Anrechnung Unfallrente auf Rente der gesetzlichen Rentenversicherung erklärt!

Anrechnung Unfallrente auf Rente der gesetzlichen Rentenversicherung erklärt!

Rentenzahlungen werden nicht nur von der gesetzlichen Rentenversicherung erbracht. Auch die gesetzliche Unfallversicherung zahlt beispielsweise Verletztenrenten an Personen, deren Arbeitsmöglichkeiten aufgrund eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit eingeschränkt sind. Doch was passiert, wenn Unfallrente und Rente der gesetzlichen Rentenversicherung zusammentreffen?

Dieser Beitrag gibt einen Überblick darüber, in welchen Fällen es beim Zusammentreffen von Unfallrente und Rente aus der Rentenkasse zur Anrechnung kommt und wie diese Anrechnung genau erfolgt.

Verletztenrente wird auf gesetzliche Rente angerechnet – nicht umgekehrt

Zum Einstieg: Mit § 93 SGB VI enthält das Rentenrecht eine gesetzliche Regelung, nach der Verletztenrenten – zumindest zum Teil – auf Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung anzurechnen sind. Konkret heißt das: Treffen Unfallrente und gesetzliche Rente zusammen, wird die Unfallrente weiterhin in voller Höhe ausgezahlt, die gesetzliche Rente kann jedoch unter Umständen gekürzt werden.

Ob es dann tatsächlich zu einer Kürzung der Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung kommt, hängt von den folgenden drei Faktoren ab:

  • Von der Höhe der Rente aus der Rentenversicherung,
  • von der Höhe der Rente aus der Unfallversicherung beziehungsweise
  • dem der Unfallrente zugrundeliegenden Jahresarbeitsverdienst sowie der Minderung der Erwerbsfähigkeit.

Keine Anrechnung bis zum Grenzbetrag

Zentral für die Anrechnung der Unfallrente auf gesetzliche Rente ist der sogenannte Grenzbetrag. Denn solange gesetzliche Rente und Verletztenrente zusammengerechnet unterhalb des Grenzbetrags liegen, kommt es zu keiner Rentenkürzung. Überschreitet die Summe der beiden Renten allerdings den Grenzbetrag, wird der übersteigende Betrag vollständig auf die gesetzliche Rente angerechnet.

Die Berechnung des Grenzbetrags ist eigentlich relativ simpel:

Hierzu muss lediglich der Jahresarbeitsverdienst, auf dessen Grundlage die Unfallrente berechnet wurde, mit 70 % multipliziert werden:

Nach § 93 SGB VI berechnet sich der Grenzbetrag wie folgt: Jahresarbeitsverdienst / 12 Monate x 70 % x Rentenartfaktor

Sollte der Grenzbetrag unterhalb der Brutto-Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung liegen, zählt als Grenzbetrag nicht der nach obiger Formel ermittelte Betrag, sondern die monatlich gezahlte Brutto-Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung.

Beispiel – Thomas (1):

Infolge eines Arbeitsunfalls wurde die Erwerbsfähigkeit von Thomas aus Hannover zu Beginn des Jahres 2007 um 40 % gemindert. Er hat daher Anspruch auf die Zahlung einer Verletztenrente. Die Verletztenrente wurde im Jahr 2007 auf Grundlage eines Jahresarbeitsverdienstes von 25.000 Euro berechnet.

Thomas steht nun, Anfang 2020, kurz vor seinem Renteneintritt und möchte wissen, wie hoch in seinem Fall der Grenzbetrag nach § 93 SGB VI ist.

Hierzu muss zunächst der Jahresarbeitsverdienst aus 2007 an das heutige Einkommensniveau angepasst werden – die Anpassung der Verletztenrente ist nämlich an die Rentensteigerungen in der gesetzlichen Rentenversicherung geknüpft. Zwischen Anfang 2007 und Anfang 2020 hat sich der aktuelle Rentenwert in der gesetzlichen Rentenversicherung um 26,48 % erhöht. Entsprechend ist auch Thomas Jahresarbeitsverdienst von 25.000 Euro auf 31.620 Euro anzuheben. Geteilt durch 12 Monate ergibt sich dann ein Betrag von Höhe von 2.635 Euro.

Nimmt man hiervon 70 %, erhält man den für Thomas maßgeblichen Grenzbetrag in Höhe von 1.844,50 Euro pro Monat.

