022 (z. B. Januar bis April 2022), immer unter der Voraussetzung, dass die Voraussetzungen für eine freiwillige Versicherung dann noch gegeben sind?

  11. Thomas

    Lieber Rentenfuchs, das Thema birgt doch wieder immer neue und interessante Varianten. Ich merke mir das auf jeden Fall für Anfang 2023 vor. Zweimal mit dem steuerwirksamen Maximalbetrag vom günstigen Rentenpunktpreis 2022 zu profitieren, hört sich in der Tat verlockend an.

    1. Rentenfuchs

      Das war auch mein Gedanke, als ich auf diese interessante Möglichkeit gestoßen bin.

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