Rentenanpassung 2019 – Konkrete Zahlen

26. März 2019 Aktuelles Altersrenten Hinterbliebenenrenten Rentenleistungen 0
Zwei Hände halten einen Ball Geldscheine

Die Höhe der Rentenanpassung 2019 steht fest.

Bereits Ende letzten Jahres gab es erste Schätzungen dazu, wie hoch die Rentenanpassung zum 1. Juli 2019 ausfallen wird.

Jetzt ist es offiziell:

Zum 1. Juli 2019 steigen die Renten im Westen um 3,18 % und im Osten um 3,91 %.

Die Rentenanpassung liegt damit, wie auch im Vorjahr, deutlich über der Inflationsrate. Das heißt: Auch wenn Rentner aufgrund der Rentenanpassung höhere Steuern zahlen müssen oder erstmalig steuerpflichtig werden, bleibt schlussendlich ein Plus im Portmonee.

Rentenanpassung in Ost und West:

Häufig liest man in den Medien und auch ich habe mich in der Einleitung so ausgedrückt, dass die „Renten im Westen“ um 3,18 % und die „Renten im Osten“ um 3,91 % steigen.

Die Höhe der Rentenanpassung hängt jedoch nicht vom Wohnort ab, sondern davon, in welchem Bundesland ein Rentner während seines Arbeitslebens tätig war und ob er Rentenpunkte (West) oder Rentenpunkte (Ost) gesammelt hat.

Arbeitet man auf dem Gebiet der ehemaligen DDR, erhält man Entgeltpunkte (Ost), ist man hingegen im Westen tätig, Entgeltpunkte (West).

Noch bis voraussichtlich Juli 2024 ist der Wert eines Rentenpunkts (West) höher als der Wert eines Rentenpunkts (Ost) und auch die Rentenanpassung fällt unterschiedlich aus.

Der Wert eines Rentenpunkts (West) liegt noch bis zum 30. Juni 2019 bei 32,03 € und erhöht sich ab dem 1. Juli 2019 um 3,18 % auf dann 33,05 €.

Der Wert eines Rentenpunkts (Ost) liegt hingegen aktuell bei 30,69 € und erhöht sich zum 1. Juli 2019 um 3,91 % auf dann 31,89 €.

Höhe der individuellen Rentenanpassung

Hat man sein gesamtes Leben nur in Westdeutschland oder nur auf dem Gebiet der ehemaligen DDR gearbeitet, lässt sich Höhe der individuellen Rentenanpassung ganz einfach ermitteln: 3,18 % im ersten, 3,91 % im zweiten Fall.

Bei einer Person, die sowohl im Westen als auch im Osten gearbeitet hat, also während ihres Erwerbslebens sowohl Rentenpunkte (Ost) als auch Rentenpunkte (West) gesammelt hat, hängt die Höhe der Rentenanpassung davon ab, wie viele West-Punkte und wie viele Ost-Punkte auf dem Rentenkonto angespart wurden.

Beispiel:

Auf dem Rentenkonto von Frau O. befinden sich 30 Rentenpunkte (West) und 15 Rentenpunkte (Ost). Aktuell erhält sie damit eine Brutto-Rente von 1.421,25 €. 960,90 € dieser Rente resultieren aus den Entgeltpunkten West und 460,35 € aus den Entgeltpunkten Ost.

Ab dem 1. Juli 2019 steigt die Brutto-Rente von Frau O. um 48,60 € auf dann 1.469,85 €. Die Rentenpunkte West machen nun 991,50 € und die Rentenpunkte Ost 478,35 € der Gesamtrente von Frau O. aus.

Die individuelle Rentensteigerung liegt bei Frau O. bei 3,42 %.

Es gilt: Je mehr Entgeltpunkte Ost jemand in seinem Rentenkonto hat, desto näher liegt die Rentenanpassung bei 3,91 %.

Wer profitiert von der Rentenanpassung?

Zunächst natürlich jeder, der bereits Rente erhält. Jeder Rentner wird Mitte des Jahres von seinem Rentenversicherungsträger einen Bescheid erhalten, auf dem steht, wie viel Geld er pro Monat mehr in der Tasche haben wird.

Doch die Rentenanpassung beeinflusst auch den Rentenanspruch von Personen, die noch keine Rente erhalten. Denn auch deren Rente wird berechnet, indem die Anzahl an gesammelten Rentenpunkten mit dem aktuellen Rentenwert – dem Wert für einen Rentenpunkt – multipliziert wird. Steigt der aktuelle Rentenwert, erhöht sich hierdurch also auch der Rentenanspruch von Personen, die noch nicht in Rente sind.

Am besten wird dies an der jährlich versandten Renteninformation ersichtlich. Diese sollte aufgrund der Rentenanpassung im Regelfall einen höheren Wert als im Vorjahr ausweisen; wobei hier natürlich noch andere Faktoren in die Berechnung miteinfließen und es daher auch mal zu Abweichungen kommen kann.

Weiteres Verfahren

Abschließend ist – wie jedes Jahr – noch anzumerken, dass die Rentenanpassung noch nicht offiziell beschlossen ist. Zur Umsetzung muss von Bundestag und Bundesrat zunächst noch eine Verordnung erlassen werden. Hierbei handelt es sich jedoch eher um eine Formsache. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass es Einwände gegen die per gesetzlich festgelegter Formel ermittelte Rentenanpassung geben wird.

Wer jetzt schon gespannt ist, wie hoch die Rentenanpassung 2020 ausfallen wird, sollte sich noch ein wenig gedulden. Gegen Ende des Jahres wird der Rentenversicherungsbericht veröffentlicht, der erste Zahlen zur voraussichtlichen Rentenanpassung 2020 enthalten wird.

 

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