Alles zur Beitragserstattung

Alles zur Beitragserstattung

Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung dienen eigentlich dem Zweck, hierdurch einen Rentenanspruch zu erwerben, um nach dem Ende der Erwerbstätigkeit finanziell abgesichert zu sein. In Ausnahmefällen erlaubt die gesetzliche Rentenversicherung jedoch auch eine Erstattung der eingezahlten Beiträge und infolgedessen eine Auflösung des Versicherungsverhältnisses.

Im nachfolgenden Beitrag werde ich mich näher mit der Beitragserstattung auseinandersetzen. Dabei wird es unter anderem um die Fragen gehen:

„Wer kann sich überhaupt seine Rentenversicherungsbeiträge erstatten lassen?“

„Wie hoch ist die Beitragserstattung?“

„Welche Folgen hat eine Beitragserstattung?“

„Wer sollte lieber auf eine Beitragserstattung verzichten?“

Beitragserstattung – Für wen?

Eigentlich ist die gesetzliche Rentenversicherung kein Freund der Beitragserstattung.

Wer sich nämlich für die Beitragserstattung entscheidet, löst damit sein Versicherungsverhältnis vollständig auf und verliert alle Rentenansprüche in der gesetzlichen Rentenversicherung. Es besteht somit die Gefahr, dass Personen sich leichtsinnig für eine Beitragserstattung entscheiden, dann im Alter aber nur über unzureichende finanzielle Absicherung verfügen und auf Unterstützung durch den Sozialstaat angewiesen sind.

Damit nicht die Allgemeinheit die Kosten solch leichtsinniger Entscheidungen zu tragen hat, ist die Beitragserstattung für den Großteil der Versicherten ausgeschlossen. Lediglich einer kleinen Gruppe von Versicherten wird abweichend von diesem Grundsatz die Möglichkeit zur Beitragserstattung eingeräumt.

Beitragserstattung für drei Personengruppen möglich

Grob einteilen lässt sich diese Gruppe in

1. Beamte und beamtenähnliche Personen,

2. Personen, die die Regelaltersgrenze erreicht haben, jedoch die allgemeine Wartezeit nicht erfüllen sowie

3. Ausländer, die in Deutschland gearbeitet haben und ins Ausland verziehen.

Beitragserstattung für Beamte, beamtenähnliche Personen und Personen in der berufsständischen Versorgung

Die erste Personengruppe, bei der eine Beitragserstattung möglich ist und die ich mir im Folgenden etwas genauer anschauen möchte, sind Beamte, beamtenähnliche Personen sowie Personen, die über die berufsständische Versorgung, wie zum Beispiel die Ärzteversorgung, abgesichert sind.

Ganz konkret geht es um alle Personen, die in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungsfrei sind oder von der Versicherungspflicht befreit wurden.

Mindestens zwei Jahre Versicherungsfreiheit oder Befreiung von der Versicherungspflicht

Gehört man zu einer der oben genannten Personengruppen, kann man nicht gleich am ersten Tag, an dem man die versicherungsfreie Tätigkeit aufgenommen hat oder von der Versicherungspflicht befreit wurde, bei der Deutschen Rentenversicherung vorsprechen und darum bitten, seine Beiträge ausgezahlt zu bekommen.

Der Gesetzgeber hat hier nämlich eine Wartefrist vorgesehen, um sicherzugehen, dass der Versicherte tatsächlich dauerhaft oder zumindest längerfristig einer Tätigkeit nachgehen wird, in der er versicherungsfrei oder von der Versicherungspflicht befreit ist.

Konkret ist eine Beitragserstattung erst dann möglich, wenn mindestens 24 Monate – also zwei Jahre – seit dem Beginn der zur Befreiung berechtigenden Tätigkeit vergangen sind und in dieser Zeit nicht erneut Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt wurden.

Keine erneute Versicherungspflicht im Zwei-Jahres-Zeitraum

Der Rentenversicherungsträger schaut sich nämlich genau an, ob in den zwei Jahren seit dem Ausscheiden aus der Versicherungspflicht nicht aus irgendwelchen Gründen erneut Versicherungspflicht eingetreten ist. Sollte dies der Fall sein, beginnt der Zwei-Jahres-Zeitraum erst dann erneut zu laufen, sobald die Beitragszahlung zur Rentenversicherung endet und man wieder „in Gänze“ versicherungsfrei oder von der Versicherungspflicht befreit ist.

Während des Zwei-Jahres-Zeitraums kann Versicherungspflicht beispielsweise eintreten, wenn eine Zweitbeschäftigung aufgenommen wird oder man neben seiner Haupttätigkeit einer geringfügigen Beschäftigung nachgeht, ohne sich von der Versicherungspflicht befreien zu lassen.

Der Zwei-Jahres-Zeitraum wird auch dann unterbrochen, wenn aufgrund von Kindererziehung Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt werden (Kindererziehungszeiten) oder, wenn durch eine Pflegekasse Beiträge wegen der unentgeltlichen Pflege eines pflegebedürftigen Angehörigen an die Rentenversicherung entrichtet werden.

Einfluss einer geringfügigen Beschäftigung auf den Zwei-Jahres-Zeitraum

Ist eine Beitragserstattung möglich, wenn daneben eine geringfügige Beschäftigung – auch als 450-€-Job bekannt – ausgeübt wird?

Wer in seiner Haupttätigkeit versicherungsfrei ist, weil er beispielsweise über das Versorgungswerk der Rechtsanwälte im Alter abgesichert ist, kann sich seine Beiträge auch erstatten lassen, wenn er nebenher einer geringfügigen Beschäftigung nachgeht. Denn: Wenn man bei der geringfügigen Beschäftigung auf die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung verzichtet, hat diese keinen Einfluss auf den Zwei-Jahres-Zeitraum. Wichtig also: Befreiungsantrag beim 450 €-Arbeitgeber stellen.

Diese Möglichkeit haben Beamte jedoch nicht: Geht ein Beamter neben seiner Haupttätigkeit einer geringfügigen Beschäftigung nach, ist es für die Beitragserstattung unerheblich, ob er sich in der geringfügigen Beschäftigung von der Versicherungspflicht hat befreien lassen oder nicht. Solange ein Beamter neben seiner Hauptbeschäftigung eine geringfügige Beschäftigung ausübt, kann er sich seine Rentenversicherungsbeiträge nicht auszahlen lassen.

Der Zwei-Jahres-Zeitraum beginnt erst, wenn der Beamte die geringfügige Beschäftigung aufgibt. Um die Voraussetzungen für eine Beitragserstattung zu erfüllen, darf er in den zwei dann folgenden Jahren nicht erneut geringfügig beschäftigt arbeiten.

Zusätzliche Voraussetzung für Beamte: Lebenszeitverbeamtung

Für die Personengruppe der Beamten ist nicht allein die Zwei-Jahres-Frist von Bedeutung. Bis Beamte sich ihre Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung erstatten lassen können, müssen sie noch eine zusätzliche Hürde überspringen: Die Lebenszeitverbeamtung.

Denn solange man lediglich Beamter auf Widerruf oder Beamter auf Probe ist, lässt die Rentenversicherung eine Beitragserstattung nicht zu.

Sobald dann die Lebenszeitverbeamtung erfolgt ist, kann man theoretisch am nächsten Tag Kontakt mit der gesetzlichen Rentenversicherung aufnehmen, seine Verbeamtungsurkunde auf Lebenszeit vorlegen und – sofern man alle anderen Voraussetzungen erfüllt – die Beitragserstattung beantragen.

