Altersvorsorge und Rentenplanung

Rentenplanung und Altersvorsorge

“Was gilt es zu tun und zu lassen , um im Alter eine auskömmliche Rente zu erhalten?”

Ermittlung Status Quo

Will man sich dem Thema “Altersvorsorge” nähern, sollte man zunächst seinen persönlichen Status quo – den aktuellen Stand – genauer in den Blick nehmen. Es stellt sich also die Frage : “Wie bin ich im Moment in Bezug auf meine Altersvorsorge aufgestellt?”. Das heißt: Umfassende Analyse – von der gesetzlichen Rentenversicherung, über gegebenenfalls die betriebliche Vorsorge bis hin zu privaten Verträgen und Ersparnissen.

Vervollständigung des Versicherungsverlaufs

Ein erster Ansatz bei der Ermittlung des Status quo kann hinsichtlich der Rentenansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung ein Blick auf die Renteninformation sein.

Die gesetzliche Rentenversicherung informiert über die Höhe der Rentenansprüche mit Hilfe der sogenannten Renteninformation, die jährlich versandt wird.

Damit die Zahlen der Renteninformation auch verlässlich sind, müssen der Rentenversicherung alle relevanten Versicherungszeiten bekannt sein, die man in seinem Leben bisher zurückgelegt hat. Ob dieses der Fall ist, kann man anhand des von der Rentenversicherung zur Verfügung gestellten Versicherungsverlaufs kontrollieren. Fehlen hier zum Beispiel Schulzeiten oder Zeiten der Kindererziehung, sollte man zunächst eine Kontenklärung durchführen.

Was überhaupt bei einer Kontenklärung gemacht wird und was bei der Kontenklärung beachtet werden sollte, lest ihr in diesem Beitrag zur Kontenklärung und was sich dahinter verbirgt .  Informationen dazu, wie sich Kindererziehung auf eure spätere Altersrente auswirkt und wie ihr diese beantragt, findet ihr an dieser Stelle: Was bringt Kindererziehung für die Rente?

Ermittlung des finanziellen Bedarfs im Alter

Habt ihr den Status quo mehr oder weniger gut ermittelt, folgt im Anschluss die Frage:

“Wie hoch wird mein voraussichtliches Alterseinkommen ausfallen und wird dieses ausreichend sein? Oder muss ich doch noch zusätzliche Vorsorge betreiben?”.

Bei der Beantwortung dieser Fragen geht es eher darum, für sich selbst eine grobe Einschätzung zu entwickeln als darum, das voraussichtliche Alterseinkommen und den Finanzbedarf im Alter auf Euro und Cent genau zu ermitteln.

Da es bis zum Rentenbeginn in den meisten Fällen noch mehrere Jahre oder Jahrzehnte dauert, ist eine 100-prozentige Hochrechnung  absolut realitätsfern.

Entscheidung für zusätzlichen Altersvorsorge

Beim Stichwort “Zusätzliche Altersvorsorge” werden die meisten Personen an die 2002 eingeführte Riester-Rente denken. Die Riester-Rente wurde von Medien, Wissenschaft und Gesellschaft häufig und stark kritisiert. Zum 01.01.2018 hat sich die Politik dazu entschlossen, die Riester-Grundzulage von 154€ auf 175 € zu erhöhen. Ob Riester dadurch attraktiver wird und wer generell über den Abschluss eines Riester-Vertrags nachdenken sollte, könnt ihr hier erfahren.

Altersvorsorge muss aber nicht immer nur bei privaten Unternehmen betrieben werden. Es gibt auch verschiedene Möglichkeiten, seine gesetzliche Rente zu steigern. Alle Personen, die zurzeit keine Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlen, haben die Möglichkeit, freiwillige Beiträge zur Rentenversicherung zu leisten und damit ihre gesetzliche Rente zu stärken. Wer zu diesen Personen zählt, bis wann und in welcher Höhe die freiwillige Beitragszahlung zu erfolgen hat, könnt ihr im Beitrag zur freiwilligen Beitragszahlung nachlesen.

