Corona-Prämie wird nicht auf Rente angerechnet

Corona-Prämie wird nicht auf Rente angerechnet

Dieser Beitrag wurde in leicht abgeänderter Form auch auf YouTube veröffentlicht: Wird der Corona-Bonus auf meine Rente angerechnet?

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Beschäftigte und Betriebe sind ganz unterschiedlich: Während auf der einen Seite Arbeitnehmer in Kurzarbeit geschickt werden, weil es an Aufträgen mangelt oder Dienstleistungen schlicht und ergreifend nicht angeboten werden dürfen, gibt es auf der anderen Seite Beschäftigte –zum Beispiel in der Pflege und im Gesundheitsbereich –, die deutlich mehr arbeiten und zusätzlichen Belastungen ausgesetzt sind.

Um die besonderen Leistungen dieser Personen auch finanziell zu honorieren, können Arbeitgeber zusätzlich zum regulären Gehalt einen Corona-Bonus in Höhe von bis zu 1.500 € zahlen. Das Gute an dieser Prämie ist, dass hiervon weder Steuern noch Sozialversicherungsbeiträge abgezogen werden, sofern die Auszahlung zwischen März 2020 und Juni 2021 erfolgt. Dabei ist es egal, ob der Bonus in einer Summe oder über mehrere Monate verteilt ausgezahlt wird.

Und die Grenze von 1.500 € gilt übrigens unabhängig von der tatsächlichen Arbeitszeit: Auch jemand, der nur in Teilzeit beschäftigt ist oder im Rahmen eines Minijobs, kann die volle Corona-Prämie in Höhe von 1.500 € erhalten.

Es ist also möglich, dass auch Rentnerinnen und Rentner, die neben dem Rentenbezug noch erwerbstätig sind, in einer Branche arbeiten, in der ein Corona-Bonus gezahlt wird. Was die Frage aufwirft: Welche Auswirkungen hat die Zahlung einer Corona-Prämie auf die Altersrente, die Erwerbsminderungsrente oder die Witwenrente?

Anrechnung Corona-Bonus auf Altersrente?

Da die für Altersrenten geltenden Hinzuverdienstgrenzen sowohl für das Jahr 2020 als auch für das Jahr 2021 deutlich angehoben wurden, mag die Frage der Anrechnung für die Gruppe der Altersrentner wohl weniger relevant sein:

Solange der Jahresverdienst neben der Rente im Jahr 2021 nicht oberhalb von 46.060 € liegt, wird die Altersrente so oder so in voller Höhe gezahlt – egal, ob die Corona-Prämie als Einkommen berücksichtigt wird oder nicht.

Rein rechtlich ist es so, dass die Corona-Prämie steuer- und beitragsfrei ist und damit bei der Altersrente nicht als anzurechnendes Einkommen zählt.

Das heißt: Wer neben seiner Rente im Jahr 2021 46.060 Euro verdient, kann zusätzlich noch eine Corona-Prämie von bis zu 1.500 € erhalten, ohne eine Rentenkürzung befürchten zu müssen.

Anrechnung Corona-Bonus auf Erwerbsminderungsrente?

Doch wie ist die Regelung für Bezieherinnen und Bezieher einer Erwerbsminderungsrente? Für sie gelten ja auch im Jahr 2020 und 2021 die regulären Hinzuverdienstgrenzen; eine Corona-bedingte Erhöhung der Hinzuverdienstgrenzen gab es hier nämlich nicht.

Wer eine Rente wegen voller Erwerbsminderung erhält, darf daher auch 2020 und 2021 maximal 6.300 € neben der Rente hinzuverdienen. Bei einem höheren Verdienst würde die Erwerbsminderungsrente gekürzt.

Und noch ein kurzer Hinweis in diesem Zusammenhang: Liegt die tägliche Arbeitszeit bei 3 oder mehr Stunden, kann die Erwerbsminderungsrente auch vollständig wegfallen, da eine Rente wegen voller Erwerbsminderung nur gezahlt wird, wenn man aus gesundheitlichen Gründen keine drei Stunden pro Tag mehr arbeiten kann.

Die Corona-Prämie hat auf die Höhe der Erwerbsminderungsrente jedoch keine Auswirkungen: Denn auch bei Erwerbsminderungsrenten gilt, dass der Corona-Bonus nicht als Hinzuverdienst berücksichtigt wird. Er wird also auch nicht auf die Erwerbsminderungsrente angerechnet.

Da die Corona-Prämie immer zusätzlich zum regulär geschuldeten Verdienst gezahlt werden muss, besteht auch nicht die Gefahr, dass die Erwerbsminderungsrente aufgrund der Bonuszahlung vollständig wegfällt. Hat man regulär weniger als drei Stunden am Tag gearbeitet und bekommt zusätzlich noch den Corona-Bonus, heißt das ja nicht, dass man infolgedessen mehr gearbeitet hat. (Es ist nicht möglich, auf einen Teil seines Verdienstes zu verzichten und dafür dann die Corona-Prämie zu bekommen; diese muss immer zusätzlich gezahlt werden.)

Wichtige Hinweise zur Corona-Prämie für weitere Personengruppen: Minijobber, Witwen und Witwer sowie Bezieher von Grundsicherungsleistungen

Minijobber

Was für Minijobber noch ganz interessant ist: Durch die Zahlung einer Corona-Prämie wird die 450-Euro-Grenze nicht überschritten. Der Minijob bleibt auch dann ein Minijob, wenn zu den 450 Euro noch eine Corona-Prämie von bis zu 1.500 € hinzukommt.

Witwen und Witwer

Wie man sich vermutlich bereits denken konnte, gilt auch bei der Einkommensanrechnung bei Witwen- und Witwerrenten, dass der Corona-Bonus nicht als Einkommen berücksichtigt wird; auch hier also keine Auswirkungen.

Arbeitslosengeld II und Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung

Spannend ist, dass die Nicht-Anrechnung der Corona-Prämie sogar für Personen gilt, die ergänzend zu ihrem monatlichen Verdienst noch Grundsicherungsleistungen erhalten.

Im § 1 der Arbeitslosengeld II/Sozialgeld-Verordnung findet sich nämlich unter Nummer 10 nämlich der Passus, dass vom Arbeitgeber gezahlte Unterstützungsleistungen aufgrund der COVID-19-Pandemie in Höhe von bis zu 1.500 Euro nicht als Einkommen berücksichtigt und damit auch nicht auf das Arbeitslosengeld II angerechnet werden.

Dass auch bei der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung keine Anrechnung des Corona-Bonus erfolgt, ergibt sich nicht aus der Arbeitslosengeld II/Sozialgeld-Verordnung, sondern aus einem vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales am 4. Juni 2020 an die Landessozialbehörden versandten Rundschreiben. Hier findet sich der Hinweis, dass Leistungsberechtigten nach dem SGB XII der Corona-Bonus auch tatsächlich zugutekommen soll und die Zahlung daher nicht angerechnet werden soll.

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