Zum Zeitpunkt der Beitragserstattung darf die allgemeine Wartezeit noch nicht erfüllt sein

Wo wir beim nächsten Punkt angekommen wären, durch den die Auszahlung der Rentenversicherungsbeiträge unter Umständen ausgeschlossen sein könnte:

Eine Beitragserstattung ist nämlich für versicherungsfreie und von der Versicherungspflicht befreite Personen nur solange möglich, wie sie die allgemeine Wartezeit noch nicht erfüllt haben.

Die allgemeine Wartezeit ist erfüllt, wenn mindestens 5 Jahre lang – 60 Monate – Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt wurden und somit ein Anspruch auf die sogenannte Regelaltersrente besteht.

Hat man diese Grenze von 60 Monaten erst einmal erreicht, ist man im System der gesetzlichen Rentenversicherung „gefangen“. Im Rentenalter heißt es dann, dass sowohl eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung als auch eine Rente aus der Beamtenversorgung oder der berufsständischen Versorgung gezahlt wird.

Inwieweit die gesetzliche Rentenversicherung dann auf die Beamtenpension angerechnet wird, hängt von der Höhe der Pension und der Rente ab. Hierauf werde ich später noch einen Blick werfen.

Beitragserstattung nur, wenn keine freiwilligen Beiträge gezahlt wurden

Selbst wenn die allgemeine Wartezeit noch nicht erfüllt ist, kann es Konstellationen geben, in denen eine Beitragserstattung nicht mehr möglich ist.

Entschließt sich nämlich jemand, der bereits versicherungsfrei oder von der Versicherungspflicht befreit ist, dazu, freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zu zahlen, verliert er hiermit auf Dauer die Möglichkeit, sich seine Rentenversicherungsbeiträge auszahlen zu lassen.

Beamte auf Widerruf und auf Probe dürfen freiwillige Beiträge zahlen und sich ihre Beiträge trotzdem später erstatten lassen.

Auch bei dieser Regelung gibt es eine kleine Besonderheit für Beamte:

Solange Beamte noch nicht auf Lebenszeit verbeamtet sind, ist es kein Problem, wenn sie freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlen. Die Option auf eine Beitragserstattung verliert man erst dann, wenn man als Beamter auf Lebenszeit zumindest einen freiwilligen Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlt.

Beitragserstattung bei Erreichen der Regelaltersgrenze

Als nächstes werde ich mich näher mit der zweiten Gruppe beschäftigen, die sich ihre Beiträge erstatten lassen kann.

Die Rentenversicherung erlaubt nämlich denjenigen eine Auszahlung ihrer gezahlten Beiträge, die es bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze nicht geschafft haben, die Mindestversicherungszeit von fünf Jahren zu erfüllen.

Beispiel:

Peter hat eine dreijährige Ausbildung als Mediengestalter absolviert und während dieser Zeit Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt. Nach Abschluss seiner Ausbildung hat er entschieden, sich selbstständig zu machen und anderweitig für das Alter vorzusorgen.

Mehr zum Thema Selbstständige und Altersvorsorge erfahrt ihr in der Beitragsreihe „Selbstständige und die gesetzliche Rentenversicherung“.

Erreicht Peter das Rentenalter, erfüllt er nicht die Mindestversicherungszeit von fünf Jahren. Ihm stehen dann zwei verschiedene Möglichkeiten offen:

Entweder er zahlt noch zwei Jahre lang freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung ein und erkauft sich damit eine monatliche Rentenzahlung oder er lässt sich seine während der Ausbildungszeit gezahlten Beiträge erstatten.

Beitragserstattung an Witwen, Witwer und Waisen

Ähnlich wie bei der Beitragserstattung bei Erreichen der Regelaltersgrenze können auch Witwen, Witwer oder Waisen sich die Beiträge des Verstorbenen erstatten lassen, sofern dieser die allgemeine Wartezeit – also die Mindestversicherungszeit von fünf Jahren – nicht erfüllt.

Vor einer solchen Beitragserstattung sollte man sich aber unbedingt bei der Deutschen Rentenversicherung beraten lassen, da das sogenannte Rentensplitting, über das ich in einem späteren Beitrag noch genauer berichten werde, in vielen Fällen die finanziell bessere Entscheidung sein kann.

Beitragserstattung für Ausländer, die in Deutschland gearbeitet haben und ins Ausland verziehen.

Zur dritten Gruppe, für die eine Beitragserstattung möglich sein kann, gehören Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit, die zunächst in Deutschland gewohnt und in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben, dann aber ihren Wohnort ins Ausland verlegt haben.

Was sich zunächst relativ klar und eindeutig anhört, ist in der Praxis ziemlich kompliziert.

Denn ob eine Beitragserstattung tatsächlich möglich ist, hängt sowohl von der Staatsangehörigkeit der Person als auch von dem Land, in dem sie lebt, ab. Auch die Anzahl der in Deutschland bereits gezahlten Beiträge können bei der Beantwortung der Frage, ob eine Beitragserstattung möglich ist, eine Rolle spielen.

Es gilt: Beitragserstattung nur an Personen, die keine freiwilligen Beiträge zahlen dürfen

Laut Gesetz ist eine Beitragserstattung nämlich nur dann möglich, wenn es der betreffenden Person nicht gestattet ist, freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zu zahlen. Und hier gibt es viele Besonderheiten:

Keine Beitragserstattung für Personen mit deutscher oder europäischer Staatsangehörigkeit

Wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, darf unabhängig von seinem Wohnort freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlen. Auch Personen, die die Staatsangehörigkeit eines anderen Mitgliedsstaats der Europäischen Union besitzen, sind zur Zahlung freiwilliger Beiträge berechtigt, wenn sie zuvor mindestens einen Beitrag zur Deutschen Rentenversicherung gezahlt haben.

Eine Beitragserstattung ist somit für Personen mit deutscher sowie europäischer Staatsangehörigkeit selbst dann nicht möglich, wenn sie auf Dauer ins nicht-europäische Ausland verziehen. Sie können sich ihre Beiträge lediglich dann erstatten lassen, wenn sie zu einer der beiden anderen oben beschriebenen Personengruppen gehören.

Diese Regelung gilt übrigens auch für Norwegen, Island, Liechtenstein und die Schweiz.

Keine Beitragserstattung bei einem Wohnort in der Europäischen Union

Völlig irrelevant ist die Staatsangehörigkeit, solange eine Person in einem Land der Europäischen Union wohnt. Denn jede Person, die ihren Wohnsitz in einem Mitgliedsstaat der EU hat, darf (spätestens nach der Zahlung eines Beitrags) freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland zahlen und kann sich infolgedessen ihre Beiträge nicht erstatten lassen.

Ergebnis: Eine Beitragserstattung kommt somit nur für Personen in Betracht, die keine europäische Staatsangehörigkeit besitzen und auch ihren Wohnsitz nicht in einem Staat der EU haben.

Sonderregeln für das nicht-europäische Ausland

Doch selbst mit Ländern aus dem nicht-europäischen Ausland hat der deutsche Staat vielfach Verträge geschlossen, nach denen eine freiwillige Beitragszahlung zur Deutschen Rentenversicherung selbst für Nicht-Europäer möglich sein kann.

Die zwischen den Staaten geschlossenen Verträge sind jedoch nicht alle gleich, sondern unterscheiden sich von Land zu Land, weshalb man bei der Frage, ob eine Beitragserstattung möglich ist, ganz genau hinschauen muss:

Welche Staatsangehörigkeit hat die Person, die sich ihre Beiträge auszahlen lassen möchte?