All jene, die keine freiwilligen Beiträge einzahlen dürfen, weil sie regulär beschäftigt sind, müssen aber nicht zwangsläufig von der Idee Abstand nehmen, Geld in der gesetzlichen Rentenversicherung unterzubringen. Eine weitere Option besteht darin, zukünftige Rentenabschläge auszugleichen. Diese Option bietet sich für alle Personen an, die das 50. Lebensjahr bereits erreicht haben oder in Kürze erreichen werden. Genauere Informationen zur Ausgleichszahlung für Rentenabschläge findet ihr in diesem Beitrag. Informationen zur steuerlichen Absetzbarkeit der Ausgleichszahlung gibt es an dieser Stelle. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass nicht ihr selbst die Einzahlungen zum Ausgleich von Rentenabschlägen vornehmt, sondern euer Arbeitgeber. Hierdurch ist es möglich, sowohl Steuern als auch Sozialversicherungsbeiträge zu sparen.

Altersvorsorge für Selbstständige

Warum hebe ich die Gruppe der Selbstständigen an dieser Stelle gesondert heraus? Muss nicht jeder Altersvorsorge betreiben – ob Angestellter oder Selbstständiger?

Ja, Altersvorsorge sollte für jeden ein Thema sein, aber für die meisten Selbstständigen hat Altersvorsorge eine ganz besondere Bedeutung, da ein Großteil der Selbstständigen nicht wie Angestellt, pflichtversichert in der gesetzlichen Rentenversicherung sind und über diesen Weg bereits eine finanzielle Grundlage für das Alter erwirtschaften.

Ein Selbstständiger der nicht vorsorgt, steht im schlimmsten Fall zum Rentenbeginn ohne irgendwelche Alterseinkünfte dar und ist entweder auf die staatliche Sozialhilfe angewiesen oder muss seiner Selbstständigkeit weiterhin nachgehen.

Um einen Einstieg ins Thema “Selbstständigkeit und Altersvorsorge” anzubieten, habe ich eine informative Beitragsreihe veröffentlicht:

Selbstständige und die gesetzliche Rentenversicherung

Teil 1 – Selbstständige und die gesetzliche Rentenversicherung – Bin ich zur Beitragszahlung verpflichtet?

Teil 2 – Selbstständige und die gesetzliche Rentenversicherung – Wie kann ich mich pflichtversichern?

Teil 3 – Selbstständige und die gesetzliche Rentenversicherung: In welcher Höhe müssen Selbstständige Beiträge zahlen?

Rentenanpassung und Inflation

Bei der Altersvorsorgeplanung dürfen Aspekte wie Rentenanpassungen, Inflation und Veränderung des Lebensstandards nicht unberücksichtigt bleiben. Im Artikel “Rentenanpassungen im Zeitverlauf” könnt ihr euch darüber informieren, wie hoch die Rentenanpassungen in den letzten 10 Jahren ausgefallen sind und welche Empfehlung ich zum Thema “Rentenanpassungen und Inflation in der Zukunft” gebe.

Grundsätzliches zum Sparen

Schlussendlich ist es immer eine Geschmacksfrage, in welcher Weise man Altersvorsorge betreibt. Am wichtigsten ist es, überhaupt aktiv zu werden. An dieser Stelle ist das Scheitern jedoch vorprogrammiert, da es so viele Gründe gibt, nicht für das Alter vorzusorgen. Meine Meinung zu den Gründen, die häufig gegen Altersvorsorge vorgebracht werden, habe ich für euch ausführlich niedergeschrieben: “8 Gründe warum ihr immer noch nicht für das Alter vorsorgt

Sparen und Altersvorsorge ist seit 2018 auch für Personen, die schon wissen, dass sie im Alter auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen sein werden, wieder interessanter geworden: Seitdem gibt es den Freibetrag für zusätzliche Altersvorsorge in der Grundsicherung. Durch diesen wird – vereinfach gesagt – sichergestellt, dass Personen, die privat vorsorgen, mehr Geld in der Tasche haben, als solche, die nicht vorsorgen.

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