Da der Rentenartfaktor bei Altersrenten wie auch bei Renten wegen voller Erwerbsminderung 1,0 beträgt, muss dieser in der Berechnung nicht weiter berücksichtigt werden.

Würde Thomas aber beispielsweise eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung (Rentenartfaktor 0,5) beziehen, würde sich der Grenzbetrag um die Hälfte reduzieren. Auch Witwen- und Witwerrenten liegt der Grenzbetrag unterhalb von 1,0 – bei kleinen Witwen- und Witwerrenten bei 0,25, bei großen bei 0,55 bzw. 0,6.

Zusammenrechnung Unfallrente und Rente aus der Rentenversicherung

Ist der Grenzbetrag bekannt, müssen nur noch Unfallrente und Brutto-Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung zusammengerechnet werden. Dann sollte klar sein, ob es zu einer Anrechnung kommt und wie hoch diese ausfällt.

In diesem Zusammenhang ist jedoch eine Besonderheit zu berücksichtigen: Sofern eine Unfallrente aus eigener Versicherung – also keine Unfall-Hinterbliebenenrente – gezahlt wird, wird ein Teil der Verletztenrente bei der Zusammenrechnung nicht berücksichtigt:

Wie hoch dieser „Freibetrag“ genau ausfällt, ist von der anerkannten Minderung der Erwerbsfähigkeit abhängig. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die Höhe des Betrags, der bei der Zusammenrechnung unberücksichtigt bleibt (Stand 1. Juli 2019 – 30. Juni 2020):

Minderung der ErwerbsfähigkeitFreibetrag nach § 93 SGB VI
20 %100,67 Euro
30 %151 Euro
40 %205 Euro
50 %274 Euro
60 %348 Euro
70 %482 Euro
80 %583 Euro
90 %700 Euro
100 %784 Euro

Bei der Berechnung des Freibetrags sind darüber hinaus noch zwei weitere Besonderheiten zu berücksichtigen:

1. Liegt die Minderung der Erwerbsfähigkeit bei mindestens 50 % und ist derjenige, der die Unfallrente erhält, mindestens 65 Jahre alt, wird der Freibetrag nochmals, wie anhand der nachfolgenden Tabelle ersichtlich, erhöht. (Da in diesem Fall wie auch in der obigen Tabelle kaufmännisch gerundet wird, genügt für den Zusatzfreibetrag de facto eine Minderung der Erwerbsfähigkeit von 45 %.)

Minderung der ErwerbsfähigkeitZusatz-Freibetrag ab einem
MdE von 50 % für Personen ab 65
45 % – 64 %+ 31 Euro
65 % – 84 %+ 38 Euro
85 % – 100 5+ 46 Euro

2. Personen mit einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 60 %, an die eine Verletztenrente aufgrund einer Silikose oder einer Siliko-Tuberkulose gezahlt wird, erhalten einen zusätzlichen Freibetrag. Auch Bergleute mit anerkannter Berufskrankheit wegen chronisch obstruktiver Bronchitis oder Emphysem können gegebenenfalls von diesem Zusatz-Freibetrag profitierten. Der Silikosefreibetrag wird zusätzlich zu den obigen Freibeträgen gewährt und berechnet sich wie folgt:

Minderung der Erwerbsfähigkeit x 0,1667 x aktueller Rentenwert

Bei einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von 70 % läge der Silikosefreibetrag (Stand: 1.7.2019 – 30.6.2020) also bei 3,86 Euro (70 % x 0,1667 x 33,05 Euro).

Schauen wir uns mit dem Wissen den Beispiel-Fall von Thomas nochmal an:

Beispiel – Thomas (2):

Thomas erhält eine monatliche Unfallrente in Höhe von 702,67 Euro.

Mehr zur Berechnung der Unfallrente aus der gesetzlichen Unfallversicherung erfahrt ihr in meinem Beitrag: “Blick in die Unfallversicherung – Wie berechnet sich die Höhe einer Unfallrente?”

Bei einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von 40 % sind hiervon 205 Euro als Freibetrag abzusetzen. Für die Zusammenrechnung mit der gesetzlichen Rente verbleiben somit noch 497,67 Euro. Weitere Freibeträge sind nicht zu berücksichtigen.