Keine Beitragserstattung, wenn die allgemeine Wartezeit erfüllt ist

In viele Sozialversicherungsabkommen findet sich die Regelung , dass eine Beitragserstattung nur möglich ist, wenn die Mindestversicherungszeit von fünf Jahren noch nicht erfüllt ist.

Wer die Staatsangehörigkeit eines der nachfolgend genannten Staaten besitzt und die Mindestversicherungszeit von fünf Jahren erfüllt, kann sich seine Beiträge nicht auszahlen lassen (er könnte jedoch weiterhin freiwillig in die Rentenversicherung in Deutschland einzahlen):

– Albanien

– USA

– Australien

– Brasilien

– Indien

– Korea

– Kanada

– Mazedonien

– Moldau

– Philippinen

– Uruguay

Bei Personen mit Staatsangehörigkeit der genannten Staaten ist es egal, in welchem Land außerhalb Europas sie sich aufhalten.

Beispiel:

Hat eine Person mit amerikanischer Staatsangehörigkeit bereits mindestens fünf Jahre lang Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt, darf sie weiterhin freiwillige Beiträge zahlen – selbst dann, wenn sie ihren Wohnort in die Türkei oder nach China verlegt.

Sonderregelung für Staatsagenhörige der Staaten Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Montenegro und Serbien sowie Japan und Israel

Bei den als erstes genannten Staatsangehörigen ist es egal, in welchem Land sie sich aufhalten. Sobald sie die allgemeine Wartezeit erfüllen, dürfen sie in Deutschland freiwillige Beiträge zahlen und können sich ihre Beiträge nicht mehr erstatten lassen.

Bei den Staatsangehörigen einiger Staaten ist das Recht zur freiwilligen Beitragszahlung jedoch abhängig vom Land, in dem sie sich aufhalten. Hierzu gehören:

Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Montenegro und Serbien

Staatsangehörige der Staaten Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Montenegro und Serbien können dann freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlen, wenn Sie ihren Wohnsitz in einem dieser Länder haben. Ist dies der Fall, ist sogar egal, ob sie die Mindestversicherungszeit von fünf Jahren erfüllen oder nicht.

Das heißt:

Solange jemand in Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Montenegro oder Serbien wohnt und Staatsangehöriger eines dieser Staaten ist, ist eine Beitragserstattung nicht möglich. Verzieht derjenige jedoch ins außereuropäische Ausland, kann er sich seine Rentenversicherungsbeiträge auszahlen lassen.

Israel

Bei Staatsangehörigen des Staates Israel ist die Regelung vergleichbar:

Solange sie in Israel wohnen, können sie sich ihre Beiträge, die sie zur Deutschen Rentenversicherung gezahlt haben, nicht erstatten lassen. Denn Israelis sind, solange sie ihren Wohnsitz in Israel haben, bereits ab dem ersten deutschen Rentenbeitrag berechtigt, freiwilligen Beiträge zur Deutschen Rentenversicherung zu zahlen.

Wohnen Israelis allerdings im nicht-europäischen Ausland, ist eine Beitragserstattung möglich.

Japan

Auch Japaner dürfen nur dann freiwillige Beiträge zahlen, wenn sie in Japan wohnen. Anders als die bisher genannten Staatsangehörigen müssen Japaner jedoch zusätzlich noch die Mindestversicherungszeit von fünf Jahren erfüllen.

Ein Japaner, der beispielsweise nur zwei Jahre Rentenbeiträge zur Rentenversicherung in Deutschland gezahlt hat, kann sich die gezahlten Beiträge also selbst dann erstatten lassen, wenn er in Japan wohnt. Hat er hingegen fünf Jahre oder länger in Deutschland gearbeitet, wäre die Beitragserstattung – sofern er in Japan wohnt – nicht mehr möglich.

Beitragserstattung, wenn kein Sozialversicherungsabkommen existiert

Ist man Angehöriger eines Staates mit dem die Bundesrepublik Deutschland kein Sozialversicherungsabkommen geschlossen hat, gilt:

Eine Beitragserstattung ist immer dann möglich, wenn die Person ihren Wohnsitz – seit mindestens zwei Jahren – im außereuropäischen Ausland hat.

Diese Regelung gilt darüber hinaus für die Staatsangehörigen einiger Staaten, mit denen Deutschland zwar einen Vertrag geschlossen, darin jedoch keine Regelungen zur freiwilligen Beitragszahlung getroffen hat. Hierunter fallen die Staatsangehörigen der nachfolgenden Länder:

– Chile

– China

– Marokko

– Tunesien

Beitragserstattung für türkische Staatsangehörige, die ihren Wohnsitz in der Türkei haben

Verlegen türkische Staatsangehörige ihren Wohnsitz in die Türkei, können sie sich ihre in Deutschland gezahlten Rentenversicherungsbeiträge erstatten lassen, wenn sie bereits mindestens zwei Jahre in der Türkei wohnen und in diesen zwei Jahren keinen Pflichtbeitrag zur Rentenversicherung in der Türkei gezahlt haben.

Wenn in der Türkei Rentenversicherungsbeiträge gezahlt werden, ist eine Beitragserstattung erst dann möglich, wenn die Beitragszahlung endet und seit der letzten Beitragszahlung mindestens 24 Monate vergangen sind.

Unter Berücksichtigung dieser Voraussetzungen ist für türkische Staatsangehörige eine Beitragserstattung auch dann möglich, wenn sie in Deutschland bereits die allgemeine Wartezeit – die Mindestversicherungszeit von fünf Jahren – erfüllen.

Wie hoch ist die Beitragserstattung?

Nachdem ich nun lang und breit erläutert habe, für wen eine Beitragserstattung überhaupt in Betracht kommt, will ich mich nun dem eigentlich interessanten Punkt widmen:

„Wie viel Geld bekomme ich eigentlich, wenn ich mich für eine Beitragserstattung entscheide?“

Denn steigt man an dieser Stelle ein wenig tiefer ein, wird klar:

„Besonders attraktiv ist die Beitragserstattung nicht!“

Nur Erstattung der Arbeitnehmerbeiträge

Die gesetzliche Rentenversicherung wird genauso wie die Kranken-, Pflege und Arbeitslosenversicherung paritätisch finanziert. Das heißt: Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen sich den Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung.

Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung liegt im Jahr 2019 bei 18,6 %. Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen daher jeweils 9,3 % des Brutto-Arbeitsentgelts in die gesetzliche Rentenversicherung ein.

Bei einem monatlichen Brutto-Arbeitsentgelt in Höhe von 3.000 € bedeutet dies, dass sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber jeweils einen monatlichen Rentenversicherungsbeitrag von 279 € zu entrichten haben. Insgesamt fließen damit 558 € in die Rentenkasse.

Entscheidet man sich für eine Auszahlung seiner Rentenversicherungsbeiträge, gilt, dass nur der selbst geleistete Beitrag – also der Arbeitnehmerbeitrag – erstattet wird.

Auf das obige Beispiel übertragen wird dementsprechend geprüft, wie lange Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt wurden. Für jeden Monat der Beitragszahlung können in diesem Fall 279 € erstattet werden (obwohl tatsächlich 558 € an Beitrag abgeführt wurden). Der Anteil des Arbeitgebers ist nach der Beitragserstattung verloren und fließt der Versichertengemeinschaft zu.

Nur halbe Beitragserstattung für Selbstständige und freiwillig Versicherte

Die Regelung, dass bei einer Beitragserstattung nur die Hälfte der Rentenversicherungsbeiträge erstattet werden, betrifft auch Selbstständige, die Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlen, und freiwillig Versicherte.

