Säulenübergreifende Altersvorsorgeinformation in Deutschland – Eine Untersuchung unter Berücksichtigung der Informationsinstrumente im schwedischen Alterssicherungssystem

In meiner Masterarbeit mit dem Titel „Säulenübergreifende Altersvorsorgeinformation in Deutschland – Eine Untersuchung unter Berücksichtigung der Informationsinstrumente im schwedischen Alterssicherungssystem“ habe ich untersucht, wie sich eine säulenübergreifende Altersvorsorgeinformation in Deutschland realisieren ließe und auf welche Konzepte aus anderen Ländern, in denen die Entwicklung diesbezüglich bereits weiter fortgeschritten ist, die Umsetzung befördern könnten.

Konkret habe ich den Blick hierbei auf das schwedische Alterssicherungssystem gerichtet, wo es seit Langem  das Online-Portal minpension.se gibt, über das Schweden sich einen Überblick über ihre verschiedenen zukünftigen Alterseinkünfte verschaffen können.

Bei Interesse werft gerne einen Blick auf meine Masterthesis, auf die ihr über nachfolgenden Link zugreifen könnt:

Säulenübergreifende Altersvorsorgeinformation in Deutschland – Eine Untersuchung unter Berücksichtigung der Informationsinstrumente im schwedischen Alterssicherungssystem (PDF)

Für einen kurzen Einblick zudem die Einleitung meiner Arbeit:

Einleitung

Die Frage „Muss ich finanziell für das Alter vorsorgen und wenn ja, in welcher Höhe?“ ist keine Frage, die sich Menschen erst seit Einführung der Riester-Rente oder der Förderung der betrieblichen Altersvorsorge stellen. Schon immer mussten Personen planen, wie sie ihren täglichen Bedarf decken können, wenn sie aufgrund von Alter oder Krankheit hierzu selbstständig nicht mehr in der Lage sein werden. Die Bedeutung der eigenverantwortlichen Altersvorsorgeplanung hängt indes vom Umfang der staatlich organisierten Alterssicherung ab. Je begrenzter diese ist, desto wichtiger ist die selbstverantwortliche Altersvorsorgeplanung sowohl für den Vorsorgenden als auch die Gesellschaft.

Aufgrund der 2001 beschlossenen Absenkung des gesetzlichen Rentenniveaus und der im Gegenzug eingeführten staatlichen Förderung der betrieblichen und privaten Altersvorsorge ist der Stellenwert der zusätzlichen Altersvorsorge für das Gesamtalterseinkommen unzweifelhaft angestiegen. Eine ausreichende Kompensation des sinkenden Rentenniveaus ist nur möglich, wenn Personen selbstständig und rational über das Ob und die Höhe ihrer zusätzlichen Altersvorsorge innerhalb des komplexen deutschen Alterssicherungssystems entscheiden. Eine stärkere Eigenverantwortung ist in diesem Zusammenhang nicht von vornherein als nachteilig zu bewerten, da sie Möglichkeiten bietet, die Altersvorsorge stärker an der persönlichen Situation und den eigenen Interessen auszurichten. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Gesamtheit der Bevölkerung über ausreichende Fähigkeiten und Informationen verfügt, um überlegte Entscheidungen zur Höhe ihrer zusätzlichen Altersvorsorge treffen zu können. Ist dieses nicht der Fall, könnte die Anzahl der Personen, die die Höhe ihres Alterseinkommens bei Renteneintritt als nicht ausreichend empfinden, einen späteren Rentenbeginn in Kauf nehmen müssen oder im Alter auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, zukünftig deutlich zunehmen.

Um dieser Gefahr entgegenzuwirken, hat der Gesetzgeber verschiedene Regelungen zur Aufklärung der Bevölkerung über das Thema „zusätzliche Altersvorsorge“ und die Höhe ihres voraussichtlichen Alterseinkommens verabschiedet. Hierunter fallen u. a. die seit 2002 jährlich versandten Renteninformationen der gesetzlichen Rentenversicherung und die im Rahmen der betrieblichen und privaten Altersvorsorge einzuhaltenden Informationspflichten. Diese Verfahren werden allerdings von unterschiedlicher Seite aus als unzureichend betrachtet, um die Informationsbedürfnisse der Vorsorgenden zu decken. Kritikpunkte finden sich bspw. im Bericht der „Rürup-Kommission“ und im Abschlussbericht der Koalitionsarbeitsgruppe „Flexible Übergänge vom Erwerbsleben in den Ruhestand“. In ersterem wird eine Ausweitung der Informationspflichten für Riester-Produkte  und eine stärkere Abstimmung mit der gesetzlichen Renteninformation gefordert, in letzterem werden inhaltliche Anpassungen der gesetzlichen Renteninformation und der mittelfristige Aufbau einer einheitlichen Altersvorsorgeinformation für alle staatlich und staatlich geförderten Altersvorsorgeformen empfohlen. Der seit langem geforderten Vereinheitlichung der Altersvorsorgeinformationen stehen jedoch gewichtige Probleme entgegen, die aus den systemischen Unterschieden zwischen den einzelnen Alterseinkommensarten resultieren. Das Ziel der Politik liegt daher zunächst darauf, die vorhandenen Informationen solange weiterzuentwickeln, bis eine säulenübergreifende Altersvorsorgeinformation realisiert werden kann.

An diesem Punkt wird die vorliegende Arbeit anknüpfen und folgende, implizit bereits aufgeworfene Fragestellung in den Fokus nehmen:

„Wie müssen Altersvorsorgeinformationen in Deutschland gestaltet sein, damit Altersvorsorgeentscheidungen über die drei Säulen der Alterssicherung hinweg eigenverantwortlich getroffen werden können?“

 

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