Da der Grenzbetrag im Falle von Thomas bei 1.844,50 Euro liegt, würde die Verletztenrente nicht auf die gesetzliche Rente angerechnet, sofern sie brutto nicht oberhalb von 1.346,83 Euro liegt. Hätte Thomas aber beispielsweise Anspruch auf eine gesetzliche Rente in Höhe von 1.546,83 Euro, würden von der Unfallrente 200 Euro auf die gesetzliche Rente angerechnet. Trotz des höheren Anspruchs würden ihm also lediglich 1.346,83 Euro aus der gesetzlichen Rentenversicherung ausgezahlt.

Abfindung der Unfallrente – und jetzt?

Anders als bei Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung ist es bei Unfallrenten möglich, sich diese in einer Summe als Abfindung auszahlen zu lassen.

Doch welche Auswirkungen ergeben sich für die die Anrechnung von Unfallrente auf gesetzliche Rente, wenn aufgrund einer Abfindung tatsächlich keine oder nur eine verminderte Unfallrente gezahlt wird?

Der gesetzlichen Rentenversicherung ist es relativ egal, ob eine Abfindung erfolgt ist. Bei der Anrechnung verfährt sie für den Zeitraum, für den die Abfindung gewährt wurde, einfach so, als wenn die Verletztenrente weiterhin gezahlt worden wäre.

Wichtiger Hinweis zum Schluss:

Zu beachten ist, dass in bestimmten Ausnahmefällen keine Anrechnung von Unfallrenten auf Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung erfolgt:

1. Hat sich der Arbeitsunfall erst nach dem Rentenbeginn ereignet, findet keine Anrechnung statt. Die gesetzliche Rente wird in voller Höhe neben der Unfallrente erbracht.

2. Ebenfalls ausgeschlossen ist eine Anrechnung bei Selbstständigen, die sich für die Zahlung eigener Beiträge zur Unfallversicherung entschieden haben.

Anrechnung nach § 93 SGB VI nur bei Renten aus derselben Versicherung

Darüber hinaus gilt es zu beachten: Eine Anrechnung wie dargestellt erfolgt nur, wenn beide Renten aus derselben Versicherung gezahlt werden.

Wenn also:

  • Entweder: Sowohl die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung als auch die Verletztenrente aus eigener Versicherung erbracht werden.
  • Oder: Eine Witwen-/ Witwerrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung mit einer Witwen-/ Witwerrente der Unfallversicherung zusammentrifft.

Hat man hingegen selbst einen Arbeitsunfall erlitten, aufgrund dessen eine Verletztenrente gezahlt wird und erhält zusätzlich noch eine Witwenrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung (oder umgekehrt), erfolgt keine Einkommensanrechnung nach § 93 SGB VI. In diesem Fall gelten die Regelungen zur Einkommensanrechnung bei Hinterbliebenenrenten.

Wie die Einkommensanrechnung bei Hinterbliebenenrenten geregelt ist, habe ich in diesem Beitrag zusammengefasst: “Wird meine eigene Rente auf meine Witwen- oder Witwerrente angerechnet?”

Habt ihr weitere Fragen zur Anrechnung von Verletztenrenten auf Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung nach § 93 SGB VI? Schickt gerne eine E-Mail an rentenfuchs@gmx.de oder schreibt einen Kommentar.

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Dieser Beitrag hat 26 Kommentare

  1. Ralf

    Hallo Rentenfuchs,
    bin nach einem Arbeitsunfall von 2014 mit einer MDE von 20% auf unbestimmte Zeit eingestuft
    und erhalte eine monatliche Unfallrente.
    Hatte früher auch zwei Arbeitsunfälle (1991 Verletzung linker Daumen und 2013 Verbrennung linker Fuß).
    Nun meine Frage kann ich die zwei Verletzungen die schon ein paar Jahre zurückliegen noch bei der
    BG die damals zuständig war geldend machen oder sind die zwei Unfälle verjährt ?
    Würde mich interessieren ob ich da auch eine Unfallrente bekomme ?
    Es handelt sich aber um eine andere BG wie die von der ich gerade meine Unfallrente beziehe.
    Vielen Dank für im vorraus für eine kurze Info !