Auch wenn der Selbstständige oder der freiwillig Versicherte den Rentenversicherungsbeitrag vollständig alleine gezahlt hat – er also zum Beispiel jeden Monat 558 € an die Rentenversicherung abgeführt hat – werden ihm bei einer Beitragserstattung nur 50 % des Beitrages erstattet.

Genauso wie der Arbeitnehmer erhält er bei einer Beitragserstattung also pro Beitragsmonat nur 279 € und verzichtet auf die andere Hälfte des von ihm gezahlten Beitrags.

Allein wegen dieses Umstandes sollte man gut darüber nachdenken, ob man sich seine Rentenversicherungsbeiträge tatsächlich erstatten lassen möchte.

Beiträge des Staates werden bei der Beitragserstattung überhaupt nicht berücksichtigt

Die 50 %-Erstattung macht die Auszahlung der Rentenversicherungsbeiträge bereits unattraktiv.

Bei der Entscheidung für oder gegen die Beitragserstattung sollte jedoch darüber hinaus berücksichtigt werden, dass es in der gesetzlichen Rentenversicherung einige Zeiten gibt, in denen man selbst keine Beiträge zur Rentenversicherung zahlt, sondern der Staat oder ein anderer Träger die Beitragszahlung übernimmt. Auch diese Zeiten wirken sich positiv auf die Rentenhöhe aus.

Bei der Berechnung der Beitragserstattung bleiben allerdings alle Zeiten, in denen der Versicherte nicht selbst Beiträge gezahlt hat, unberücksichtigt.

Verlust von Kindererziehungszeiten durch Beitragserstattung

Hierzu gehören unter anderem die sogenannten Kindererziehungszeiten, deren monetärer Wert nicht zu unterschätzen ist. ,

Für ein ab 1992 geborenes Kind erwirbt man Rentenanwartschaften im Wert von mehr als 21.000 €. Bei der Entscheidung für eine Beitragserstattung würde man unwiderruflich auf die Kindererziehungszeiten und somit de facto auch auf mehr als 20.000 € verzichten.

Verlust von Pflegezeiten sowie Beiträgen aus Arbeitslosen- und Übergangsgeld durch Beitragserstattung

Hat man in der Vergangenheit einen pflegebedürftigen Angehörigen gepflegt oder Arbeitslosengeld beziehungsweise Übergangsgeld erhalten, wurden vom Leistungsträger in dieser Zeit Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt, die ebenfalls nicht erstattet werden.

Keine Vorteile durch Ausbildungs- und Schwangerschaftszeiten

Auch auf die Vorteile bei der Rentenberechnung für Ausbildungs- und Fachschulzeiten sowie für Schwangerschaftszeiten verzichtet man, wenn man sich für die Beitragserstattung entscheidet.

Keine Beitragserstattung für ehemalige DDR-Beiträge

Auch in der ehemaligen DDR haben Arbeitnehmer Beiträge in ein Sozialversicherungssystem eingezahlt, um für das Alter vorzusorgen. Mit der Widervereinigung wurde entschieden, dass die Deutsche Rentenversicherung bei der Rentenberechnung auch die DDR-Beiträge berücksichtigt.

Im Falle der Beitragserstattung gilt dies jedoch nicht: DDR-Beiträge, die vor dem 1. Juli 1990 gezahlt wurden, bleiben bei der Berechnung der Beitragserstattung unberücksichtigt und sind unwiderruflich verloren.

Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung werden nicht verzinst

Sollten die bisher genannten Argumente noch nicht ausreichen, um Zweifel an der Entscheidung für eine Beitragserstattung zu säen, solltet ihr euch das Argument „Fehlende Verzinsung bei Beitragserstattung“ genauer anschauen.

Es ist nämlich so, dass immer 50 % des gezahlten Beitrags erstattet werden – egal wie lange die Beitragszahlung her ist. Eine Verzinsung ist nicht vorgesehen.

Beispiel:

Wer im Jahr 1970 25.000 DM verdient hat, hat damals – auf das gesamte Jahr gerechnet – insgesamt einen Arbeitnehmerbeitrag von 2.125 DM an die Rentenkasse gezahlt. Der Arbeitgeberbeitrag lag ebenfalls bei 2.125 DM.

Würde sich diese Beispiel-Person nun für die Beitragserstattung entscheiden – weil sie zum Beispiel die Regelaltersgrenze erreicht hat und die allgemeine Wartezeit nicht erfüllt – würde sie aufgrund der im Jahr 1970 gezahlten Beiträge nach Umrechnung in Euro (Umrechnungsfaktor: 1,95583 DM entsprechen einem Euro) eine Beitragserstattung von 1.086,50 € erhalten.

Eine Verzinsung des Beitrags, der rein gedanklich fast 50 Jahre auf dem Konto des Rentenversicherungsträger lag, erfolgt nicht.

Selbst bei einem geringen Zinssatz von 2 % müsste die Beitragserstattung nach 49 Jahren eigentlich bei 2.867 € liegen; bei einer Verzinsung von 5 % sogar bei 11.866 €.

Rentenzahlung meist die lukrativere Wahl

Entscheidet man sich allerdings gegen die Beitragserstattung und für die Auszahlung einer monatlichen Rente, profitiert man durchaus von einer Verzinsung seines Beitrags zur gesetzlichen Rentenversicherung. Denn mit einem damals relativ hohen Verdienst von 25.000 DM hat die Beispiel-Person allein im Jahr 1970 1,8736 Rentenpunkte erworben. Der Wert dieser Rentenpunkte erhöht sich von Jahr zu Jahr.

1,8736 Rentenpunkte entsprechen aktuell (1.7.2019 – 30.6.2020) einer monatlichen Brutto-Rente von 61,92 € (jährlich: 743,04 €).

Selbst nach Abzug der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ist klar, dass die Rentenzahlung nach weniger als zwei Jahren die Höhe der Beitragserstattung deutlich übersteigt.

Im Weiteren werde ich noch genauer darauf eingehen, wie sich in einem solchen Fall tatsächlich eine Rentenzahlung realisieren lässt.

Geringere oder keine Beitragserstattung, wenn zuvor Leistungen in Anspruch genommen wurden

Es gibt noch einen weiteren Punkt, den man bei der Berechnung der Höhe der Beitragserstattung nicht außer Acht lassen darf:

Wenn man bereits Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten hat – wie zum Beispiel eine Leistung zur medizinischen oder beruflichen Rehabilitation – ist eine Beitragserstattung zwar nicht ausgeschlossen, es werden jedoch nur die Beiträge erstattet, die nach der Inanspruchnahme der Leistung noch eingezahlt wurden.

Entscheidet man sich, obwohl man bereits Leistungen in Anspruch genommen hat, für die Beitragserstattung, wird auch in diesem Fall das Versicherungsverhältnis vollständig aufgelöst. Die Beiträge, die nicht erstattet werden, weil der Einzahler beispielsweise an einer Reha-Leistung teilgenommen hat, verfallen unwiderbringlich.  

Wurde bereits eine Leistung der gesetzlichen Rentenversicherung in Anspruch genommen, ist die Entscheidung für eine laufende Rentenzahlung daher meist deutlich attraktiver. Denn bei der Berechnung der laufenden Rentenzahlung werden auch die Beiträge berücksichtigt, die vor einer Reha-Leistung eingezahlt wurden.

Für wen lohnt sich also eine Beitragserstattung?

