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Auch 2022 nahezu unbegrenzt neben der Rente hinzuverdienen: Hinzuverdienstgrenze weiterhin bei 46.060 Euro

Infolge der Corona-Pandemie gab es unterschiedlichste gesetzliche Sonderregelungen. Im Bereich der gesetzlichen Rentenversicherung hat man sich dazu entschlossen, die jährliche Hinzuverdienstgrenze in Höhe von 6.300 Euro deutlich anzuheben – nämlich für das Jahr 2020 auf 44.590 Euro. Damit war es im Jahr 2020 möglich, Rente zu beziehen und gleichzeitig in Vollzeit zu arbeiten, ohne Rentenkürzungen befürchten zu müssen.

Diese Sonderregelung, die zunächst nur für das Jahr 2020 gelten sollte, wurde Ende 2020 für ein Jahr verlängert – die erhöhte Hinzuverdienstgrenze galt also auch für das Jahr 2021. Und auch für 2022 gibt es eine gute Nachricht: Denn man kehrt nicht zur alten Hinzuverdienstgrenze von 6.300 Euro zurück – stattdessen gilt für 2022, genauso wie im Jahr 2021, eine Hinzuverdienstgrenze von 46.060 Euro.

Erhöhte Hinzuverdienstgrenze – Vorteil für wen?

Doch wer genau kann von der erhöhten Hinzuverdienstgrenze profitieren?

Die Anhebung der Hinzuverdienstgrenze ist für all jene interessant, die die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht haben und eine vorgezogene Altersrente in Anspruch nehmen könnten.

Für diejenigen, die die Regelaltersgrenze bereits erreicht haben, ist die Anhebung hingegen nicht relevant, da es ab Erreichen der Regelaltersgrenze eh keine Hinzuverdienstgrenze mehr gibt. Ab diesem Zeitpunkt kann man neben der Rente so viel verdienen wie man möchte, ohne Rentenkürzungen befürchten zu müssen.

Ebenfalls nicht relevant ist die Anhebung für Bezieherinnen und Bezieher einer Erwerbsminderungsrente. Für sie gilt zwar eine Hinzuverdienstgrenze, die Corona-bedingte Anhebung der Hinzuverdienstgrenze auf 46.060 Euro betrifft jedoch nur die Hinzuverdienstgrenze für vorgezogene Altersrenten, nicht jedoch die für Erwerbsminderungsrenten. Die bekannten Regelungen – Hinzuverdienstgrenze von 6.300 Euro bei Bezug einer Rente wegen voller Erwerbsminderung – gelten hier unverändert fort.

Altersrente für besonders langjährig Versicherte – Sonderregelung besonders lukrativ

Schauen wir uns nun noch an, wer besonders von der angehobenen Hinzuverdienstgrenze profitieren kann. Dies ist insbesondere ein Personenkreis – nämlich diejenigen, die die Voraussetzungen für die abschlagsfreie Altersrente für besonders langjährig Versicherte erfüllen, ihren Job aber noch nicht mit Erreichen der entsprechenden Altersgrenze an den Nagel hängen wollen. Diese Personen können im Jahr 2022 einfach weiter ihrer Vollzeitbeschäftigung nachgehen und zusätzlich zu ihrem Arbeitsentgelt, ohne finanzielle Nachteile, auch noch Rente beziehen – zumindest dann, wenn dies nicht explizit durch Arbeits- oder Tarifvertrag ausgeschlossen ist.

Solange sie im Jahr weniger als 46.060 Euro verdienen, also ca. 3.800 Euro pro Monat, wird die Rente trotz Hinzuverdienst in voller Höhe gezahlt. Und selbst bei einem höheren Verdienst kann man sich meist zumindest noch über eine Teilrente freuen, da der übersteigende Betrag lediglich zu 40 % auf die Rente angerechnet wird. Dieses Geld sollte man meiner Meinung nach nicht verschenken. Bei Unsicherheiten kann es also bares Geld wert sein, sich externe Beratung – zum Beispiel bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung – einzuholen.

Und noch ein wichtiger Hinweis: Die Hinzuverdienstgrenze von 46.060 € verringert sich nicht, wenn man erst im Laufe des Jahres 2022 in Rente geht: Beginnt die Rentenzahlung beispielsweise zum 1. Juli 2022, könnte man in den Monaten Juli bis Dezember– jeden Monat – über 7.600 € verdienen, ohne die Hinzuverdienstgrenze zu überschreiten. Man hätte also zusätzlich zu seinem sehr gutem Hinzuverdienst noch Anspruch auf eine ungekürzte Altersrente.

Perspektive für 2023

Und wie wird es 2023 weitergehen? Wird man dann zur regulären Hinzuverdienstgrenze von 6.300 Euro zurückkehren?

Hier bleibt es spannend: Denn die neue Ampelregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag festgelegt, dass man die Regelung zum Hinzuverdienst entfristen möchte. Es könnte also durchaus sein, dass die Möglichkeit, Rente und Arbeitsentgelt zu verbinden, die ich in diesem Video beschrieben haben, dauerhaft bestehen bleiben werden. Wenn es hierzu genauere Informationen gibt, werde ich entsprechend berichten.

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