  2. Anonymous

    Hallo Rentenfuchs !
    Ich werde dieses Jahr 61 und kann mit Schwerbehinderung 50 % in Rente gehen .Beziehe zwei Unfallrenten eine mit 30 % Mde und eine Stützrente mit 10 % Mde .Beide zusammen 1675 Euro , Meine Jetzige Altersrente wäre nach dem Rentenbescheid 2475 Euro .
    Da ich ja mit 10,8 % Abschlägen rechnen muss aus der Altersrente ,würde mich interessieren ,wieviel Geld ich aus der Altersrente verliere da ,ja der Grenzbetrag sicher überschritten würde .Was für einen Freibetrag würde ich bekommen .Niemand kann mir diese Fragen beantworten .Da die Unfallrente ja Steuerfrei ist ,wird die dann bei der Altersrente versteuert
    Blicke da echt nicht durch
    Liebe GRüsse

    1. Rentenfuchs

      Hallo,
      zunächst müsste man deinen Grenzbetrag bestimmen. Hierfür müsste ich wissen, welcher Jahresarbeitsverdienst den beiden Unfallrenten zugrunde liegt. Wenn mir die Info vorliegt, könnte ich dir vermutlich mehr sagen.
      Liebe Grüße

      1. Anonymous

        Hallo Rentenfuchs !
        bei der mit 30 % liegt ein Jahresverdienst , von 84 000 Euro und und bei der mit 10 % liegt ein Jahresverdienst von 47737 Euro zugrunde
        oder brauchen Sie den vom Unfalljahr .

        Liebe Grüsse und vielen Dank

  3. Ralf Piton

    Hallo Rentenfuchs,
    ich hatte 2014 ein Arbeitsunfall und wurde letztentlich mit einer MDE von 20 % eingestuft.
    Die Unfallrente wird von der BG auf unbestimmte Zeit bezahlt.
    Nun meine Frage : die Unfallrente wird jährlich an meinem Jahresbrutto berechnet.
    Was würde passieren wenn ich ein anderer Job annehmen würde in einer anderen Brance die mit der
    derzeitigen BG gar nichts zu tun hat. Oder wie wird dann meine Unfallrente errechnet ?
    Vielen Dank im vorraus für ihre Antwort.
    MFG Ralf

    1. Rentenfuchs

      Hallo Ralf,
      die Höhe der Unfallrente hängt nicht mit deinem aktuellen Brutto-Verdienst zusammen, sondern mit dem Jahresarbeitsverdienst zum Zeitpunkt des Arbeitsunfalls. Der Jahresarbeitsverdienst wird jedoch jährlich (wie auch die Renten der gesetzlichen Rentenversicherung) angepasst, weshalb sich auch die Unfallrente regelmäßig erhöht. Ein Jobwechsel dürfte somit keine Auswirkungen auf die Höhe deiner Unfallrente haben.

  4. Ref

    Grüß Gott Rentenfuchs,
    mit Schwerbehinderung 3 Jahr früher in Rente mit 10,8 % Abschlag auf die gesetzliche Rente wird die Lebensqualität verbessern. Meine Fragen: Bei Bezug einer Unfallrente und bei der Berechnung des Grenzbetrages wird da auch der Rentenfaktor 1 verwendet oder 0,892 (1-10,8%)

    1. Rentenfuchs

      Ja, auch bei einem Rentenabschlag gilt beim Bezug einer Altersrente der Rentenartfaktor von 1. Die 0,892 sind nämlich nicht der Rentenartfaktor, sondern der Zugangsfaktor.

      1. Ref

        Vielen herzlichen Dank für die Info. Wünsche Ihnen alles Gute und vor allem Gesundheit!

  5. Wolfgang

    Hallo Rentenfuchs, erstmal Frohes neues Jahr!!
    Ich hatte 07/2019 einen Wegeunfall und es stehen noch weitere OPs an.( Trümmerbruch Sprunggelenk).
    Ich bin 12/20 in Rente gegangen für langjährig Versicherte.
    Meine Bruttorente beträgt 2236,-€ auf Grund meiner langjährigen Beschäftigung als Betriebsleiter.
    Die letzten Jahre vor meinem Unfall habe ich es ruhiger angehen lassen mit einem Jahresgehalt brutto von 30.000€.
    Nun habe ich einen Rentenbescheid BG bekommen bei 20% über 334,-€ mtl.
    Nach meiner Berechnung würde ich mit der BG Rente und Rente weniger mtl. bekommen als ohne.
    Frage Ist das so, oder liege ich falsch?
    Wenn ja kann ich eine BG Rente auch ablehnen?.
    Vielen Dank im Vorraus!!!