Kurze Antwort:

Aus meiner Sicht gibt es so gut wie keine Personengruppe, der ich reinen Gewissens zur Beitragserstattung raten würde. Denn nahezu in jedem Fall ist es unter finanziellen Gesichtspunkten (deutlich) attraktiver, bis zur Regelaltersgrenze zu warten und dann eine laufende Rentenzahlung zu erhalten.

Um diesen Punkt noch einmal deutlich zu machen, hier ein weiteres Rechenbeispiel:

Beispiel – Warum sich die Beitragserstattung nicht lohnt

Karim hat von Januar 2009 bis Dezember 2018 in Deutschland gearbeitet, sein Brutto-Arbeitsverdienst entsprach immer dem Durchschnittsverdienst der gesetzlichen Rentenversicherung. In seinen 10 Arbeitsjahren hat er Arbeitnehmerbeiträge in Höhe von 32.683,43 € an die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt.

Nachdem Karim seine Erwerbstätigkeit in Deutschland beendet hat, ist er in die Türkei gezogen. Er überlegt nun, ob er sich seine in Deutschland gezahlten Rentenversicherungsbeiträge erstatten lassen soll. Der Erstattungsbetrag läge, wie oben beschrieben, bei 32.683,43 €.

Alternative: Monatliche Rentenzahlung

Stattdessen könnte sich Karim auch für eine monatliche Rentenzahlung aus Deutschland in die Türkei entscheiden. Deren Höhe läge brutto bei monatlich 330,50 €. Auf das Jahr gerechnet ergäbe sich damit ein Betrag von 3.966 €.

Lässt man Steuern und Beiträge, aber auch zukünftige Rentenanpassungen außen vor, müsste Karim ca. 8 Jahre und 3 Monate Rente erhalten, um genauso viel Geld herauszubekommen wie ihm bei einer Beitragserstattung zustünde. Lebt er länger – wovon unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Lebenserwartung grundsätzlich auszugehen ist – wäre die monatliche Rentenzahlung für ihn finanziell eindeutig der bessere Deal.

Sofern Karim verheiratet ist, hätte – unter Berücksichtigung der Regelungen zur Einkommensanrechnung – sogar seine Frau nach seinem Ableben noch Anspruch auf eine Witwenrente.

Wie kann ich eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten, wenn ich die allgemeine Wartezeit nicht erfülle?

Das obige Beispiel hat deutlich gemacht: Auch, wenn der Geldbetrag, den man bei einer Beitragserstattung erhalten würde, zunächst sehr hoch wirkt, sollte man unbedingt nachrechnen, ob die Auszahlung einer monatlichen Rente auf lange Sicht nicht deutlich attraktiver ist.

Doch was mache ich, wenn ich gar keine monatliche Rente erhalten kann, weil ich die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren nicht erfülle?

Die Lösung: Freiwillige Beiträge

Auch wenn kurz vor dem gesetzlichen Rentenalter noch Monate oder sogar Jahre zur Erfüllung der Mindestversicherungszeit von fünf Jahren fehlen, ist nicht Hopfen und Malz verloren:

Denn jede in Deutschland lebende Person, die keine Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlt, ist berechtigt, freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zu zahlen.

Dies gilt sogar für Personen, die die Regelaltersgrenze bereits erreicht haben – jedenfalls solange, wie sie keine Altersvollrente beziehen.

Mindestbeitrag reicht aus

Und auch kostenmäßig hält sich die Investition im Rahmen. Denn egal, ob für einen Monat der Mindest- oder Höchstbeitrag eingezahlt wird, der Monat wird immer als vollständiger Monat bei der Mindestversicherungszeit mitgezählt.

Besteht das Ziel also lediglich darin, die Mindestversicherungszeit zu erfüllen, genügt die Zahlung des monatlichen Mindestbeitrags von derzeit 83,70 €.

Beispiele:

Fehlen zur Erfüllung der allgemeinen Wartezeit 12 Monate, erwirbt man mit der Zahlung von 1.004,40 € einen Rentenanspruch und steigert zudem auch noch seine monatliche Brutto-Rente um ca. 4,60 €.

Hat man bisher erst drei Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt, müssen freiwillige Beiträge für 24 Monate entrichtet werden. Insgesamt sind also 2.008,80 € zu zahlen. Allein durch die Zahlung der freiwilligen Beiträge steigert man seinen Rentenanspruch aber auch um 9,20 €.

Wenn lediglich ein Monat fehlt, lässt sich sogar für schlappe 83,70 € ein Rentenanspruch realisieren.

Alternative: Geringfügige Beschäftigung

Wer keine freiwilligen Beiträge zahlen kann oder möchte, hat alternativ auch die Option, im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung – also eines 450-Euro-Jobs – noch zusätzliche Monate für die Mindestversicherungszeit zu sammeln.

Bei einem 450-Euro-Job ist es nämlich so, dass der Arbeitgeber 15 % des Rentenversicherungsbeitrags zahlt und der Arbeitnehmer – solange er hierauf nicht verzichtet hat – den restlichen Beitrag – zurzeit 3,6 % – zahlen muss.

Bei einem monatlichen Verdienst von 450 € liegen 2019 für den Arbeitnehmer die Kosten für einen Wartezeitmonat somit nur bei monatlich 16,20 €.

Wichtig ist, dass man dem Arbeitgeber gegenüber nicht erklärt, auf die Versicherungspflicht verzichten zu wollen. Denn wenn man sich bei einer geringfügigen Beschäftigung als Arbeitnehmer nicht am Rentenversicherungsbeitrag des Arbeitgebers beteiligt, sammelt man zwar auch Monate für die Mindestversicherungszeit, jedoch deutlich weniger als wenn man selbst auch einen Beitrag zahlt.

So würden aus einem Jahr 450-€-Job ohne eigene Beitragszahlung des Arbeitnehmers lediglich 3,6 Monate für die allgemeine Wartezeit resultieren.

Bei Beamten kann eine Beitragserstattung Sinn ergeben

Nachdem ich nun lange erklärt habe, warum es sich finanziell nicht lohnt, sich seine Rentenversicherungsbeiträge auszahlen zu lassen und, dass es deutlich sinnvoller ist, aus seinen Beiträgen im Alter eine (kleine) Rente zu beziehen, muss ich doch noch auf eine Personengruppe zu sprechen kommen, für die eine Beitragserstattung finanziell sinnvoll sein kann: Beamte.

Die Besonderheit bei Beamten ist die, dass sie im Alter gegenüber ihrem Dienstherrn Anspruch auf eine Pension haben und die gesetzlichen Regelungen zur Berechnung der Pension nicht mit denen der gesetzlichen Rentenversicherung vergleichbar sind.

So findet sich in den Regelungen zur Pensionsberechnung eine Vorschrift, die besagt, dass eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung zu 100 % auf die Pension angerechnet wird, wenn die Pension eine bestimmte Höhe erreicht.

Wann wird die Rente der gesetzlichen Rentenversicherung auf die Pension angerechnet?

Als Beamter sammelt man nicht, wie in der gesetzlichen Rentenversicherung, Jahr für Jahr Rentenpunkte, anhand derer die spätere Rente berechnet wird, sondern Prozentpunkte: Pro Jahr der Vollzeitbeschäftigung erhält ein Beamter als Pension 1,79375 % seiner letzten Besoldung.

Den gesetzlich festgeschriebenen Maximalbetrag von 71,75 % erreicht der Beamte nach einer 40-jährigen Vollzeittätigkeit. Ab diesem Zeitpunkt erhöht sich sein prozentualer Pensionsanspruch nicht weiter.

Der Maximalbetrag von 71,75 % bildet auch die Grenze, ab der andere Renten, zum Beispiel aus der gesetzlichen Rentenversicherung oder aus einer berufsständischen Versorgung, vollständig auf die Pension angerechnet werden. 

Beispiel:

Beamter Harald hat von seinem 16. Lebensjahr bis zu seinem 22. Lebensjahr in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt und hierdurch einen Rentenanspruch von 150 € erworben.

Mit 23 wurde Harald verbeamtet und war bis zu seinem 65. Lebensjahr als Beamter tätig. Vor seinem Pensionseintritt lag Haralds Verdienst bei 4.000 €.

Da Harald mit 42 Jahren Beamtentätigkeit die Maximalpension erreicht, berechnet sich seine Pension (vereinfacht) wie folgt: 4.000 € x 71,75 % = 2.870 €.

Auf die Pension wird jedoch noch die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung angerechnet. In Haralds Fall wird die gesetzliche Renten in voller Höhe von seiner Pension abgezogen. Harald erhält somit von seinem Dienstherrn tatsächlich nur 2.720 € an Pension, zusätzlich aber noch eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung in Höhe von 150 €.

Beitragserstattung bei Höchstversorgung

Für Harald wäre eine Beitragserstattung keine Option gewesen. Als er auf Lebenszeit verbeamtet wurde, hatte er bereits die allgemeine Wartezeit erfüllt. Doch es gibt natürlich auch andere Fälle:

Alle Personen, die bereits absehen können, dass sie während ihrer Beamtenlaufzeit die Höchstversorgung von 71,75 % erreichen werden, sollten sich, wenn sie die allgemeine Wartezeit noch nicht erfüllen, zumindest einmal Gedanken über das Thema Beitragserstattung machen.

Auch bei Beamten keine klare Empfehlung zur Beitragserstattung

Ich sage aber auch für diese Personengruppe bewusst: Die Beitragserstattung kann interessant sein, muss jedoch nicht die beste und einzige Option darstellen.

Denn auch für Beamte ist die Zukunft ungewiss: Aus meiner Sicht ist es nicht möglich, bereits in jungen Jahren 20 oder 30 Jahre in die Zukunft zu schauen und abzuschätzen, ob man tatsächlich sein Leben lang Beamter bleiben und dann auch noch die Höchstversorgung erreichen wird. Es kann ja durchaus sein, dass man sich beruflich nochmal umorientieren möchte und infolgedessen in die Rentenversicherung zurückkehrt. Oder dass man beispielsweise aufgrund von Teilzeit oder Beurlaubungsphase die Höchstversorgung doch nicht erreicht.

Auch ist zu bedenken , dass es analog zur Altersrente für besonders langjährig Versicherte in der Beamtenversorgung ebenfalls eine Regelung gibt, nach der man mit 45 Dienstjahren im Alter von 65 Jahren ohne Abzüge in Rente gehen kann. Bei den hiefür erforderlichen 45 Jahren können auch vor Eintritt in das Beamtenverhältnis geleistete Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung mitgezählt werden – zumindest dann, wenn man sich gegen die Beitragserstattung entschieden hat.

In den obigen Konstellationen wäre die Entscheidung gegen die Beitragserstattung aus finanzieller Sicht vermutlich die bessere…

Reduziert sich die Pension auch bei einer Beitragserstattung?

Warum ich am ehesten Beamten, die voraussichtlich die Höchstversorgung erreichen, zur Beitragserstattung rate?

Weil andernfalls ihre Rente auf die Pension angerechnet würde und sie keinen finanziellen Vorteil durch die Zahlung der gesetzlichen Rente hätten. Für Bundesbeamte ist dies im § 55 BeamtVG (Gesetz über die Versorgung der Beamten und Richter des Bundes) geregelt.

Lassen Beamte sich hingegen die Beiträge erstatten, erhalten sie ihre volle Pension plus Beitragserstattung.

Im § 55 BeamtVG steht zwar auch, dass eine Anrechnung bei Beitragserstattungen erfolgt, jedoch gilt dies nicht für Beitragserstattungen der gesetzlichen Rentenversicherung. Denn unter Punkt 55.1.3.5 der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Beamtenversorgungsgesetz ist geregelt, dass es zu keiner Anrechnung kommt, wenn die allgemeine Wartezeit nicht erfüllt ist.

Freiwillige Beiträge werden nicht auf die Pension angerechnet

Im Punkt „Wann wird die Rente der gesetzlichen Rentenversicherung auf die Pension angerechnet?“ habe ich die Rechtslage zum besseren Verständnis etwas verkürzt dargestellt.

Inwieweit die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung auf die Beamtenpension angerechnet wird, hängt tatsächlich auch davon ab, auf welcher Art von Beiträgen die gesetzliche Rente basiert:

Freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung werden nämlich nicht auf die Beamtenpension angerechnet. Ebenfalls nicht angerechnet wird der Zuschuss zur privaten Krankenversicherung, der privat krankenversicherten Beamten zusätzlich zu Ihrer Brutto-Rente gewährt wird.

Wie beantrage ich die Beitragserstattung?

Auch wenn ich persönlich in den allermeisten Fällen von der Beitragserstattung abraten würde, will ich euch natürlich nicht vorenthalten, wie ihr die Beitragserstattung beantragen könnt.

Abhängig davon, zu welcher der oben beschriebenen Personengruppen ihr gehört, müsst ihr zur Beantragung der Beitragserstattung einen unterschiedlichen Antrag nutzen:

Beitragserstattung bei Aufenthalt in Deutschland

Lebt man in Deutschland und möchte sich seine Beiträge auszahlen lassen – weil man entweder versicherungsfrei oder von der Versicherungspflicht befreit ist oder bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze die allgemeine Wartezeit nicht erfüllt hat – steht hierfür der Vordruck V0900 zur Verfügung.

Im Antrag V0900 gibt man zunächst an, warum man zur Beitragserstattung berechtigt ist. Anschließend werden dieselben Fragen gestellt, die auch bei einer Kontenklärung gestellt werden.

Diese Fragen müssen beantwortet werden, da der Rentenversicherungsträger prüft, ob man die Mindestversicherungszeit von fünf Jahren tatsächlich nicht erfüllt. Unter Ziffer 8 wird abgeprüft, ob man wirklich versicherungsfrei oder von der Versicherungspflicht befreit ist und damit zum Personenkreis gehört, der sich seine Beiträge erstatten lassen kann und unter Ziffer 9, ob man bereits Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten hat.

Insgesamt dürfte das Ausfüllen des V0900 auch für Laien möglich sein. Solltet ihr konkrete Fragen zum V0900 haben, schreibt diese gerne in den Kommentarbereich.

Beitragserstattung bei Aufenthalt im Ausland

Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit, die ihren Wohnsitz auf Dauer ins Ausland verlegt haben und bereits mindestens zwei Jahre im Ausland wohnen, haben es da etwas schwerer, wenn sie sich ihre Beiträge erstatten lassen möchten.

Für diese Personen steht der Vordruck V0901 (deutsch / englisch) sowie der Vordruck V0902 (deutsch / französisch) zur Verfügung.

Wie fülle ich den Vordruck V0901 oder V0902 aus?

Das gute am Vordruck V0901 und V0902 ist, dass dieser nicht nur in deutscher Sprache zur Verfügung steht, sondern auch mit englischer und französischer Übersetzung. So fällt die Beantwortung der Fragen auch Personen, die Schwierigkeiten mit dem (Behörden)deutsch haben, etwas leichter.