    MfG

    Wolfgang

    1. Rentenfuchs

      Hallo Wolfgang,
      bei der Berechnung des Grenzbetrags gibt es eine Besonderheit, sofern der auf Grundlage von 70 % des Jahresarbeitsverdienstes ermittelte Wert unterhalb der Rentenzahlung aus der gesetzlichen Rentenversicherung liegt. In diesem Fall entspricht der Grenzbetrag der aus der gesetzlichen Rentenversicherung gezahlten Rente. In deinem Fall läge er also bei 2.236 €. Bei einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von 20 % bleiben aktuell 104 € der Unfallrente anrechnungsfrei. Die verbleibenden 230 € würden auf die gesetzliche Rente angerechnet. Finanziell solltest du also trotz Anrechnung noch besser dastehen als bei einem Verzicht auf die Unfallrente – auch weil Zahlungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung nicht versteuert werden müssen und im Regelfall beitragsfrei in der Kranken- und Pflegeversicherung sind. Die 334 € erhältst du also voraussichtlich ohne weitere Abzüge.

  6. Peter

    In Ihrem Beispiel – Thomas (1) sprechen Sie von einer Erwerbsminderung von 40%, berechnen aber den Grenzbetrag von Thomas mit dem Rentenfaktor 1,0 (volle Erwerbsminderung).
    40% sind doch aber nach meinem Rechtsverständnis eine teilweise Erwerbsminderung.
    Was ist der Grund für die Verwendung des Rentenfaktors 1,0?
    Für die Antwort schon besten Dank im Voraus.

    1. Rentenfuchs

      Die 40 % beziehen sich auf die Minderung der Erwerbsfähigkeit, die die Unfallversicherung bei der Berechnung der Unfallrente zugrunde gelegt hat. Die Minderung der Erwerbsfähigkeit beschreibt, wie stark jemand infolge eines Arbeitsunfalls bzw. einer Berufskrankheit im Vergleich zu einem gesunden Versicherten eingeschränkt ist. Bei der Frage, ob Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente besteht, werden hingegen alle gesundheitlichen Einschränkungen berücksichtigt: Anspruch auf eine Rente wegen voller Erwerbsminderung aus der gesetzlichen Rentenversicherung besteht, wenn man nicht mehr in der Lage ist, zumindest drei Stunden am Tag irgendeiner Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nachzugehen; eine Teilerwerbsminderungsrente wird bei einem Leistungsvermögen von drei bis unter sechs Stunden täglich geleistet.

  7. Peter martin

    Hallo rentenfuchs, ich hatte einen schulunfall bekomme von der Unfallkasse Sachsen-Anhalt- zerbst eine rente von 25% etwa 312 Euro ich bin 55 jahre möchte weil ich insgesamt 50%grad behinderrung mit 56 jahren in die Altersteilzeit würde mit 62 jahren u. 10.8% Abzüge in rente gehen ich verdiene im jahr ca 38ooo Euro protto wie rechnt sich diese unfallrente auf meine dann zu bekommente rente.

    1. Rentenfuchs

      Entscheidend ist die Höhe der Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Ohne diese zu kennen, lässt sich auch keine Aussage bezüglich einer etwaigen Anrechnung treffen.

  8. Rudi

    Hallo Rentenfuchs,
    ich muss noch einige Zeit arbeiten. Ich beziehe eine Unfallrente und werde auch eine gesetzliche Rente beziehen.
    Auch ich habe mir Gedanken gemacht, um wieviel sich meine gesetzliche Rente kürzen wird und was am Ende in Summe bleibt.
    § 95 SGB VII (Anpassung von Geldleistungen).
    Da steht viel drin, aber dazu benötigt man auch aktuelle Werte. Ehrlich gesagt, ich komme mit den Berechnungen nicht ganz klar und bräuchte eine neutrale Berechnung. Aktuell bekommt man keine Präsenztermine bei der Rentenversicherung, alles nur online und mit Verweis auf den oben genannten Paragraphen.
    Meinen ersten Job hatte ich im Februar 1989 nach meinem Unfall. Damals wurde meine Unfallrente auf Basis meines damaligen JAV (60.000 DM) berechnet. Inzwischen sind 31 Jahre vergangen, meine Unfallrente in der Zwischenzeit auch gestiegen.
    Auf Basis der folgenden Zahlen, wie hoch wäre die Rente in Summe?
    Unfallrente 2100 Euro Gesetzl. Rente 2400 Grad der Behinderung: 80%
    Rentenfuchs, vielleicht könnten Sie die Berechnungsformel einfach mit meinen Zahlen füllen und posten? Ginge das?
    Danke für eine Berechnung.