Unter Punkt 1 – 4 werden die persönlichen Daten eingetragen. Unter Punkt 5 eine (verkürzte) Kontenklärung durchgeführt und unter Punkt 6 unter anderem geprüft, ob man sich zurzeit in einem Land aufhält, mit dem kein Sozialversicherungsabkommen besteht, sodass eine Beitragserstattung möglich ist. Unter Punkt 8 geht es darum, ob bereits Leistungen der Rentenversicherung in Anspruch genommen wurden. Abschließend sind noch die Kontodaten anzugeben.

Die Überweisung der Beitragserstattung ist übrigens auch auf ein ausländisches Konto möglich.

Damit die Beitragserstattung ins Ausland möglich ist, muss darüber hinaus unter Punkt 12 noch eine amtliche Stelle bescheinigen, dass der Antragssteller tatsächlich derjenige ist, für den er sich ausgibt.

Sind alle Angaben gemacht, kann der V0901 oder V0902 der Rentenversicherung entweder postalisch übersandt oder auch bei einem deutschen Konsulat abgegeben werden.

Besonderheit bei einer Beitragserstattung in die Türkei

Achtung: Personen, die ihren Wohnsitz in die Türkei verlegt haben und sich ihre Rentenversicherungsbeiträge erstatten lassen möchten, müssen einen anderen Vordruck als den V0901 oder V0902 verwenden.

Für diese Personengruppe steht der Vordruck A5800 zu Verfügung, in dem alle Fragen sowohl auf Deutsch als auch auf Türkisch formuliert sind.

Auch wenn sich der Vordruck A5800 optisch von den Vordrucken V0901 und V0902 unterscheidet, sind die drei Vordrucke inhaltlich doch sehr ähnlich.

Das Besondere am A5800 ist insbesondere der Punkt IV, unter dem konkretere Fragen zu einem eventuell in der Türkei bestehenden Versicherungsverhältnis gestellt werden.

Beim A5800 ist außerdem wichtig, dass der Antrag auf Beitragserstattung in der Türkei nicht direkt an die Deutsche Rentenversicherung übersandt wird, sondern über den türkischen Sozialversicherungsträger, die zuständige Zweigstelle der Sosyal Güvenlik Kurumu (SGK).

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Solltet ihr euch durch diesen mehr als 5.500 Wörter umfassenden Beitrag gekämpft haben und noch immer Fragen zum Thema „Beitragserstattung“ haben, schreibt diese gerne in die Kommentare oder schickt eine E-Mail an rentenfuchs@gmx.de.

Auch wenn ihr selbst bereits Erfahrung mit der Beitragserstattung habt, lasst die anderen Leser gerne daran teilhaben!

Dieser Beitrag hat 20 Kommentare

  1. Malte

    Hallo,

    ich habe eine Berufsausbildung von 2011-2014 absolviert. Von 2014-2018 habe ich ganz normal gearbeitet. Kann ich mir die gezahlten Beiträge aufgrund einer Verbeamtung zurückzahlen lassen oder gehören die 36 Moante der Aubildung fest zu den 60 Monaten dazu ?
    Vielen Dank vorab.

    1. Rentenfuchs

      Hallo Malte,

      ich gehe mal davon aus, dass es sich um eine betriebliche Ausbildung gehandelt hat, während der du eine Ausbildungsvergütung bekommen hast. In diesem Fall zählt die Ausbildungszeit bei der Mindestversicherungszeit mit, sodass eine Beitragserstattung ausgeschlossen ist, da du die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllst.

  2. Barbara Schuch

    Lieber Rentenfuchs!
    Vielen Dank für den super Artikel.
    Ich war von 3.1.90 bis 29.2.92 in Deutschland beschäftigt. Ich bin Österreicherin und arbeite seitdem auch in Österreich. Ich ziehe in Erwägung mir die Rente auszahlen zu lassen. Wie finde ich heraus, ob sich das rechnet, wie hoch der Auszahlungsbeitrag ist, welche Steuern sind wo fällig? Wäre das überhaupt möglich, was muss ich dafür tun?

    Ich bin sehr dankbar für jede Auskunft!

    Liebe Grüße

    1. Rentenfuchs

      Liebe Frau Schuch,
      gerne beantworte ich Ihnen Ihre Frage: Als Österreicherin haben Sie nicht das Recht, sich Ihre deutschen Rentenbeiträge erstatten zu lassen. Denn die österreichischen Versicherungszeiten zählen auch bei den deutschen Mindestversicherungszeiten mit. Sobald Sie in Deutschland die Regelaltersgrenze erreichen, haben Sie somit Anspruch auf eine kleine deutsche Rente.

  3. Christa

    Hallo Rentenfuchs,
    wie schon im Artikel erwähnt, haben Kosovaren, die in Deutschland gearbeitet haben und jetzt wieder im Kosovo leben, keinen
    Anspruch auf Erstattung der Rentenbeiträge. Gibt es möglicherweise Ausnahmen, z. B. wenn der Kosovare im Jahr 2000 abgeschoben wurde, weil er aufgrund einer Erkrankung arbeitsunfähig geworden war und auch im Kosovo wegen dieser Erkrankung weiterhin arbeitsunfähig ist und seit 10 Jahren deswegen im Kosovo eine kleine Rente erhält?

    1. Rentenfuchs

      Hallo Christa,
      Ausnahmen sind mir hier leider nicht bekannt; da muss ich dich leider enttäuschen. Sofern du die Voraussetzungen für eine Erwerbsminderungsrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung erfüllst, könntest du jedoch aufgrund deiner Arbeitsunfähigkeit gegebenenfalls auch in Deutschland einen Rentenanspruch haben. Hast du dich diesbezüglich bereits informiert?

  4. Dieter

    Guten Tag,
    zunächst einmal beide Daumen hoch für diesen Artikel…
    Zu meinem Fall: ich bin 60Jahre alt und seit meinem 25 LJ Beamter. Mir fehlen mit erreichen des 65 LJ (eine Pensionierung wäre dann möglich) genau 24 Tage um den Höchstbetrag von 71,75% zu erhalten. Dadurch werde ich einen Abzug meiner Pension in Höhe 4,79% hinnehmen müssen. (für die % des Abzugs gilt ja das “normale” Eintrittsalter 66 Jahre und 4 Monate in meinem Fall) . Meine Wartezeit für die gesetzliche Rente habe ich auch überschritten, sodas eine Auszahlung meiner Beiträge nicht infrage kommt.
    Gehe ich recht in der Annahme, das meine zu erwartende Rente von z.Z. ~196€, die ja von der Pension abgezogen wird, plus meine verminderte Pension, ich dann doch summasumarum den Höchstbetrag von 71,75% des letzten Bruttos unterm Strich erhalten werde?

    Vielen Dank für die Antwort und Gruß

    1. Rentenfuchs

      Hallo Dieter,

      hast du nicht die Möglichkeit, einfach einen Monat später die Pensionierung zu beantragen, sodass du dann doch auf die 45 Jahre kommst und keine Abzüge hinnehmen musst?

      Was deine Frage betrifft, würde ich dies genauso sehen. Da es in den einzelnen Bundesländern jedoch theoretisch Abweichungen geben könnte, würde ich dir empfehlen, nochmal Rücksprache mit der Versorgungsstelle zu halten.