    1. Rentenfuchs

      Hallo Rudi,
      in deinem Fall komme ich auf folgende Werte:
      Der Unfallrente liegt aktuell ein JAV in Höhe von 47.250 € zugrunde (2.100 € x 3/2 x 12 Monate / 80 %).
      Der Grenzbetrag liegt somit bei monatlich 2.756,25 € (47.250 € / 12 Monate x 70 %).
      Von der Unfallrente sind nach Abzug des Freibetrags 1.497 € (2.100 € – 603 €) beim Zusammentreffen der Renten zu berücksichtigen; 39 € weniger, wenn du 65 Jahre oder älter bist.
      Es ergeben sich also zusammentreffende Rentenbeträge in Höhe von in Summe 3.897 € (2.400 € + 1.497 €). Der Grenzbetrag wird damit um 1.140,75 € überschritten.
      Die Rentenzahlung würde sich aufgrund der Anrechnung der Unfallrente also auf um 1.140,75 € auf dann 1.259,25 € (2.400 € – 1.140,75 €) reduzieren.

      Solltest du noch Fragen haben, melde dich gerne!

  9. J

    Hallo Rentenfuchs,
    auch ich hatte leider 2 Unfälle und beziehe davon jeweils eine Unfallrente. Ich gehe weiterhin arbeiten.
    1. Unfall = 20% MdE wurde dieses Jahr vorübergehend auf 10%MdE herabgestuft = 891 € = 180€/ Monat
    2. Unfall = 50% MdE = 891€/ Monat
    Insgesamt: 60% MdE

    Ich überlege mit 63 Jahren in den Ruhestand zu gehen; auch deswegen weil mir wohl auch die gesetzliche Rente eh gekürzt/angerechnet wird.
    Wie sollte ich am Besten vorgehen?

    1. Rentenfuchs

      Hallo,
      ich würde dir empfehlen, einen Beratungstermin bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung zu vereinbaren, alle Unterlagen zu den Unfallrenten mitzunehmen und das Ganze dann einmal durchrechnen zu lassen. Sollten sich im Anschluss noch Fragen ergeben, kannst du dich natürlich gerne auch nochmal bei mir melden!

  10. M.Büter

    Warum werden nur 70% angerechnet statt 100%

    1. Rentenfuchs

      Sie beziehen sich wahrscheinlich auf die Berechnung des Grenzbetrags, der auf der Grundlage von 70 % des Jahresarbeitsverdienstes berechnet wird. Ich habe jetzt zwar nicht in der Gesetzesbegründungen gestöbert, würde mir die 70 % allerdings so erklären:

      Bei einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von 100 % würde die jährliche Unfallrente bei 2/3, also 66,67 % des Jahresarbeitsverdienstes liegen. Jemand, der neben der Unfallrente noch eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhält, soll in Summe nicht groß besser gestellt werden als jemand mit einer 100 %-Unfallrente. Im Fachjargon würde man wohl sagen, dass durch diese Regelung eine Überversorgung ausgeschlossen werden soll.

  11. Johannes Noll

    Hallo,
    wo ist festgelegt, dass der Jahresarbeitsverdienst aus dem Unfalljahr an das heutige Einkommensniveau angepasst wird.
    Ich finde diesbezüglich keine Quelle.

    Vielen Dank

    Johannes Noll

      1. Anonymous

        Vielen Dank, bleiben Sie gesund.

        Johannes Noll

  12. Birgit von der Heide

    Hallo,
    Ich bin 20 Jahre selbstständig und zahle nicht in die Gesetztliche Rente ein, war vorher angestellt und bekomme daher mal 360€ Rente. Während eines Arbeitsverhältnisses hatte ich ein Berufsunfall und bekomme 20% z. Z. 300 € Unfallrente. In meiner Selbstständigkeit hatte ich einen zweiten Berufsunfall mit 10% z. Z. 400€.
    Wie wirken sich diese beiden Unfallrenten auf meine Rente aus?

    1. Rentenfuchs

      Hallo Birgit,
      zwar kenne ich den Jahresarbeitsverdienst, der den beiden Unfallrenten zugrunde liegt, nicht genau, bei den geringen Beträgen ist jedoch ziemlich klar, dass du (weit) unterhalb des Maximalbetrags liegen wirst, sodass eine Anrechnung quasi ausgeschlossen ist. Du würdest also die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung in voller Höhe neben den beiden Unfallrenten erhalten.

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