  5. Max

    Was für ein klasse Artikel, vielen Dank dafür! Ich wollte schon die Erstattung beantragen, bin jetzt aber doch am Überlegen. Ich wäre sehr dankbar um einen kurzen Rat bezüglich meiner persönlichen Situation, ich versuche mich kurz zu fassen:
    Abi 06/2006, Zivildienst 09/2006-05/2007 (9 Monate), Ausbildung 09/2007-01/2010 (verkürzt, 29 Monate), Arbeitslosengeld 02/2010-03/2010 (2 Monate), nahtlos Bachelor- und Masterstudium 2010-2015, nahtlos Referendariat 01/2016-07/2017, danach 1 Monat gesetzlich nachversichert, ab 09/2017 Beamter auf Probe und seit 08/2018 Beamter auf Lebenszeit. Ich hatte während der ganzen Zeit keine versicherungspflichtigen Nebenjobs, nur steuerfreie Nebenjobs.
    Wenn ich es richtig verstanden haben, bekomme ich somit keine gesetzliche Rente und würde daher die Auszahlung beantragen? Herzlichen Dank für eine kurze Rückmeldung!

    1. Rentenfuchs

      Hallo, wenn ich richtig gezählt habe, kommen Sie auf 41 Wartezeitmonate, erfüllen demnach zurzeit die allgemeine Wartezeit nicht und hätten damit – aktuell – auch keine Anspruch auf die Zahlung einer Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Sie könnten sich die selbst gezahlten Rentenbeiträge also erstatten lassen. Nicht erstattet würden aber die während des Zivildienstes sowie während der Arbeitslosigkeit gezahlten Beiträge – genauso wie der eine Monat, den Sie nachversichert wurden.

      Alternativ könnten Sie aber auch irgendwann kurz vor Renten-/Pensionsbeginn für 19 Monate freiwillige Beiträge zahlen und sich so einen Rentenanspruch aus der gesetztlichen Rentenversicherung sichern. Aktuell liegt der monatliche Mindestbeitrag bei 83,70 € – wären also zum heutigen Stand 1.590,30 € an Einzahlung. Durch die monatliche Rentenzahlung hätte man dieses Geld aber wahrscheinlich schnell wieder raus.
      Der zweite Weg wäre wahrscheinlich derjenige, den ich gehen würde – zumindest solange ich nicht 100 % sicher bin, dass ich die Höchstversorgung in der Beamtenversorgung erreichen werde.

      Hoffe, dass ich ein wenig weiterhelfen konnte! Sollten noch Fragen unbeantwortet geblieben sein, melden Sie sich gerne!

  6. Daniel

    Hallo Rentenfuchs,

    ich würde mir die Beiträge gerne erstatten lassen (Beamter auf Lebenszeit), bin aber laut Versicherungsverlauf schon etwas über die Wartezeit hinaus. Meine Frage: Sind die Versicherungszeiten dort in Stein gemeißelt, oder kann bei einem Antrag auf Rückerstattung und die Frage nach etwaiger Erfüllung der “Wartezeit” auch etwas herausgerechnet werden?
    Z.B. Wehrdienst, oder Nachversicherungszeiten (mein Referendariat wurde bspw nachversichert, da ich nicht gleich danach verbeamtet wurde. Darauf hatte ich jedoch keinen Einfluss und aus heutiger Sicht war dies ja auch nicht nötig).
    Vielen Dank!

    1. Rentenfuchs

      Hallo Daniel,
      sofern bei der Anrechnung der Zeiten nicht irgendetwas gänzlich verkehrt gelaufen ist, muss ich dich wohl leider enttäuschen. Denn hat man die 60 Wartezeitmonate erst einmal erreicht, ist die Beitragserstattung ausgeschlossen – Möglichkeiten und Wege, dies zu umgehen, sind mir nicht bekannt.

  7. Friedrich

    Hallo,
    Wenn ich richtig in der Info gelesen habe, wird die gesetzliche Rente nicht auf die Pension angerechnet, wenn die Wartezeit von 60 Monaten noch nicht erreicht ist und noch freiwillig Mindestbeiträge gezahlt werden, damit sich eine Mindestrente von ca. 87 € ergeben.
    Mir hat die Rentenversicherung angeboten die Beitragserstattung zubeantragen oder freiwillig sieben Kalendermonate den Mindestbeitrag zu bezahlen.
    Was macht Sinn?
    Vielen Dank!

    1. Rentenfuchs

      Hallo, erreichst du denn die Höchstversorgung? Meines Wissens nach wird bei Erreichen der Höchstversorgung nämlich der Teil der gesetzlichen Rente auf die Pension angerechnet, der nicht auf freiwilligen Beiträgen beruht. Wären in deinem Fall dann also – sofern du die Höchstversorgung erreichst – lediglich die sieben Monate mit freiwilligen Beiträgen. Hier kann dir dein Versorgungsträger sicher noch genauer Auskunft geben. Unter Umständen lohnt sich dann eher die Beitragserstattung…

  8. Alex

    Hallo Rentenfuchs!

    Danke für die tolle Übersicht! Mega übersichtlich und verständlich!!

    Mir als Spät-Ver-Beamter , der die allgemeine Wartezeit erfüllt hat und sich die Beiträge nicht auszahlen lassen kann, drängt sich folgende Frage auf:

    Ist es nicht sinnvoll, vor dem erreichen der Höchstversorgung in Pension zu gehen, um die Höchstversorgungsgrenze dann mit der gesetzlichen Rente zu erreichen? So würde die gesetzliche Renteneinzahlung nicht umsonst sein?

    1. Rentenfuchs

      Hallo Alex, zwar weiß ich nicht genau, was für dich Spät-Verbeamteter meint, jedoch würde ich annehmen, dass du – wenn du tatsächlich erst recht spät verbeamtet wurdest – die Höchstversorgung eh nicht erreichen wirst. Die Frage: “Überschreiten der Höchstversorgung” stellt sich bei dir also wahrscheinlich gar nicht erst. Ganz abwegig ist dein Gedanke aber sicherlich nicht, auch wenn es beim Arbeiten aus finanzieller Sicht natürlich nicht nur um die Pensionsansprüche geht, sondern auch um das Geld, was Monat für Monat überwiesen wird.

  9. Martin

    Hallo Rentenfuchs,

    zunächst toller Überblick zur Thematik. Ich überlege mir meine Beiträge auszahlen zu lassen. Hier meine Fragen:

    Welche Nachweise müssen dem Antrag V0900 beigelegt werden? Genügen als Nachweis meiner Beiträge die Kopien der Lohnsteuerbescheinigungen der entsprechenden Jahre?

    Müssen die Verbeamtungsurkunden beglaubigt sein?

    Herzliche Grüße

    Martin

    1. Rentenfuchs

      Hallo Martin,

      solange in deinem Versicherungsverlauf alle Beiträge enthalten sind – was der Fall sein sollte -, benötigst du keinerlei Nachweise über die von dir gezahlten Beiträge. Die Rentenversicherung kennt die Zahlen ja bereits. Was die Verbeamtungsurkunde betrifft, gibt es meines Wissens nach keine klare Regelung. Ich würde es erst einmal mit einer einfachen Kopie probieren und bei Rückfragen dann halt die beglaubigte Kopie nachreichen.

  10. Oliver

    Hinweis fuer Neuseeland, die Renten werden miteinander verrechnet. Bzw der neuseelaendische Staat kassiert die Deutsche Rente um den anteil der NZ Superannuation. Somit kann der Fall interessant sein sich seine Rente Auszahlen zu lassen, da man sonst u.U. nichts von ihr sieht.

    1. Rentenfuchs

      Hallo Oliver,
      im neuseeländischen Rentenrecht kenne ich mich nicht ganz so gut aus – also vielen Dank für deinen Hinweis!

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